Montag, 26. Juli 2010

SELBSTVERSUCH ZUM PATHOS

Wer den direkt vorigen Post (Pathos ...) gelesen hat, den möchte ich dazu auffordern, folgenden Selbstversuch durchzuführen:
Schafft euch eine ruhige entspannte Atmospähre. Seid entspannt und macht euch bewusst, dass die nächsten Minuten komplett dem folgenden Versuch gelten.
Nehmt euch ein beliebiges Lebensmittel, dass sich gerade in eurer Küche oder in eurer Wohnung befindet, z.B. einen Apfel, eine Zitrone, eine Möhre oder für die mutigeren ein Stück rohes Fleisch oder Fisch.
Schaltet den Kopf ab und lasst euch von euren Sinnen leiten.
Nehmt das gewählte Lebensmittel in die Hände. Erfühlt ganz genau die Strukturen, die es euch bietet. Ertastet jeden Winkel. Schaut es von ganz Nahem, ganz genau an. Entdeckt alle Einzelheiten, jede Pore. Haltet eure Nase direkt ans Lebensmittel und riecht es ab. Wenn es sich um eine Frucht oder ein Gemüse handelt dann "öffnet" es mit der Hand oder einem Messer. Nicht mit dem Mund. Dann macht das Gleiche, was ihr von außen gemacht habt nochmals, nur dass ihr euch diesmal das Innere vornehmt. Erst ganz am Ende und ganz langsam verzehrt ihr das Lebensmittel. Aber langsam und behutsam. Versucht den Geschmack vollkommen bewusst wahrzunehmen, als würdet ihr das Lebensmittel zum aller ersten Mal verzehren, als wäre alles, was ihr in dem Moment schmeckt und fühlt, neu. Und unterbrecht das Essen immer wieder durch intensives Tasten, Schauen und Riechen.
Ziel dieses so simplen Versuchs soll sein, das gewählte Lebensmittel zu fühlen, zu verstehen und seine Vollkommenheit (wobei es keine Rolle spielen soll, ob das Lebensmittel in einem absolut makellosen Zustand ist) zu schätzen lernen.
Wenn der Versuch für euch eine positive Erfahrung war, dann setzt euch hin wieder einfach auf diese oder eine ähnliche Art und Weise mit euren Lebensmitteln auseinander.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein Feedback gebt, wie ich den Versuch erfahren habt.

1 Kommentar:

  1. Ich besitze ja nicht den kleinsten Funke Spiritualität und daher hat es mir einiges abverlangt, deinen Versuch, in dem Maß in dem du das kannst, nachzuempfinden.

    Tendenziell bin ich ja auch jemand, der heimlich an Zitronen riecht und nicht aufhören kann, alles von oben bis unten anzufassen bevor er es isst. Ich werde glücklich wenn die Paprika frisch und so toll rot ist, wenn die Kräuter schon bei der leisesten Berührung duften und finde nichts so schön wie einen frisch geernteten Salatkopf. Daher gefällt mir dein Ansatz gut.

    Ich muss nun aber zugeben, ich bin ein verdammt kritisches Wesen. Ich habe ein Stück Gurke gegessen und mein Kopf lies sich nicht ausschalten. Sie war zu kalt (scheiß Kühlschrank!), wabbelig (die hätte ich vor drei Tagen essen sollen). Gedanken dieser Art haben mich einfach abgelenkt. Ich bin ein absolut unspiritueller, rationaler Mensch. Ein Apfel kann ein Highlight sein, keine Frage. Und vollkommen, im Sinne von "vollkommen Apfel," muss er ja sein. Vollkommenenes Nahrungsmittel oder vollkommene Frucht, vollkomen in seiner Wesenheit- Moustachio, was für Themenkomplexe! ...ich bin für sowas viel zu verkopft...

    Ein Interessanter Versuch war's trotzdem, das geb ich sehr gerne zu!

    AntwortenLöschen