Samstag, 31. Juli 2010

VOM GLÜCK UND SUPERHELDEN

16 Uhr. Ich wache auf. Die gestrige Nacht hat Spuren hinterlassen. Ich habe schlecht geschlafen, wirres Zeug geträumt und bin kein Stück erholt. Es geht mir mies. Nicht körperlich, sondern im Kopf. Chaos. Was nun? Der Tag ist ja bereits gelaufen. Erstmal ins Wohnzimmer. Ein gleißender Strahl der Liebe blendet mich. Auf dem Tisch steht ein Strauß Blumen, eine Tüte voll mit frisch gepflückten Mirabellen und ein Glas Marmelade (Johannisbeer-Mohn-Marzipan).
Ich muss mir die beiliegende Karte gar nicht anschauen, um zu wissen, wer da an mich gedacht hat. Der Hilferuf, den ich gestern Nacht vor dem Schlafen gehen per SMS (mit meinem brandneuen Mobiltelefon) gesendet habe, wurde erhört.
Das ist wahres Glück! Wenn du Freunde hast, die sofort und bedingungslos zur Stelle sind, wenn du sie brauchst. Der Grund spielt keine Rolle. Echte Freunde sind zur Stelle – immer! Sie sind immer auf Rufbereitschaft. Sie sind die maskierten Rächer der Nacht bereit es mit seelischen Unheil aller Art aufzunehmen.
Jetzt ist es an mir, noch was aus dem Resttag zu machen. Die Basis hat man für mich geschaffen. Also kurz vor der Spielekonsole zu sich kommen und erstmal richtig wach werden. Was braucht es jetzt noch zum Glück ? Die Antwort ist offensichtlich. Essen – gutes Essen. Günstiger Umstand: Hunger habe ich ohnehin, da die letzte Mahlzeit (wenn man einen widerlichen Burger bei „Hunger & Durst“, als eine solche bezeichnen kann) bereits 18 Stunden zurückliegt. Kurz nachgedacht: Selber kochen? Nein. Einkaufen gehen? Nein. Essen bestellen? Nein. Drastischere Maßnahmen sind von Nöten! Essen gehen? JA! Als ich vor einigen Tagen bei POI Pizza geholt habe, ist mir das „Lammers. Die kulinarische Kneipe“ aufgefallen. Was mag sich hinter einer „kulinarischen Kneipe“ verbergen? Das gilt es herauszufinden. Wenige Minuten später sitze ich an einem kleinen Tisch im „Lammers“. Das „Lammers“ ist ein kleines muggeliges Restaurant mit einem kleinen Bartresen. Es hat tatsächlich einen Hybrid-Charakter aus Restaurant und Kneipe. Ich bestelle einen kleinen Vorspeisen-Teller. Es ist ein Teller mit verschiedenen schlichten Antipasti. Klassisch. Gut. Dazu zweierlei selbstgebackenes Brot. Als Hauptspeise gönne ich mir ein Rib-Eye Steak vom Holsteiner Jungrind. So gebraten, wie es sich meiner Meinung nach gehört: Medium-rare mit einer Tendenz zu rare. Ein hervorragendes Stück Fleisch. Als Dessert gibt es dann noch Rote-Grütze-Parfait mit Orangen-Mascarpone. Kalt. Süß. Lückenfüllend. Als Abschluss dann noch ein Espresso und gut! Sie sind immer zur Stelle, wenn du in Not bist. Wenn du denkst, du bist verloren, dann kommen sie und helfen dir aus jeder Klemme. Die Superhelden „Freunde & Essen“ retten jeden noch so düsteren Tag vor der Sinnlosigkeit und machen ihn zu etwas unvergesslichem. Was würde ich nur ohne sie tun?

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