Samstag, 31. Juli 2010

EIN PERVERSES PAAR: FERNSEHEN UND KÖCHE

Heute habe ich mal wieder einen Post im konSumpf gelesen, den ich hier gerne aufgreifen möchte. Als ich den Post gelesen und den zugehörigen Film gesehen habe, wurde ich geradezu übermannt von Wut und Trauer.
Das Thema sind Fernsehköche, werbende Fernsehköche. Eine abartige, aber von unserer Gesellschaft hochgeschätzte Spezies. Hier zuerst der Clip als Einführung ins Thema:

Als Koch, Gastronom, Ökotrophologe und Kulinarier schmerzt es mir sehr zu sehen, was heute in den Medien und in den Supermärkten passiert. Egal welchen Sender man im Fernsehen einschaltet, überall wird "gekocht" - bzw. es wird so getan, als würde man kochen. Alles ist aufregend, spannend, unterhaltsam,kurzweilig und geht ruckzuck. Am Ende wird auf jede erdenkliche Art und Weise bewertet und benotet und der Kochprozess und die Lebensmittel werden zu Gegenständen eines banalen Wettbewerbs degradiert. In anderen Formaten kommen die erhabenen "Profis" und "Tester" und hauen mal so richtig auf den Tisch und zeigen wie es denn richtig geht. Alles für den mental halbtoten Zuschauer in einem realitätsfernen Schwarz-Weiß dargestellt - vorher: alles schlecht, nachher: alles gut. Fertig. Das ist die Realität des Fernsehens.
Es ist einfach erschreckend, wie unreflektiert und plakativ Lebensmittel und Kochen im Fernsehen dargestellt werden. Und als wenn das noch nicht reichen würde, allen voran stehen die "Fernsehköche" und preisen ihre zweifelhaften, halbgaren Botschaften. Was mich persönlich so erschüttert, ist dass die meisten unserer geliebten Fernsehköche tatsächlich herausragend gute Köche sind, und teilweise sogar mit Michelin-Sternen und einer Vielzahl von Gault-Millau Kochmützen ausgezeichnet sind, es ihnen aber trotzdem nicht ansatzweise gelingt, eine gesunde Botschaft zu vermitteln. Den aller wenigsten gelingt es ihre erzieherische Aufgabe zu wahrzunehmen und dem Zuschauer bzw. Konsumenten dringend nötiges Wissen über die Qualität von Lebensmitteln und Zusammenhänge des Kochens zu vermitteln. Man beschränkt sich lieber auf flache, kurzweilige Unterhaltung ohne wirklichen Informationsgehalt. Leider geben sich die meisten Zuschauer dieser Sendungen damit auch zufireden. Die Einschaltquoten lügen nicht.
Es ist für mich unverständlich, warum die Köche sich so unter Wert (ich spreche von dem ideelen Wert, denn der Geldwert wird wohl ganz passabel sein) verkaufen und den Menschen ein völlig verzerrtes und unreflektiertes Bild von der Welt des Kochens vermitteln. Über das nötige Wissen und die Kompetenz etwas nachhaltiges und fundiertes über die Welt der Lebensmittel zu vermitteln, besäßen die meisten von ihnen. Aber warum - ja warum vermitteln sie es dann nicht? Wollen die Sender flache unterhaltsame Formate, weil sie erfahrungsgemäß die nötigen Einschaltquoten bringen? Das mag sein. Aber warum prostituieren sich Köche auf eine so billige Art und Weise und liefern den Sender, was sie haben wollen? Für mehr Geld? Für mehr Ruhm? Nach was giert es diesen Menschen? Und wie in Gottes Namen können sie sich noch in ihren Restaurants blicken lassen und ihrer Kochbrigade in die Augen schauen und von ihnen Respekt und den selbigen gegenüber den Lebensmitteln fordern?
Für mich ist all das absolut unverständlich. Denn für mich heißt Koch sein, auch Idealist sein. Man hat Ideale und Ansprüche, an sich selbst, an die Lebensmittel und an die Umwelt. Wer diese für ein paar Minuten vergänglichen Ruhms im Fernsehen verkauft, der sollte seine Kochmütze abgeben und nie wieder aufsetzen.
(Dass Köche die für fadenscheinige Produkte ihr Gesicht geben und dafür schmutziges Geld nehmen, eine noch weitaus perversere Spezies darstellen und ihre plakativen Botschaften von Frische und Geschmack ad absurdum führen, versteht sich von selbst und verdient eigentlich nicht mal böse Worte)
Missstände wie diese lassen mich wirklich aus der Haut fahren und erschüttern mein Glauben an das Gute.

VOM GLÜCK UND SUPERHELDEN

16 Uhr. Ich wache auf. Die gestrige Nacht hat Spuren hinterlassen. Ich habe schlecht geschlafen, wirres Zeug geträumt und bin kein Stück erholt. Es geht mir mies. Nicht körperlich, sondern im Kopf. Chaos. Was nun? Der Tag ist ja bereits gelaufen. Erstmal ins Wohnzimmer. Ein gleißender Strahl der Liebe blendet mich. Auf dem Tisch steht ein Strauß Blumen, eine Tüte voll mit frisch gepflückten Mirabellen und ein Glas Marmelade (Johannisbeer-Mohn-Marzipan).
Ich muss mir die beiliegende Karte gar nicht anschauen, um zu wissen, wer da an mich gedacht hat. Der Hilferuf, den ich gestern Nacht vor dem Schlafen gehen per SMS (mit meinem brandneuen Mobiltelefon) gesendet habe, wurde erhört.
Das ist wahres Glück! Wenn du Freunde hast, die sofort und bedingungslos zur Stelle sind, wenn du sie brauchst. Der Grund spielt keine Rolle. Echte Freunde sind zur Stelle – immer! Sie sind immer auf Rufbereitschaft. Sie sind die maskierten Rächer der Nacht bereit es mit seelischen Unheil aller Art aufzunehmen.
Jetzt ist es an mir, noch was aus dem Resttag zu machen. Die Basis hat man für mich geschaffen. Also kurz vor der Spielekonsole zu sich kommen und erstmal richtig wach werden. Was braucht es jetzt noch zum Glück ? Die Antwort ist offensichtlich. Essen – gutes Essen. Günstiger Umstand: Hunger habe ich ohnehin, da die letzte Mahlzeit (wenn man einen widerlichen Burger bei „Hunger & Durst“, als eine solche bezeichnen kann) bereits 18 Stunden zurückliegt. Kurz nachgedacht: Selber kochen? Nein. Einkaufen gehen? Nein. Essen bestellen? Nein. Drastischere Maßnahmen sind von Nöten! Essen gehen? JA! Als ich vor einigen Tagen bei POI Pizza geholt habe, ist mir das „Lammers. Die kulinarische Kneipe“ aufgefallen. Was mag sich hinter einer „kulinarischen Kneipe“ verbergen? Das gilt es herauszufinden. Wenige Minuten später sitze ich an einem kleinen Tisch im „Lammers“. Das „Lammers“ ist ein kleines muggeliges Restaurant mit einem kleinen Bartresen. Es hat tatsächlich einen Hybrid-Charakter aus Restaurant und Kneipe. Ich bestelle einen kleinen Vorspeisen-Teller. Es ist ein Teller mit verschiedenen schlichten Antipasti. Klassisch. Gut. Dazu zweierlei selbstgebackenes Brot. Als Hauptspeise gönne ich mir ein Rib-Eye Steak vom Holsteiner Jungrind. So gebraten, wie es sich meiner Meinung nach gehört: Medium-rare mit einer Tendenz zu rare. Ein hervorragendes Stück Fleisch. Als Dessert gibt es dann noch Rote-Grütze-Parfait mit Orangen-Mascarpone. Kalt. Süß. Lückenfüllend. Als Abschluss dann noch ein Espresso und gut! Sie sind immer zur Stelle, wenn du in Not bist. Wenn du denkst, du bist verloren, dann kommen sie und helfen dir aus jeder Klemme. Die Superhelden „Freunde & Essen“ retten jeden noch so düsteren Tag vor der Sinnlosigkeit und machen ihn zu etwas unvergesslichem. Was würde ich nur ohne sie tun?

AUF DER SUCHE NACH PIZZA

Arbeit, Strand, Schwimmen – Folge: Hunger. Was nun? Pizza wäre gut. Aber wo bekommt man Pizza in Kiel? Also ich spreche von Pizza; nicht von dem dicken, runden Stück Teig, das hierzulande als Teller für allerhand fragwürdige Lebensmittelkombinationen fungiert. Konkreter, ich habe Lust auf italienische Pizza. Hauchdünner, knuspriger Hefeteigboden, bestrichen mit einer kräftig würzigen Tomatensoße, mit ein wenig Mozarella bestreut, gekrönt von ein paar frischen Basilikumblättern. Das ist für mich (und auch für die meisten anderen Kulinarier, denke ich) der Ausgangspunkt für eine Pizza. Variationen sind selbstverständlich erwünscht! Etwas feiner Schinken, ausgewählte Meeresfrüchte, frisches Gemüse - dem kulinarischen Einfallsreichtum sind quasi „keine“ Grenzen gesetzt. Die Anführungsstriche beziehen sich auf eine weitverbreitete Spezies, der es gelingt, diese scheinbar nicht vorhandenen Grenzen zu sprengen. Da es dieser Art von Esser meist an einem Mindestmaß an kulinarischer Intelligenz mangelt, die allerdings nötig ist, um das Gericht „Pizza“ zu verstehen, kann man es ihm nicht verdenken, dass er Beläge wie Sauce Hollandaise, Ente, Kartoffeln, gekochtes Ei, Gyros uvm. in den wildesten Kombinationen favorisiert.
Zurück zum Thema: Ich habe Hunger auf Pizza. Da ich mich heute jung, dynamisch und spontan fühle, möchte ich ungern einen langwierigen Restaurantbesuch für eine Pizza in Kauf nehmen. Ich bin Teil einer Gesellschaft ,in der es gerne ab und zu mal etwas flotter gehen muss - natürlich auch beim Essen. Also entscheide ich mich für POI (Pizza Originale Italiano) auf der Holtenauer Straße. Bei POI gibt es klassische italienische Pizza (wie der Name impliziert), bei der man sich auf die wesentlichen Elemente beschränkt. Die Auswahl ist beschränkt auf einige schlichte Pizzavariationen, Salate und andere schlichte italienische Speisen. Alles wird „fast“ zubereitet. Man kann auch vor dem POI sitzen. Da es aber direkt an der Holtenauer Straße liegt und bis auf eine Handvoll Plätze drinnen (wo es auch an Gemütlichkeit mangelt) man nur draußen sitzen kann, ist der Außerhausverkauf für mich die einzige Option.
Drei Pizzen (für das Gartenmädchen, einen guten Freund und mich) sind schnell bestellt. Nach ca. 40 min. Wartezeit – was meiner Meinung nach etwas lange ist, für Pizza die in 1-2 Minuten ofenfertig belegt ist und dann nach maximal fünf Minuten im Ofen fertig ist - werden uns die Pizzen in Pappkartons ausgehändigt. Vertilgt haben wir sie im Stadtgarten des Gartenmädchens. Die Pizzen kamen dem sehr nahe, was ich mir erhofft hatte. Im kalten Zustand, der leider nach der Hälfte der Pizza erreicht war (was aber allein meine Schuld war, da mich die gute Gesellschaft dazu veranlasst hat, mich malwieder um Kopf und Kragen zu quassseln und dabei das Essen ein wenig zu vernachlässigen), verlor die Pizza stark an Genießbarkeit.
Alles in allem bin ich mit dem POI zufrieden. Es ist mit Sicherheit die beste „Fastfood-Pizza“, die man in Kiel bekommen kann bzw. auch von zu Hause aus bestellen kann und macht so die unzähligen Pizzaservices überflüssig. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich, wenn ich ein wenig suchen würde (was ich in nächster Zeit hoffentlich schaffe), eine noch weitaus bessere Pizza in einem italienischen Restaurant finden könnte.
Bis dahin bleibt POI die Nummer eins. Bis dahin…

Mittwoch, 28. Juli 2010

GEDANKENGUT XX

"Warum nur gut aussehen, wenn man phantastisch aussehen kann?" Wolfgang Schneider, Schnurrbartweltmeister Schneider mit 25 Jahren

Montag, 26. Juli 2010

SELBSTVERSUCH ZUM PATHOS

Wer den direkt vorigen Post (Pathos ...) gelesen hat, den möchte ich dazu auffordern, folgenden Selbstversuch durchzuführen:
Schafft euch eine ruhige entspannte Atmospähre. Seid entspannt und macht euch bewusst, dass die nächsten Minuten komplett dem folgenden Versuch gelten.
Nehmt euch ein beliebiges Lebensmittel, dass sich gerade in eurer Küche oder in eurer Wohnung befindet, z.B. einen Apfel, eine Zitrone, eine Möhre oder für die mutigeren ein Stück rohes Fleisch oder Fisch.
Schaltet den Kopf ab und lasst euch von euren Sinnen leiten.
Nehmt das gewählte Lebensmittel in die Hände. Erfühlt ganz genau die Strukturen, die es euch bietet. Ertastet jeden Winkel. Schaut es von ganz Nahem, ganz genau an. Entdeckt alle Einzelheiten, jede Pore. Haltet eure Nase direkt ans Lebensmittel und riecht es ab. Wenn es sich um eine Frucht oder ein Gemüse handelt dann "öffnet" es mit der Hand oder einem Messer. Nicht mit dem Mund. Dann macht das Gleiche, was ihr von außen gemacht habt nochmals, nur dass ihr euch diesmal das Innere vornehmt. Erst ganz am Ende und ganz langsam verzehrt ihr das Lebensmittel. Aber langsam und behutsam. Versucht den Geschmack vollkommen bewusst wahrzunehmen, als würdet ihr das Lebensmittel zum aller ersten Mal verzehren, als wäre alles, was ihr in dem Moment schmeckt und fühlt, neu. Und unterbrecht das Essen immer wieder durch intensives Tasten, Schauen und Riechen.
Ziel dieses so simplen Versuchs soll sein, das gewählte Lebensmittel zu fühlen, zu verstehen und seine Vollkommenheit (wobei es keine Rolle spielen soll, ob das Lebensmittel in einem absolut makellosen Zustand ist) zu schätzen lernen.
Wenn der Versuch für euch eine positive Erfahrung war, dann setzt euch hin wieder einfach auf diese oder eine ähnliche Art und Weise mit euren Lebensmitteln auseinander.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein Feedback gebt, wie ich den Versuch erfahren habt.

PATHOS ÜBER LEBENSMITTEL, NATUR UND IDENTITÄT

Schon oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich eine Frucht, ein Gemüse, ein gutes Stück Fleisch oder ein anderes Lebensmittel in seinem Urzustand in den Händen hielt und vor dem Verzehr bzw. der Verarbeitung mir genauer angeschaut habe und mich dabei völlig in seiner vollkommenen Schönheit verloren habe. Ich habe es angefasst, mit den Händen ertastet; es ganz genau mit meinen Blicken gemustert, es dabei ,so nah wie meine Augen es erlaubten, betrachtet; mit der Nase fast in das Lebensmittel eingetaucht, jede Duftnuance in mich aufgesaugt und mich daran ergötzt. All diese enormen sinnlichen Erfahrungen konnte ich machen, ohne es auch nur zu schmecken oder zu verarbeiten. Um Geschmack oder Küche soll es hier auch gar nicht gehen.

Ich erinner mich zum Beispiel, dass ich letztes Jahr, als die Mandarinenzeit begonnen hat und ich meine erste winzig kleine hell-orange, grünstichige Mandarine in den Händen hielt, ich mehrere Minuten damit verbracht habe, mich an dieser scheinbar so schlichten Mandarine zu erfreuen.

In Lebensmitteln (wenn sie denn auf eine angemessene Weise produziert wurden) ruht eine so enorme Energie, die weit über den eigentlichen Brennwert hinaus geht. Warum nutzen wir diese Energie nicht? Jeden Tag liegt sie vor uns und ist für uns frei zugänglich in einer unendlichen Vielfalt. Warum nehmen wir uns nicht die Zeit, diese Energie in uns aufzusaugen, von ihr zu zehren und sie wieder an unsere Umwelt weiterzugeben? Stattdessen mampfen wir ungesunde und unechte Lebensmittel in uns rein und versuchen mit plumpen Konsumgüter uns eine vergleichbare Energie und Befriedigung zu verschaffen? Dabei handelt es sich meist nur um einen grotesken Versuch Befriedigung zu erlangen; auf den meist sehr schnell ein Zustand der Ernüchterung und somit die erneute Suche nach Befriedigung folgt. Warum besinnen wir uns nicht zurück auf das Echte, das so offensichtlich ist? Geben der Natur und ihren Früchten wieder die Aufmerksamkeit zurück, die Ihnen zusteht? Warum stopfen wir uns mit "unechten" Lebensmittel und Konsummüll voll, anstatt dass wir endlich unserem täglich Brot wieder einen angemessenen Stellenwert zusprechen. Wir könnten einen Gewinn an Lebensqualität und Zufriedenheit erlangen, ohne dass wir zusätzliche Ressourcen verbrauchen müssten. Die Nahrung ist doch da (zumindest hier bei uns im Westen). Wir müssen sie nur bewusster wahrnehmen und uns mit ihr auseinander setzen. Wir müssen unser Bewusstsein für unsere Umwelt zurückgewinnen. Der erste Schritt dazu ist, dass wir unsere Nahrung wieder als "LEBENS"mittel begreifen und sie nicht zum Brennstoff mit banalem Geschmack degradieren.

Egal was wir zu uns nehmen, ob Pflanze, Fleisch, Fisch, all das sind Organismen, die gestorben sind, damit wir leben können. Diese Organismen verdienen unseren Respekt und ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Was sie uns dafür zurückgeben, ist soviel mehr als nur Sättigung.

Wenn wir es so schaffen könnten, unserer Nahrung wieder ihre Identität zurückzugeben, dann könnte das ein wichtiger Schritt sein, um unsere eigene Identität zu definieren und um etwas besser zu verstehen, wer wir eigentlich sind!

(Zum Identitätsbegriff gibt es zeitnah weitere Reflexionen und Denkanstöße)

GEDANKENGUT XIX

"Tempora mutantor. Die mühsame Rückverteilung eines Komposthaufens auf "Mutter Erde", das Umgraben eines Erdreichs mit einem Spaten im Herbst, ist für viele kein Thema mehr: Der Tiefkühlschrank lässt Lebensmittel endlos halten, und die "unwissenden Stadtmenschen" nehmen an einem Projekt teil, das für viele wie eine Verheißung klingt: "Aus Städtern werden Bauern" (ja wenn das so einfach wäre!). Regionalität und Saisonalität sind die neuen Schlagworte unserer Tage." Dr. Andreas Eichler, Vorsitzender von Slow Food Deutschland

Samstag, 24. Juli 2010

GEDANKENGUT XVIII

"Essen ist eine landwirtschaftliche Tätigkeit." Wendell Berry - Bauer, Dichter, Essayist

KURZFILM: SCHWARZ WIE MILCH

Anschauen!

Donnerstag, 22. Juli 2010

UPDATE: SAUBERE KLEIDUNG

Es ist erschreckend, dass (so zumindest mein persönlicher Eindruck) wir uns kaum mt "sauberer" Kleidung auseinandersetzen und wir auch kaum in Kontakt mit ihr kommen beim alltäglichen Konsumieren. In dem Einheitsbrei der Innenstädte ist "saubere" Kleidung gar kein Thema. Es scheint fast so, als wolle die Textilindustrie uns vor ihr "schützen". Nachdem ich vor kurzem begonnen habe, mich mit dem Thema auseinander zu setzen, wurde mir sehr schnell etwas klar. Es gibt eine so riesig große Auswahl an "sauberer" Kleidung und die dazugehörigen Initiativen und Vereine. Wenn man die Augen nur ein ganz klitze kleines bisschen öffnet, entdeckt man sie. Und all diese Organisationen sind so gut miteinander vernetzt, dass es kein Problem ist, die für sich passende Kleidung zu finden. Die Auswahl ist wirklich viel größer als (zumindest von mir) erwartet. Also - es gibt sie, die "saubere" Kleidung. Leisten kann sie sich auch jeder, der sich die herkömmlichen Markenartikel leisten kann. Also warum kaufen wir sie dann nicht und setzen mit unserem zukünftigen Konsum ein Zeichen? Hier noch ein paar weitere Links zum Thema und einige Shops: http://artgerechtes.de http://armedangels.de http://bgreen.de http://fairliebt.com http://fairticken-shop.de http://faireni.com http://fellherz.de http://goettindesglueks.de http://greenality.de http://peopletree.co.uk http://organicc.de http://risom.de http://treches.com Das ist nur eine kleine Auswahl an Seiten auf denen man "saubere" Kleidung kaufen kann. Eine umgfangreichere Liste findet ihr auf http://fair-zieht-an.de.

Mittwoch, 21. Juli 2010

THE STORY OF COSMETICS


Heute wurde das neueste Werk von Annie Leonard und ihren Kollegen von dem "The Story of Stuff Project" veröffentlicht - The Story of Cosmetics. Der 8-minütige Clip handelt, wie der Name schon sagt, von Kosmetikprodukten. Damit beleuchtet er einen Bereich, in dem wir leider äußerst unkritisch und unreflektiert handeln. Der Clip zeigt auf was eigentlich in den Kosmetika enthalten ist und was für Folgen der blinde Konsum von allerlei "Beauty-Produkten" haben kann. Hier für euch der Clip und weiterführende Adressen:

Montag, 19. Juli 2010

GEDANKENGUT XVII

"Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen." Wilhelm Ernst Barkhoff, Begründer des anthroposophisch orientierten Bankwesens.

THE STORY OF STUFF

Heute gibt es ein wenig "Convenience"-Informationen von mir. In dem verlinkten Film geht es malwieder um den besten Freund des Homo oeconomicus: den Konsum.
Mehr möchte ich gar nicht zu dem Clip sagen. Alle weiteren Informationen und weitere, mehr als sehenswerte Clips findet ihr auf der Website selbst. Die Filme sind auch auf Deutsch verfügbar. http://storyofstuff.com/

GEDANKENGUT XVI

Die Industriestaaten zahlen 349 Milliarden Dollar jährlich, fast eine Milliarde pro Tag, als Produktions- und Exportsubventionen an ihre Bauern. Sie können heute auf jedem afrikanischen Markt italienisches, französisches, deutsches Gemüse zur Hälfte oder zu einem Drittel des Preises entsprechender Inlandsprodukte kaufen. Und ein paar Meter weiter steht der afrikanische Bauer. Er rackert sich ab, 15 Stunden am Tag, und hat nicht die geringste Chance, auf ein Existenzminimum zu kommen.
Jean Ziegler
erschienen in Publik-Forum Ausgabe 13/2007

Sonntag, 18. Juli 2010

ABENDESSEN

Vorspeise - Ahle Leberwurst und italienische Barolo-Salami Hauptspeise - Spagetti mit Guacamole Nachspeise - Ein halber Pfirsich

EIN TAG AM MEER


Antipasti von Casalinga - Artischockenherzen, Champignons, Zuchini-Röllchen gefüllt mit Frischkäse, Schweinefilet mit Frischkäse und zwei kleine Parmesan-Mürbeteig-Brötchen gefüllt mit einer schwarzen Olive, Bio-Sauerkirschen, ein Stück Pflaumenkuchen vom Holzofenbäcker und ein Liter Kieler Leitungswasser (die Flasche war ein Notkauf als ich im Stau stand auf dem Weg zum Hurricane und fast verdurstet wäre - Warum Flaschenwasser "böse" ist, erfahrt ihr ein andern Mal)
Alles habe ich mir heute morgen auf dem Wochenmarkt gekauft. Und da so schönes Wetter war (nicht zu heiß und nicht zu kalt), habe ich ein kleines Picknick unten am Hafen gemacht. Essen, Trinken, Lesen, Baden, Denken, Schlafen - so sieht ein vollkommener Nachmittag aus!
Es folgen einige Nahaufnahmen:

Samstag, 17. Juli 2010

SAUBERE KLEIDUNG

Wir tragen alle Klamotten, jeden Tag. Unsere Kleiderschränke sind bis oben hin voll. Hosen, Hemden, Socken, Jacken und, und, und... Ständig kaufen wir uns neue Klamotten und die alten, die nicht mehr gefallen, oder dem eigenen Stil entsprechen, müssen weichen. Auch in diesem Bereich unseres Lebens handeln wir größtenteils unreflektiert und setzen uns nicht mit den Zusammenhängen des Ganzen auseinander.
Woher kommt unsere Kleidung? Aus welchem Land? Aus welcher Stadt?
Wer hat unsere Kleidung produziert? Maschinen? Frauen? Kinder?
Aus welchen Rohstoffen besteht unsere Kleidung? Baumwolle (Bio oder Konventionell)? Kunststoffe? Aus was bestehen die Kunststoffe?
Unter welchen Bedingungen wurde die Kleidung bzw. die Rohstoffe hergestellt bzw. gewonnen?
Wurden die Arbeitskräfte gerecht entlohnt? Wie sind die Arbeitsbedingungen? Arbeitszeiten? Pausen? Gewerkschaften?
Welche Transportewege hat die Kleidung durchlaufen?
Inwieweit wurde während der Produktion und der Distribution die Umwelt belastet?

Auf keine dieser Fragen haben wir eine wirkliche Antwort. Die meisten dieser Fragen stellen wir uns nicht einmal beim Kauf eines Kleidungsstückes - stattdessen fragen wir uns, ob das Teil uns steht, was es kostet oder ähnliche scheinbar wichtige Fragen.
Warum ist das so? Ich weiß es nicht? Was ich aber weiß, ist, dass im Bereich der Textilien, die Entfremdung und die Missstände noch dramatischer sind, als im Lebensmittelbereich (mit dem ich mich größtenteils auseinander setze).
Ist es nicht grotesk, dass wir unserer Kleidug so viel Bedeutung zumessen, wir aber nichts über ihre Herkunft wissen und wir uns die oben aufgeführten Fragen gar nicht erst stellen. Aber genau das sollten wir - nachfragen, nachforschen und uns nicht blenden lassen.
Wir müssen unsere Umwelt bewusster wahrnehmen und wieder mit ihr in Wechselwirkung treten. Wir müssen wieder einen Bezug zu unserer Kleidung (und allen anderen Dingen mit denen wir interagieren) herstellen. Nur so können wir die Zusammenhänge verstehen und etwas verändern. Wir müssen uns selbst wieder ein Bewusstsein schaffen. Die Augen auf machen. Auch wenn es im ersten Moment unmöglich und äußerst lähmend erscheint, sich im globalen Wirrwarr zurecht zufinden, war es nie leichter als heute. Durch die heutige mediale Konnektivität stehen uns alle Wege offen; quasi alle nötigen Informationen für ein reflektierten Konsum sind für uns frei zugänglich. Wir müssen nur auf sie zugreifen. In jedem Bereich gibt es Experten und Organisationen, die das Wissen und die Informationen aufbereiten und für uns "Laien" komprimiert darstellen. Es ist einfacher, als wir uns einreden. Und meiner Meinung nach gibt es keine Ausrede, auf all die gestellten Fragen keine Antwort zu suchen. Wenn wir uns erst einmal bewusst (und damit meine ich wirklich bewusst) gemacht haben, was wir eigentlich anrichten mit dem Kauf konventioneller Kleidung, dann werden wir sie gar nicht mehr kaufen können.
Um zu zeigen, wie einfach der Anfang sein kann, sich mit dem Thema zu beschäftigen, weise ich hier auf einen kurzen Film und auf einige hilfreiche Links hin.
Einerseits wäre da glore.de. Die "glore.de Philospohie":

glore steht für globally responsible fashion: Wir bieten hochwertige Mode, die im Einklang mit Mensch und Natur hergestellt wird.
glore führt internationale Labels, die sich durch schöne Styles ebenso auszeichnen wie durch Respekt vor den Menschen, die sie produzieren und Rücksicht gegenüber der Natur, die die Rohstoffe liefert.
glore nimmt nur Labels auf, für die "fair" mehr ist als ein Verkaufsargument - nämlich ein handfester Bestandteil der täglichen Produktion. So unterstützen wir engagierte und leidenschaftliche Menschen auf der ganzen Welt und bieten ihnen eine Plattform für außergewöhnliche Ideen, Styles und Visionen.
Fashion ist eine Frage der Philosophie.
Euer glore Team
Glore hat auch einen kleinen Film zur Textilindustrie veröffentlicht.
Außerdem für jeden interessant ist die Clean Clothes Campaign (CCC oder im deutschen Kampagne für saubere Kleidung), die sich mit genau den Fragen auseinandersetzt, die wir uns leider viel zu selten stellen. Die CCC setzt sich z.B. für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Entwicklungländern ein und versucht die Arbeitsbedingungen u.Ä. zu verbessern. Die CCC ist ein Netzwerk aus NGO's, Gewerkschaften, Produzenten und Konsumnten und stellt ein ideales Portal zum Austausch von Informationen und zum optimieren des Ist-Zustandes dar.

Weiterführende Links:
http://glore.de/
http://cleanclothes.org/
http://saubere-kleidung.de/
http://cut-magazine.com/ (Modezeitschrift mit dem Schwerpunkt auf DIY (Do-it-yourself) und jungen Designern)

GEDANKENGUT XV

Wir sind an den absurden Punkt gelangt, an dem die Kinder Geflügel essen, aber noch nie ein lebendes Huhn gesehen haben, und gar nicht wissen, wie es überhaupt aussieht. Carlo Petrini - Gut, Sauber & Fair: Grundlagen einer neuen Gastronomie

Dienstag, 13. Juli 2010

DIE OYA


Heute möchte ich euch noch eine Zeitschrift vorstellen! Die Oya - anders denken. anders leben. Vor ein paar tagen habe ich mein Probeheft erhalten und bin begeistert von der Zeitschrift. Es ist erst die dritte Ausgabe überhaupt. Die Oya gibt es nämlich erst seit Februar 2010 (entstanden aus der Vorgängerzeitschrift "KursKontakte").
Anhand einiger Auszüge aus der aktuellen Ausgabe sowie dem Geschäftsplan der Oya Medien AG möchte ich die Zeitschirft kurz charakterisieren. "Die Welt befindet sich in einem dramatischen Wandel. Breite Kreise der bevölkerung suchen neue Werte und erproben neue Denkhaltungen, die mehr und mehr von den erkennbaren Zielen von Wirtschaft und Politik abweichen. Der Implus für diese neue Wertentwicklung kommt aus der Zivilgesellschaft selbst. Die Triebkräfte sind Fragen nach dem richtigen Handeln, nach Sinn und Nachhaltigkeit, nach Selbstverwirklichung, Selbstentwicklung und Verbundenheit, nach eigenständiger Meinung jenseits des Mainstreams, nach einer ökologischen Lebensweise und mehr Gerechtigkeit sowie die Bemühung um eine aufgeklärte Spiritualität. Die Zeitschrift Oya will diesen wandel engagiert unterstützen: mit Berichten über positive Initiativen, Projekte, Netzwerke, Bürgerbewegungen und die vielen individuellen Lebenswege, deren Ziel eine neue Gesellschaft ist, die sich im Kontext der globalen Veränderungen der Förderung des Lebens verpflichtet." "Oya richtet sich an engagierte Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Altergruppen. Die Zielgruppe lässt sich am ehesten mit dem Begriff der Kulturkreativen beschreiben." "Die Kulturkreativen: - sind an Selbstverwirklichung, Selbstentwicklung und persönlicher Entfaltung interessiert, - wertschätzen und pflegen vielfältige Beziehungen, - vertreten in ihrem Wirkungsbereich holistische und kreative Werte, - engagieren sich für übergeordnete (gemeinsinnorientierte) Ziele, - streben eine ökologische, gesunde und nachhaltige Lebensweise ohne hedonismus an, - nehmen engagiert Anteil an der Welt, am Ganzen, - sind offen gegenüber fremden Kulturen, - bemühen sich um eine reflektierte Spiritualität, - erfahren sich als zu verantwortungsbewusster Partizipation aufgerufene Mitgestalter an der Zukunft des ganzen Planeten." "Geschenkt?! - Geschenkt! - Von der Fülle des Lebens aus betrachtet, ist alles, wirklich alles unbezahlbar. So auch die physische und geistige Arbeit , die in dieses Heft geflossen ist. Deshalb schenken wir sie Ihnen. Dabei ist Oya weder gratis noch umsonst. Am Anfang der Redaktionsarbeit stand unsere eigene Verzweiflung - über die Krisen und die Winzigkeit dessen, was heute grünes oder soziales Wirtschaften bewirken. Die Besinnung auf die Unbezahlbarkeit der Welt und Lebensfülle war der Schlüssel, neu über lebensförderndes Wirtschaften nachzudenken." "Freiheit - dieser Spur folgt Andreas Weber als Philosoph und Biologe: " Zunächst ist der Mensch ein Lebewesen; aus dem Netz der anderen Lebewesen (der Natur) hervorgegangen, ein biologisches Subjekt wie sie. Ein solches sucht eine balance zwischen zwei Extremen: dem der Freiheit, sich zu verwirklichen, und dem der Notwendigkeit, von Bindungen, die es eingehen muss, um in Ganzheit existieren zu können. Ein Organismus (schon der einfachste) hat die Freiheit, zu handeln, aber ist auf die Materie angewiesen, aus der er besteht (Bindung), von der er sích ernähren muss. Das "gute Leben" wird möglich, wenn die Notwendigkeit des Angewiesenseins zur Freiheit wird. Wenn also die Bindungen dazu dienen, die eigene Freiheit nicht einzuschränken, sondern zu fördern. In diesem Augenblick wird aus der Notwendigkeit ein Spiel. Man könnte also sagen: Das gute Leben ist ein Spiel. Ein Spiel aber ist niemals die Gier nach Effizienz, sondern lustvolle Verschwendung. Man könnte sagen: Das >gute Leben< ist Verschwendung. Beim Begriff "Verschwendung" zuckt das politisch korrekte ökologische Bewusstsein zusammen. Die Menschheit ist derart verschwenderisch mit den Ressourcen diese Planeten umgegangen - das gilt es doch einzugrenzen! Noch einmal Andreas Weber: Knappheit ist ein Mythos: Der Mythos einer Zivilisation, die nicht begreifen will, dass in der Natur Substanz sich durch Teilen vermehrt. Nichts Wesentliches ist von Natur aus knapp. Luft ist nicht knapp. wasser ist nicht knapp. Noch immer ist auch Nahrung, baute man sie richtig (ökologisch) an und verteilte die gerecht, nicht knapp. Gemeinschaft ist nicht knapp. Ein Ökosystem steigert von selbst seine Tiefe, Vielfalt, Bedeutung, Stabilität zum Wohle aller. Dabei werden die Ressourcen nicht gehortet sondern verprasst: Natürliche Wirtschaft ist eine Ökonomie der maßlosen Verschwendung.(...) Nicht Verschwendungssucht im Sinn von unbegrenztem Nehmen ist hier gemeint, sondern die Lust am verschwenderischen Geben!" "Was soll das heißen, " Wirtschaft ohne Tausch"? Veronika Bennholdt-Thomsen schreibt: "Kern unser aller Mittäterschaft ist das Gelddenken. das Geld selbst ist nur der geronnene, vergegenständlichte Ausdruck eines Denk- und Handlungsmusters: dem des Tauschs. Das Tauschmuster lautet (lateinisch): do ut des, ich gebe dir, damit du mir gibst - und nicht etwa: Ich gebe dir, weil du Hunger hast, weil du frierst, weil du unglücklich bist. Der Tausch verbindet die Menschen nicht, sondern trennt sie voneinander." "Das beste Kriterium für ökonomische Entscheidungen ist die Frage, ob sie die Fülle des Lebens vergrößern." "Die Abonnements bilden die wirtschaftliche Grundlage der Zeitschrift. Das Einzelheft von Oya kostet 6,-€. Das Abonnement für 6 Ausgaben liegt bei 36,-€. Für Interessierte mit nur geringem Verdienst gibt es ein um 10,-€ verbilligtes Abo, das jeder nach Selbsteinschätzung buchen kann. Finanzstärkere Leserinnen und Leser sind eingeladen, mit einem Förderabo von 60,-€ oder einem Schenkabo von 100,-€ zu unterstützen. Damit ermöglichen sie das vergünstigte Abonnement und sichern die Unabhängigkeit der Zeitschrift vom unsicher gewordenen Anzeigenmarkt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten." So das soll als kleiner erster Eindruck der Zeitschirft reichen. Ich habe selbst erst 20 Seiten gelesen. Ich hoffe, der ein oder andere wird ein Probeheft bestellen und sich seinen eigenen Eindruck verschaffen.

CHICZA / EIN ÖKOKAUGUMMI ?

"NEIN!", ist die Antwort. Denn das Chicza Kaugummi ist einfach nur ein Kaugummi, das, so wie es sein soll, "natürlich" ist und keine Synthetik enthält. Alle anderen Kaugummis hingegen sind fast komplett synthetisch. Also sollte man nicht sagen, Chicza sei ein "Bio" -oder "Öko"- Kaugummi, sondern man sollte sagen, dass all die anderen Kaugummis "Synthetik"-, "Retorten"- oder "Erdöl"- Kaugummis sind. Um das ganze besser zu verstehen und zu erfahren, was das besondere an Chicza und das abnormale an konventionellen Kaugummis ist, lest einfach den ganzen Post! Vor einigen Wochen als ich meinen wöchentlichen Einkauf im Erdkorn-Markt getätigt habe, habe ich an der Kasse etwas getan, was ich sonst nie tue. Ich habe mich an der Kasse zu einem klassischen Spontankauf hinreisen lassen. Denn auch im Erdkorn-Markt gibt es an der Kasse die für diesen Standort typischen Produkte. So kam ich also dazu, die Chicza Kaugummis auszuprobieren. Die Chicza Kaugummis sind die ersten ihrer Art, die erstens bio-zertifiziert sind und zweitens 100% natürlich sind und drittens biologisch abbaubar sind. Seit über einem Jahrhundert extrahiert die Gemeinschaft, die sich als eine große effektive Kooperative organisiert, den Latex aus den großen Chicozapote Bäumen (Manilkara zapota), aus denen Chicle gewonnen wird. Einhundert Jahre lang haben sie Rohstoffe verkauft. Steigende Kundennachfrage in den grünen Märkten hat die Chicleros angetrieben die Kontrolle über die eigene Produktion zu übernehmen. Vor 5 Jahren starteten sie ein neues Projekt, das ihnen das Wissen und die Mittel zur Kaugummi Herstellung geben sollte. Das war die Geburtsstunde von Chicza. Chicozapote-Latex wird aus 30 Meter hohen Bäumen extrahiert. Hierzu wird ein z-förmiger, oberflächlicher Schnitt in die Rinde gemacht, der im Zickzack herunter führt bis zu einem Behälter am Boden. Der tropfende Saft füllt so langsam den Behälter. Jeder Baum gibt pro Ernte 3 bis 5 Kilo, danach muss er für 6-7 Jahre ruhen, bevor er erneut geerntet werden kann. Die Bäume werden durch diese Methode nicht geschädigt. Chicle erhält man durch kochen des Baumsaftes zu einer dicken Paste. Diese wird von Hand gezogen und texturiert um dann abzukühlen und zu harten Würfeln geformt zu werden. Einmal kühl und hart werden diese Chicle Ziegel „marquetas“ genannt. Hunderte von Tonnen dieser Gummimasse werden Jahr für Jahr in die ganze Welt exportiert. In geringen Mengen ist dieses Gummi immer noch Zutat einiger seltener, guter Kaugummimarken. Jedoch benutzen die allgemein verfügbaren Kaugummimarken kein natürliches Chicle sondern bevorzugen günstigere chemische Polymere. Chicza ist nicht nur ein qualitativ hochwertiges Kaugummi, sondern auch ein herausragendes Beispiel für Nachhaltigkeit, aktiven Regenwaldschutz und fairen Austausch zwischen Mensch und Natur. Dieser Prozess geht weit über die normale Kaugummi Produktion hinaus und zieht sich über die gesamte Distributionskette bis hin zum Endverbraucher. Dem Konzept der Wertschöpfung folgend, machen die Chicleros nun beides, sie erstellen und verkaufen das Kaugummi, wodurch sie jedem Farmer ein 6-mal höheres Einkommen ermöglichen, als er verdienen würde, wäre er ausschließlich Anbieter von Rohmaterial. Jeder der Chicza kaut leistet einen persönlichen Beitrag für ein besseres Leben der Chicleros und ihrer Familien. In Erwiderung können die Farmer weiterhin den Regenwald behüten, in dem sie und ihre Familien leben. Unternehmungen wie diese führen zu einem grüneren Planeten. Um Chicza herzustellen, wird Chicle mit natürlichen Waxen verschmolzen, bevor es zur Kaumasse wird. Noch immer heiß, wird diese Kaumasse mit biologischen Süßmitteln (unter denen sich der gesunde Agavensirup, mit seinem geringen Blutzucker Index befindet) und natürlichen Geschmacksstoffen vermischt, dann wird die Masse gepresst und in Kaugummistreifen geformt. So einfach wie es klingt, nur natürlich Zutaten und Prozesse zur Kaugummiherstellung zu benutzen, so ist das Endprodukt doch eine seltene Ausnahme in der meist künstlichen Welt der Kaugummis. Üblicherweise erhältliches Kaugummi hat nicht mehr als 5-7% Gummimasse, wenn überhaupt welche. Der Rest des Produkts ist künstlich und wird aus erdölbasierenden Polymeren gemacht, was Plastik bedeutet. 5-7% natürliche Gummimasse ist nur ein geringer Anteil im Vergleich zu Chicza, dessen Gummimasseanteil zu 100% biologisch ist und insgesamt 40% aller Inhaltsstoffe ausmacht. Einer der großen Vorteile an der Rezeptur von Chicza ist seine biologische Abbaubarkeit. Einmal weggeworfen, verwandeln sich alle seine natürlichen Inhaltsstoffe binnen weniger Wochen zu Staub. (Es verbessert sogar den Kompost). Drei Geschmacksrichtungen sind seit Anfang 2009 verfügbar: wilde Minze, Limone and Spearmint. Für eine herkömmliche 30g Packung Chicz-Kaugummi bezahlt man im Bio-Markt rund 1,89€. Freilich etwas mehr als für eine Packung herkömmlicher Kaugummis. Aber wer bezahlt bei dem Kauf bzw. der Herstellung der konventionellen Kaugummi die externen Kosten (Umweltbelastung durch die Produktion der auf Erdöl basierenden Polymere, Verschmutzung der Städte durch festgetretene Kaugummis etc.)die entstehen? Eben - keiner, weder Hersteller noch Konsument. Also öffnet eure Augen wenn ihr konsumiert, auch bei solch banalen Dingen wie Kaugummis besteht die Dringlichkeit. Lasst euch nicht blenden von schicken Verpackungen, allzu exotischen Geschmacksrichtungen oder witziger TV-Werbung. Denn ich bin mir sicher, dass keiner stundenlang auf Erdöl herumkauen möchte.

Montag, 12. Juli 2010

GEDANKENGUT XIV

"Das Essen muss genauso schön sein wie ich." Das Gartenmädchen

EIN ABEND MIT DEM GARTENMÄDCHEN

Original-Post stammt von dem Blog mauerblumen@blogspot.com von meinem geliebten Gartenmädchen. Ich war so frei, den Post hier ebenfalls zu veröffentlichen, weil er mir SO gut gefallen hat: Von Zuckerschoten und Köchen Montag, 12. Juli 2010 Wenn ein Gartenmädchen in der Stadt eine reicher Zuckerschotenernte hat, so braucht es dringend jemand, der würdig ist sie zuzubereiten und sie außerdem zu schätzen weiß. Für mich gab es da nur einen: den Moustachio. Er ist Blogger und Kritiker von allen Dingen, die dringend einer Kritik bedürfen. Darüberhinaus fantastischer Koch, ganz großer Esser und noch größerer Freund. Von mir, meinem Garten und natürlich leckeren Zuckerschoten. So kam es, dass ich mich eines Abends in der Küche seiner Dachwohnung wiederfand, wo er mein Stadtgemüse mit Straußensteak und meinem Salat untermalte. Und - das war mir schon klar - wenn es einer kann, dann er. Einfach gut und schlicht. Danach gab es noch sein selbstgemachtes Pistazieneis und die Feststellung, dass es für richtig gutes Essen nicht viel braucht. Nur eine leidenschaftliche Gärtnerin, einen leidenschaftlichen Koch und eine Stadt, in der sie sich treffen. Eingestellt von Gartenmädchen um 14:22 Labels: Kulinarisches, Stadtgemüse, Zuckerschoten

Samstag, 10. Juli 2010

GEDANKENGUT XIII

Die Industriestaaten zahlen 349 Milliarden Dollar jährlich, fast eine Milliarde pro Tag, als Produktions- und Exportsubventionen an ihre Bauern. Sie können heute auf jedem afrikanischen Markt italienisches, französisches, deutsches Gemüse zur Hälfte oder zu einem Drittel des Preises entsprechender Inlandsprodukte kaufen. Und ein paar Meter weiter steht der afrikanische Bauer. Er rackert sich ab, 15 Stunden am Tag, und hat nicht die geringste Chance, auf ein Existenzminimum zu kommen. Jean Ziegler, erschienen in Publik-Forum Ausgabe 13/2007

Donnerstag, 8. Juli 2010

GEDANKENGUT XII

"Ökologischer Landbau ist kein Luxus für die Reichen - vielmehr, und das ist die großartige Botschaft des Weltragrarberichtes, die Voraussetzung und Grundlage dafür, Nahrung für alle Menschen nachhaltig zu sichern, den Menschen ihre Ernährungssouveränität zurückzugeben.
Gudrun Kammasch über den Weltagrarbericht im Slow Food Magazin Nr.2/2010
Weitere Informationen zum Weltagrarbericht auf http://www.weltagrarbericht.de/
 

UPDATE: KLEINE FOTOREISE INS RESONANZ

Heute war ich mal wieder im Resonanz und habe es mir gut gehen lassen. Diesmal habe ich dann auch an meine Kamera gedacht und ein paar Fotos geknipst. Das ist der Thekenbereich. Zum Zeitpunkt der Fotografie ein wenig überfüllt mit Geschirr. Die Theke, wie auch alles dahinter, ist selbstgestaltet und zusammengeschustert. Hinter der Theke werden sämtliche Tees und Speisen frisch zubereitet. Das ist der in der Kritik erwähnte "Schrank", hinter dem sich die Sanitäranlagen verbergen. Die muss sich aber jeder mal selber anschauen und sich verzaubern lassen. Ja, man kann sich tatsächlich von Sanitäranlagen verzaubern lassen. Hatte ich bis vor Kurzem auch nicht für möglich gehalten. Das ist eine der Lampen. Eine zweckentfremdete alte Teekanne. Witzig! Das war mein Frühstück, das ich im Garten verköstigt habe. Ein "thailändischer" Eistee (Zutaten stehen auf dem einen Foto etwas weiter unten) und dazu ein kleines arabisches Frühstück, bestehend aus einem kleinen fladenartigen Brot, Kichererbsen-Joghurt, Quark (Joghurt und Quark sind selbstgemacht aus Demeter Frischmilch vom Hof Sophienlust), Olivenöl, Oliven, Gewürzsalz und frischem und eingelegtem Gemüse. Alles fantastisch. Außerdem auf dem Bild zu sehen: Meine käsigen Beine. Mein Laptop. Meine Kopfhörer sowie eine Ausgabe des Slow Food Magazins. Nachdem es mir im Garten zu heiß wurde und meine Augen und meine Nase sich gegen Sonne und Pollen zur Wehr setzten, bin ich ins Ladeninnere umgezogen. Da habe ich mir dann noch ein Karkadé-Frappé (Karkadé-Eistee mit Eis und Sahne) und ein Stück Kokos-Kakao-Kuchen gegönnt. Noch ein paar Impressionen vom Laden. So und als Letztes dann noch die Eistee-Karte/der Kühlschrank.

Montag, 5. Juli 2010

WAS IST GELD? WO KOMMT ES HER? UND WARUM GLAUBEN WIR DASS ES SO WICHTIG IST?

Ein kurzer Auszug aus dem Dokumentarfilm "Der Geist des Geldes". Ein aufrüttelnder Film der sich mit dem allgegenwärtigen "irdischen Gott", dem Geld beschäftigt und es auf vielerlei Weise hinterfragt. Ein Film der wohl jeden zum Nachdenken anregt und sicherlich neue Blickwinkel aufzeigen kann. "Es gibt doch Hoffnung. Und zwar ganz begründete Hoffnung. Es gibt Porto Allegre. Es gibt die neue planetarische Zivilgesellschaft. Es gibt Widerstandsfronten die aufbrechen - überall. Überall! Die zwar noch keine kohärente Gegenwelt darstellen, das ist ja auch gar nicht möglich, weil die Zeit dazu gefehlt hat. Sondern die eine Bruderschaft der Nacht sind. Menschen die sagen: "So will ich nicht mehr leben. Auf einem Planeten wo mein mittlerer Wohlstand bezahlt wird mit dem Tod mit dem Hunger mit der Zerstörung von hunderttausenden von Menschen jeden Tag. Das will ich nicht." Die sich mobilisieren. Und in einer Demokratie gibt es keine Ausrede sich nicht zu mobilisieren! Die Ungleichheit auf der Welt können wir nur dann lösen, wenn wir den Geist des Geldes verstehen. Solange Geld für uns Menschen wertvoller ist als Freiheit und Menswchenwürde, werden wir statt Nächstenliebe, Konkurrenz und Neid erleben. Geld entstseht aus Eigentum. Wenn wir den Begriff von Eigentum untersuchen, stellen wir vielleicht fest, dass wir Erde, Luft, Wasser, die Natur mit ihren Bodenschätzen, sprich den Planeten auf dem wir stehen, schwer als Privatbesitz bezeichnen können. Es ist wohl eher eine Leihgabe an die gesamte Menschheit. Wenn wir aus diesem Blickwinkel die Rechtsverhältnisse überdenken, sind wir einen großen Schritt weiter."

GEDANKENGUT XI

"Ein Mann ohne Schnurrbart, das ist wie eine Frau mit einem Schnurrbart." Anton Tchekhov

Freitag, 2. Juli 2010

KKK - DAS RESONANZ

Gestern war wieder einer von diesen Tagen, die mir nachhaltig Glück und Lebensqualität beschert haben.
Da ich auf dem Weg zur Arbeit mehrmals die Woche an der Mittelstraße 23 vorbeifahre, ist mir natürlich nicht entgangen, dass das Lessing schon vor einigen Monaten geschlossen hat und dass bis vor wenigen Wochen der Laden mit Zeitungspapier abgedunkelt war und dort folglich irgendetwas im Busch war. Vor gut einem Monat wurde das Zeitungspapier entfernt und das Resonanz wurde enthüllt. Ein Café eines jungen belgisch syrischen Päarchens, das den Mut hatte eine eigene Gastronomie zu eröffnen.
Gestern habe ich endlich meine Neugier gestillt und mir das Resonanz genauer angeschaut.
Wenn man den Laden betritt, ist es als würde man ein Portal in eine andere, fast traumhafte Parallelwelt durchschreiten. Man spürt sofort die Ruhe und Gelassenheit die den ganzen Laden durchströmt. Wenn man sich umschaut, wirkt alles wie aus einer rustikalen Fantasiewelt. Das gesamte Interior hat das junge Gastronomenpaar selbst entworfen und zusammengeschustert. Die Tische, die Stühle, die Theke, die Regale, ja sogar die Toiletten (auch wenn sich das eigenartig anhören mag, aber die MUSS man gesehen/benutzt haben!!!). Alles ist in einem so romantischen, detailverliebten Stil gestaltet, dass einem einfach nur das Herz aufgeht. Auch die Bedienung ist so gastfreundlich, herzlich und gelassen, wie man es heute leider schon fast nicht mehr kennt. Im Resonanz ist man vor allem Mensch und Gast, keineswegs nur Kunde.
Ich habe mir zuerst einen Eistee bestellt und dazu einen Buchweizen Pfannkuchen mit Speck, Salami, Schinken und Rührei. Dann habe ich mich nach draußen gesetzt. Denn neben ein paar Stühlen direkt vor dem Laden gibt es einen kleinen grünen Garten, in dem man bei Sommer und Sonne toll sitzen kann. Wenige Minuten später konnte ich dann auch schon meinen eisigen Eistee schlürfen (Ceylon Zimt, Orange, Zitrone, Minze) und den Pfannkuchen genießen. Wow! Der Tee war der Wahnsinn. So frisch. Komplett selbstgemacht. Auch der Pfannkuchen war ein Genuß. Noch vor wenigen Momenten schwamm er flüssig mit seinesgleichen in einer Schüssel. Frisch transformiert lag nun ein ausgebratener brauner, würziger Pfladen belegt mit würziger Wurst und Rührei vor mir. Ich war so begeistert, dass ich danach noch einen Eistee, ein Mini-Brot mit Butter und ein Stück Zitronenkuchen bestellen musste. Der zweite Eistee war mit Hibiskus, Sternanis und etwas voran ich mich nicht mehr genau erinnern kann - wieder unglaublich. Das Brot war schlicht aber lecker. Der Kuchen hingegen war ein weiterer Knaller. So saftig. So zitronig. So lecker. Erfüllt von Freude ließ ich meinem Geist noch ein wenig Auslauf und bin dann zum Zahlen reingegangen. Dabei hat sich dann auch noch ein nettes Gespräch mit dem Mann hinter dem Resonanz ergeben, das alle Impressionen bestätigt hat. Alles ist selbstgemacht aus den besten Zutaten, frischer als frisch und mit genau der Liebe, Ruhe und Gastlichkeit zubereitet, die man die ganze Zeit spürt. Man merkt, dass das Resonanz aber noch mehr kann und dass das, was man dort zur Zeit geboten bekommt, nur der Anfang ist. Es sollen echte belgische Pralinen folgen, die Küche (die man über eine Luke am Boden hinter Theke betreten kann) wird im Moment ausgebaut und wenn sie fertig ist, kann man noch mehr arabische und belgische Spezialitäten erwarten, die ohne Zweifel auch überraschen und begeistern werden.
Nächste Woche möchte ich im Resonanz frühstücken. Denn es gibt ein belgisches und ein arabisches Frühstück sowie selbstgemachtes Müsli aus gekeimtem Weizen. Ich möchte unbedingt das arabische Frühstück probieren. Außerdem muss ich noch all die anderen Eistees trinken.

P.S. Leider habe ich meine Kamera nicht dabei gehabt. daher folgen Fotos nach meinem nächsten Besuch.
P.P.S. Ich habe inzwischen ein paar Fotos im Resonanz gemacht die ihr etwas weiter oben findet!

GEDANKENGUT X

"Der Erfolg von Produkten wie zum Beispiel dem Hamburger ist nicht nur darin begründet, dass er androgyn nach vielem gleichzeitig schmeckt: Die Geschmacksrichtungen süß, sauer und scharf nivellieren sich in ihm, heben sich gegenseitig auf, und man kommt gar nicht mehr auf die Idee, dass man gerade Fleisch zu sich nimmt. Das Resultat ist nämlich ein Neutrum mit der Konsistenz von Mullbinde plus roter Farbe. Das liebt der Zeitgeist, und die Tendenz zur Zurichtung und Bearbeitung des Rohstoffs Fleisch macht auch vor Feinschmeckerrestaurants nicht Halt. Auch Fische dürfen keine Gräten mehr haben, alles ist filiert und mundgerecht zerteilt, nichts erinnert mehr daran, dass wir Menschen, indem wir essen, eben auch permanent zerstören. Unser Leben basiert auf dem Tod anderer Lebewesen, die Pflanzenwelt eingeschlossen."
Vincent Klink im Journal Culinaire Heft 01

ALLERLEI TRÖDEL UND NIPPES

Als ich heute kurz im Lunatique war, ist mir auf dem Nachhauseweg ein kleiner Hinterhof mit einem Trödelladen aufgefallen. Da ich den Laden so schnückelig fand, hab ich kurzerhand ein paar Fotos gemacht.

Donnerstag, 1. Juli 2010

GEDANKENGUT IX

"Die evolutionäre Einheit – Ernährung durch Bewegung – ist im letzten Jahrhundert völlig auseinandergerissen worden. Unsere Gene hatten keine Chance sich der radikalen Wandlung der Lebensumstände in dieser kurzen Zeit anzupassen. Es ist, als wären wir per Zeitmaschine in die schöne neue Welt gebeamt worden. Nun leben wir mit Steinzeit-Genen in einer High-tech Welt."
Nicolai Worm im Journal Culinaire Heft 01