Samstag, 17. Juli 2010

SAUBERE KLEIDUNG

Wir tragen alle Klamotten, jeden Tag. Unsere Kleiderschränke sind bis oben hin voll. Hosen, Hemden, Socken, Jacken und, und, und... Ständig kaufen wir uns neue Klamotten und die alten, die nicht mehr gefallen, oder dem eigenen Stil entsprechen, müssen weichen. Auch in diesem Bereich unseres Lebens handeln wir größtenteils unreflektiert und setzen uns nicht mit den Zusammenhängen des Ganzen auseinander.
Woher kommt unsere Kleidung? Aus welchem Land? Aus welcher Stadt?
Wer hat unsere Kleidung produziert? Maschinen? Frauen? Kinder?
Aus welchen Rohstoffen besteht unsere Kleidung? Baumwolle (Bio oder Konventionell)? Kunststoffe? Aus was bestehen die Kunststoffe?
Unter welchen Bedingungen wurde die Kleidung bzw. die Rohstoffe hergestellt bzw. gewonnen?
Wurden die Arbeitskräfte gerecht entlohnt? Wie sind die Arbeitsbedingungen? Arbeitszeiten? Pausen? Gewerkschaften?
Welche Transportewege hat die Kleidung durchlaufen?
Inwieweit wurde während der Produktion und der Distribution die Umwelt belastet?

Auf keine dieser Fragen haben wir eine wirkliche Antwort. Die meisten dieser Fragen stellen wir uns nicht einmal beim Kauf eines Kleidungsstückes - stattdessen fragen wir uns, ob das Teil uns steht, was es kostet oder ähnliche scheinbar wichtige Fragen.
Warum ist das so? Ich weiß es nicht? Was ich aber weiß, ist, dass im Bereich der Textilien, die Entfremdung und die Missstände noch dramatischer sind, als im Lebensmittelbereich (mit dem ich mich größtenteils auseinander setze).
Ist es nicht grotesk, dass wir unserer Kleidug so viel Bedeutung zumessen, wir aber nichts über ihre Herkunft wissen und wir uns die oben aufgeführten Fragen gar nicht erst stellen. Aber genau das sollten wir - nachfragen, nachforschen und uns nicht blenden lassen.
Wir müssen unsere Umwelt bewusster wahrnehmen und wieder mit ihr in Wechselwirkung treten. Wir müssen wieder einen Bezug zu unserer Kleidung (und allen anderen Dingen mit denen wir interagieren) herstellen. Nur so können wir die Zusammenhänge verstehen und etwas verändern. Wir müssen uns selbst wieder ein Bewusstsein schaffen. Die Augen auf machen. Auch wenn es im ersten Moment unmöglich und äußerst lähmend erscheint, sich im globalen Wirrwarr zurecht zufinden, war es nie leichter als heute. Durch die heutige mediale Konnektivität stehen uns alle Wege offen; quasi alle nötigen Informationen für ein reflektierten Konsum sind für uns frei zugänglich. Wir müssen nur auf sie zugreifen. In jedem Bereich gibt es Experten und Organisationen, die das Wissen und die Informationen aufbereiten und für uns "Laien" komprimiert darstellen. Es ist einfacher, als wir uns einreden. Und meiner Meinung nach gibt es keine Ausrede, auf all die gestellten Fragen keine Antwort zu suchen. Wenn wir uns erst einmal bewusst (und damit meine ich wirklich bewusst) gemacht haben, was wir eigentlich anrichten mit dem Kauf konventioneller Kleidung, dann werden wir sie gar nicht mehr kaufen können.
Um zu zeigen, wie einfach der Anfang sein kann, sich mit dem Thema zu beschäftigen, weise ich hier auf einen kurzen Film und auf einige hilfreiche Links hin.
Einerseits wäre da glore.de. Die "glore.de Philospohie":

glore steht für globally responsible fashion: Wir bieten hochwertige Mode, die im Einklang mit Mensch und Natur hergestellt wird.
glore führt internationale Labels, die sich durch schöne Styles ebenso auszeichnen wie durch Respekt vor den Menschen, die sie produzieren und Rücksicht gegenüber der Natur, die die Rohstoffe liefert.
glore nimmt nur Labels auf, für die "fair" mehr ist als ein Verkaufsargument - nämlich ein handfester Bestandteil der täglichen Produktion. So unterstützen wir engagierte und leidenschaftliche Menschen auf der ganzen Welt und bieten ihnen eine Plattform für außergewöhnliche Ideen, Styles und Visionen.
Fashion ist eine Frage der Philosophie.
Euer glore Team
Glore hat auch einen kleinen Film zur Textilindustrie veröffentlicht.
Außerdem für jeden interessant ist die Clean Clothes Campaign (CCC oder im deutschen Kampagne für saubere Kleidung), die sich mit genau den Fragen auseinandersetzt, die wir uns leider viel zu selten stellen. Die CCC setzt sich z.B. für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Entwicklungländern ein und versucht die Arbeitsbedingungen u.Ä. zu verbessern. Die CCC ist ein Netzwerk aus NGO's, Gewerkschaften, Produzenten und Konsumnten und stellt ein ideales Portal zum Austausch von Informationen und zum optimieren des Ist-Zustandes dar.

Weiterführende Links:
http://glore.de/
http://cleanclothes.org/
http://saubere-kleidung.de/
http://cut-magazine.com/ (Modezeitschrift mit dem Schwerpunkt auf DIY (Do-it-yourself) und jungen Designern)

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