Montag, 21. Juni 2010

HURRICANE - H&M - AIDS - KINDERARBEIT - SHOPPINGWAHN

Als ich am Samstag so auf dem Hurricane-Festivalgelände herumlief, fiel mir ein knallbunter aüßerst hipp aufbemachter H&M-Stand auf. Da es dort Sitzgelegelegenheiten gab , die komfortabler als der staubige Wiesenboden waren, hab ich mir dort einfach mal eine kleine Pause gegönnt. Nachdem ich verschnauft hatte, schaute ich mich ein wenig rechts und links von mir um und da drängte sich mir eine Frage auf: Warum ist denn eigentlich H&M auf dem Hurricane-Festival? Als ich ein wenig genauer hinschaute und all die jungen Mädels sah, hatte ich auch schon die Antwort auf meine Frage - natürlich! Um Klamotten verkaufen. Die jungen Damen waren alle geradezu begeistert davon, dass sie selbst auf dem Hurricane shoppen konnten. Da muss man H&M wirklich loben, schlauer Schachzug. Und nicht nur dass sie diese äußerst lukrative Nische besetzt haben; nein, der absolute Clou kommt erst noch. Sie treten nicht mit ihrem normalen Sortiment auf, sondern mit ihrer neuen "Fashion Against Aids - Festival Collection", für die u.a. so populäre Berühmtheiten wie Rihanna und Timberland ihr Gesicht gegeben haben. Von den erzielten Erlösen werden laut H&M 25% gespendet. Daumen hoch würd ich sagen. Engagement für die AIDS-Prävention ist ohne jeden Zweifel gut.
Es sollte einem jedoch klar sein, dass das Unternehmen H&M vor allem Gewinne maximieren möchte. Marketingtechnisch ein voller Erfolg! Die jungen Leute die selbst auf einem Musikfestival Klamotten kaufen möchten, sind natürlich begeisert. Sie kriegen die gewohnt billige H&M-Massenware zu unschlagbar günstigen Preisen, können ganz besonders hipp übers Festival hüpfen und obendrein tun sie auch noch etwas Gutes und können das jedem mit großen bunten Aufrdücken auf den Klamotten unter die Nase reiben - so macht Gutmensch sein richtig Freude!
Dass H&M wegen Kinderarbeit und Nichteinhalten von Verhaltenskodices in Produktionstätten und bei Baumwollerzeugern immer wieder scharf kritisiert wird, ist natürlich weniger schön aber davon will man auf einem Wochenende voll Spaß und auch sonst beim Shoppen nichts wissen. Es soll schließlich Spaß bringen und es wäre unbestritten vielzu anstrengend, sich mit den Dingen die man mal eben zwischen zwei Konzerten wegkomsumiert wirklich zu beschäftigen.
Es lebe der Konsum - Oh und Kondome aufblasen ist auf Festivals noch viel lustiger als sonst wo!

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