Montag, 14. Juni 2010

VANILLE - DIE UNANGEFOCHTENE KÖNIGIN DER GEWÜRZE

Was bin ich verzückt! Ein wunderbarer Tag hat wunderbar begonnen. Geweckt wurde ich von einem Anruf, dass ich am Freitag meine neue regionale Milch geliefert bekomme (dazu wenn es soweit ist mehr).
Vor einigen Tagen hat es an meiner Tür geklingelt und ein kleiner Umschlag wurde mir von einem Boten überreicht. Ich hatte bereits eine vorfreudige Ahnung, was mich darin erwarten würde. Als ich den Umschlag öffnete und bevor ich einen Blick hineinwerfen konnte, wurden sämtliche Zweifel weggefegt - meine Vanille war da!
13 Schoten Bourbon-Vanille (der beliebte Klassiker den jeder kennt und liebt)
6 Schoten Tahiti-Vanille (unter Feinschmeckern durchaus bekannt und für das etwas blumigere Aroma geschätzt)
3 Schoten Pompona-Vanille (auch als Guadeloupe-Vanille bekannt ist eine Rarität und wird aufgrund der geringeren Erträge nur in sehr geringem Umfang angebaut, besticht aber durch ein einmalig blumiges Aroma, ähnlich dem der Tahiti-Vanille)
Der Gedanke, dass ich ein dekadenter reicher Sack bin, drängt sich bei der Menge an Vanille natürlich auf. ABER ich habe die Schoten direkt von dem Familienbetrieb Ranjanoro bzw. dem Erzeugerverband Gnev aus Madagaskar gekauft, der seine Schoten über das Internet direkt vertreibt. Da sämtliche Kosten für Zwischenhändler und die Profite für die Großunternehmen wegfallen, kann dieses Unternehmen unschlagbar günstig anbieten. Hätte ich die Schoten auf dem herkömmlichen Weg gekauft, hätte ich vermutlich ca. 130€ bezahlt. So beliefen sich meine Kosten auf 25€ inkl. Versandkosten. Und jeder Cent davon geht direkt dahin wo er hin soll - absolut fair und ohne Umwege. Der Verkaufsstandort in Deutschland wurde übrigens 2004 von Jeannot Ranjanoros Tochter selbst ins Leben gerufen.
UND: Das Unternehmen ist übrigens offiziell bio-zertifiziert!
Zurück zu meiner Vanille...als ich die Schoten heute zur Qualitätskontrolle aus ihren Röhrchen bzw. der Vakummfolie befreite, war ich überwältigt. Mit einem Mal war die ganze Wohnung von dem Duft frischer Vanille erfüllt. Solch ein intensives und pures Vanillearoma habe ich noch nicht erlebt! Wahnsinn! In einem rauschgleichen Zustand musste ich sofort etwas mit der Vanille machen. Das Naheliegendste und erste was mir in den Kopf kam, war einen eigenen Vanillezucker herzustellen. Gedacht - Getan! Also habe ich mir zwei Bourbon-Vanilleschoten vorgeknüpft und entmarkt...als ich die erste Schote längs aufgeritzt hatte, stockte mir der Atem.
Das Mark war derart feucht und frisch dass ich erstmal einige Minuten anfassen, riechen und genauer betrachten musste. Aus Rausch wurde Ekstase.
Wieder auf das Ziel besonnen, habe ich das Mark zusammen mit Bio-Rohrzucker mit dem Stabmixer fein vermahlen. Danach habe ich noch die grob geschnittenen Schotenreste mitzugegeben. In einigen Tagen bis Wochen wenn die Schotenreste hart und trocken sind werden sie auch noch fein mitvermahlen.

Übrigens hat das Posten diesmal deutlich länger gedauert - ich musste ständig das Tippen unterbrechen, um an meinen Fingern zu schnuppern und den süßen Duft der Königin zu kosten.

Für absolut alle hier der Link zur Vanille: http://madavanilla.de/

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