Dienstag, 13. Juli 2010

CHICZA / EIN ÖKOKAUGUMMI ?

"NEIN!", ist die Antwort. Denn das Chicza Kaugummi ist einfach nur ein Kaugummi, das, so wie es sein soll, "natürlich" ist und keine Synthetik enthält. Alle anderen Kaugummis hingegen sind fast komplett synthetisch. Also sollte man nicht sagen, Chicza sei ein "Bio" -oder "Öko"- Kaugummi, sondern man sollte sagen, dass all die anderen Kaugummis "Synthetik"-, "Retorten"- oder "Erdöl"- Kaugummis sind. Um das ganze besser zu verstehen und zu erfahren, was das besondere an Chicza und das abnormale an konventionellen Kaugummis ist, lest einfach den ganzen Post! Vor einigen Wochen als ich meinen wöchentlichen Einkauf im Erdkorn-Markt getätigt habe, habe ich an der Kasse etwas getan, was ich sonst nie tue. Ich habe mich an der Kasse zu einem klassischen Spontankauf hinreisen lassen. Denn auch im Erdkorn-Markt gibt es an der Kasse die für diesen Standort typischen Produkte. So kam ich also dazu, die Chicza Kaugummis auszuprobieren. Die Chicza Kaugummis sind die ersten ihrer Art, die erstens bio-zertifiziert sind und zweitens 100% natürlich sind und drittens biologisch abbaubar sind. Seit über einem Jahrhundert extrahiert die Gemeinschaft, die sich als eine große effektive Kooperative organisiert, den Latex aus den großen Chicozapote Bäumen (Manilkara zapota), aus denen Chicle gewonnen wird. Einhundert Jahre lang haben sie Rohstoffe verkauft. Steigende Kundennachfrage in den grünen Märkten hat die Chicleros angetrieben die Kontrolle über die eigene Produktion zu übernehmen. Vor 5 Jahren starteten sie ein neues Projekt, das ihnen das Wissen und die Mittel zur Kaugummi Herstellung geben sollte. Das war die Geburtsstunde von Chicza. Chicozapote-Latex wird aus 30 Meter hohen Bäumen extrahiert. Hierzu wird ein z-förmiger, oberflächlicher Schnitt in die Rinde gemacht, der im Zickzack herunter führt bis zu einem Behälter am Boden. Der tropfende Saft füllt so langsam den Behälter. Jeder Baum gibt pro Ernte 3 bis 5 Kilo, danach muss er für 6-7 Jahre ruhen, bevor er erneut geerntet werden kann. Die Bäume werden durch diese Methode nicht geschädigt. Chicle erhält man durch kochen des Baumsaftes zu einer dicken Paste. Diese wird von Hand gezogen und texturiert um dann abzukühlen und zu harten Würfeln geformt zu werden. Einmal kühl und hart werden diese Chicle Ziegel „marquetas“ genannt. Hunderte von Tonnen dieser Gummimasse werden Jahr für Jahr in die ganze Welt exportiert. In geringen Mengen ist dieses Gummi immer noch Zutat einiger seltener, guter Kaugummimarken. Jedoch benutzen die allgemein verfügbaren Kaugummimarken kein natürliches Chicle sondern bevorzugen günstigere chemische Polymere. Chicza ist nicht nur ein qualitativ hochwertiges Kaugummi, sondern auch ein herausragendes Beispiel für Nachhaltigkeit, aktiven Regenwaldschutz und fairen Austausch zwischen Mensch und Natur. Dieser Prozess geht weit über die normale Kaugummi Produktion hinaus und zieht sich über die gesamte Distributionskette bis hin zum Endverbraucher. Dem Konzept der Wertschöpfung folgend, machen die Chicleros nun beides, sie erstellen und verkaufen das Kaugummi, wodurch sie jedem Farmer ein 6-mal höheres Einkommen ermöglichen, als er verdienen würde, wäre er ausschließlich Anbieter von Rohmaterial. Jeder der Chicza kaut leistet einen persönlichen Beitrag für ein besseres Leben der Chicleros und ihrer Familien. In Erwiderung können die Farmer weiterhin den Regenwald behüten, in dem sie und ihre Familien leben. Unternehmungen wie diese führen zu einem grüneren Planeten. Um Chicza herzustellen, wird Chicle mit natürlichen Waxen verschmolzen, bevor es zur Kaumasse wird. Noch immer heiß, wird diese Kaumasse mit biologischen Süßmitteln (unter denen sich der gesunde Agavensirup, mit seinem geringen Blutzucker Index befindet) und natürlichen Geschmacksstoffen vermischt, dann wird die Masse gepresst und in Kaugummistreifen geformt. So einfach wie es klingt, nur natürlich Zutaten und Prozesse zur Kaugummiherstellung zu benutzen, so ist das Endprodukt doch eine seltene Ausnahme in der meist künstlichen Welt der Kaugummis. Üblicherweise erhältliches Kaugummi hat nicht mehr als 5-7% Gummimasse, wenn überhaupt welche. Der Rest des Produkts ist künstlich und wird aus erdölbasierenden Polymeren gemacht, was Plastik bedeutet. 5-7% natürliche Gummimasse ist nur ein geringer Anteil im Vergleich zu Chicza, dessen Gummimasseanteil zu 100% biologisch ist und insgesamt 40% aller Inhaltsstoffe ausmacht. Einer der großen Vorteile an der Rezeptur von Chicza ist seine biologische Abbaubarkeit. Einmal weggeworfen, verwandeln sich alle seine natürlichen Inhaltsstoffe binnen weniger Wochen zu Staub. (Es verbessert sogar den Kompost). Drei Geschmacksrichtungen sind seit Anfang 2009 verfügbar: wilde Minze, Limone and Spearmint. Für eine herkömmliche 30g Packung Chicz-Kaugummi bezahlt man im Bio-Markt rund 1,89€. Freilich etwas mehr als für eine Packung herkömmlicher Kaugummis. Aber wer bezahlt bei dem Kauf bzw. der Herstellung der konventionellen Kaugummi die externen Kosten (Umweltbelastung durch die Produktion der auf Erdöl basierenden Polymere, Verschmutzung der Städte durch festgetretene Kaugummis etc.)die entstehen? Eben - keiner, weder Hersteller noch Konsument. Also öffnet eure Augen wenn ihr konsumiert, auch bei solch banalen Dingen wie Kaugummis besteht die Dringlichkeit. Lasst euch nicht blenden von schicken Verpackungen, allzu exotischen Geschmacksrichtungen oder witziger TV-Werbung. Denn ich bin mir sicher, dass keiner stundenlang auf Erdöl herumkauen möchte.

Kommentare:

  1. bester Kaugummi:)
    sollte in mehr Läden zur Verfügung stehen!

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  2. Auf der Suche nach einem Kaugummi ohne Zucker und Aspartam stieß ich auf den Arganladen, wo Chicza Kaugummis angeboten werden. Die werde ich mir jetzt bestellen und "ade Erdölkaugummis"!

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