Mittwoch, 18. August 2010

ZWEITER BESUCH IM LAMMERS

Heute Abend war ich zum zweiten Mal im Lammers. Leider war der Besuch in kulinarischer Hinsicht eher ernüchternd.
Es gab:
1. Mit Ziegenkäse gratinierte Artischockenherzen und Tomaten mit Orientlinsen - Erfrischende Kombination von Mediterranem und Orientalischem. Leider waren die Artischockenherzen keine Frischen. Schade. Sonst sehr gelungen. Das Zusammenspiel von Linsen und Gratiniertem war mein Höhepunkt des Abends.
2. Lammspieße auf Kichererbsenpüree mit Tomaten und Knoblauchöl - Die Lammstückchen waren leider etwas zu lang gebraten und nicht mehr rosa. Das Püree war würzig und durchaus gelungen, es mangelte ihm allerdings an einem geschmacklichen Gegenspieler. So war es ein Berg Püree mit ein wenig Lamm. Und so "allein" konnte das Püree dann leider doch nicht bestehen, sondern wirkte sehr schnell schmucklos. Die Tomaten waren leider völlig witzlose, vermutlich nicht selbstgemachte, getrocknete Tomaten.
3. Provencalisches Gemüse - Aubergine, Zuchini und Tomaten gratiniert mit Mozzarella. Dazu Rosmarinkartoffeln. An sich eine schlichte Geschichte die durchaus für viel Spannung sorgen kann. Leider heute Abend nicht. Kein Witz, kein Pepp, nicht einmal Salz. Wirklich sehr unkreativ und ideenarm umgesetzt.
4. Creme brulée - Leider war die Creme geronnen und sorgte so für ein etwas befremdliches, unangenehmes Mundgefühl. Die Karamellkruste war genau wie es sich gehört. Leider ohne frische Vanille. Also eine Creme brulée wie man sie leider heute fast an jeder Straßenecke bekommt. So wie die meisten sie kennen und auch mögen. Ich aber nicht. Ich weiß, dass es noch eine Menge Platz nach oben gibt und dass der auch mit ein wenig mehr Anspruch an die eigene Küche leicht zu erreichen ist.
Ansonsten war der Besuch aber eine große Freude, denn ich war in hervorragender Gesellschaft von zwei jungen Damen. Der Service und die Atmosphäre waren auch wie gewohnt sehr angenehm.
Also steht es 1:1 in kulinarischer Hinsicht. Mit einem Unentschieden werde ich mich allerdings definitv nicht zufrieden geben!

Sonntag, 15. August 2010

GEDANKENGUT XXIII

"Der Gewinn an Effizienz geht einher mit einem Verlust an Vielfalt."

Freitag, 13. August 2010

EIN ÜBERRASCHENDER ABEND VOR DER MATTSCHEIBE MT CHIPS UND SPRUDEL

Gestern Abend habe ich mit meinem Mitbewohner/Bruder den Abend vor dem Fernseher verbracht. Wir haben uns "Zeiten ändern dich" angeschaut. Der Film ist inspiriert durch das Leben des popülaren Rüpel-Rappers Bushido. Der Film war tatsächlich gar nicht so schlecht, wie man hätte erwarten können. Außerdem hat eine ganze Reihe an deutschen Top-Schauspielern kleine und große Rollen besetzt (Hannelore Elstner, Moritz Bleibträu, Uwe Ochsenknecht, Martin Semmelrogge etc.). Der Film hat sogar meine Erwartungen, die allerdings auch sehr negativ und gering waren, übertroffen. Ich war am Ende durchaus gut unterhalten, hatte einige Male geschmunzelt und gelegentlich mit dem Kopf zum Beat mitgenickt. Um den Film soll es aber gar nicht primär gehen.
Berichten möchte ich eigentlich von Chips und Sprudel.
Das Sprudelwässerchen war ein "now - white bitter". Beim Kauf hatte ich eine süße, leicht bittere Kräuterlimo erwartet und gespannt zugegriffen. Als ich die Brause dann eisgekühlt im Mund umhersprudeln ließ, dominierte vor allem eine etwas penetrante Süße. Bitter fand man nur, wenn man suchte. Der Knaller war aber das eigentliche Aroma. Beim ersten Schluck traute ich meinen Sinnen nicht so recht. Beim zweiten und dritten Schluck bestätigte sich allerdings meine erste Ahnung. Zur Kontrolle ließ ich meinen Bruder auch noch schmecken. Die Kräuterbrause schmeckt wirklich im Vordergrund nach Thymian. Durch die starke Süße unterstützt, drängt sich einem vor allem Thymian auf. Im ersten Moment verstörend, aber dann sehr erheiternd. Mir war das ganze aber trotzdem zu süß (und ich trinke gerne eiskalte süß-saure Brausen).
Weiterer Filmbegleiter waren Kartoffelchips. Im Erdkorn-Markt haben mich die schwedischen Lantchips angelacht. Die feste Papiertüte war am Abend schnell aufgerissen und die ersten Chips im Mund. Knusper, Knusper-Knäuschen- was knuspert in mein'm Mäulchen? Dritte Überraschung des Abends. Die Chips sind hervorragend. Bisher hatte ich keine besonders einschneidend positiven Erfahrungen mit Bio-Chips gemacht. Die, die ich bisher probiert hatte, waren eher durchschnittlich und nichtssagend. An die Lantchips bin ich mit ungefähr dieser Erwartungshaltung auch herangetreten. ABER: Die Chips waren klasse. Scheiben nicht zu dick aber trotzdem ein wirklich kräftiger Biss, nicht so wie Konsorten wie die dünnen Crunchips die einfach im Mund zerbröseln wenn man sie mit der Zunge streift. Nein die Lantchips haben eine fantastische Konsistenz, sie spielen durchaus in einer Liga mit Kettle's oder Tyrell's Chips (und diese beiden Marken sind meiner Erfahrung nach die besten Kartoffelchips die man im herkömmlichen handel bekommen kann). Die Paprikawürze der Lantchips ist relativ schlicht aber durchaus passend. Außerdem im Erdkorn-Markt erhältlich waren die Lantchips mit Salz gewürzt. Dieses etwas umfangarme Angebot an Geschmacksrichtungen sehe ich als klaren Minuspunkt.. Kettle's und Tyrell's gibt es mit ganz hervorragenden und auch etwas unkonventionellen Würzen. Das kann das schwedische Bio-Äquivalent leider nicht bieten. Aber ich bin trotzdem erfreut; ich habe meine ersten guten Bio-Chips gefunden und werde sie sicherlich mal wieder vertilgen, wenn ich einen knusprigen Filmbegleiter suche.
Also alles in allem ein gelungener Abend. Film überaschend unterhaltsam. Sprudel überraschend geschmeckt. Chips überraschend lecker. Ich mag Überraschungen!

Donnerstag, 12. August 2010

EIS UND BEINSCHEIBE

Nach einer kurzen kreativen Pause melde ich mich heute in neuer, alter Frische zurück. Zuerst möchte ich einen kleinen kulinarischen Nachtrag verfassen. Vor, ich glaube, gut zwei Wochen war ich tagsüber auf dem Markt auf dem Exer. Dort habe ich, als ich am Biostand das Gemüse sah, Lust auf einen deftigen Eintopf bekommen. Also waren einige Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch, Sellerie und Petersilie schnell gekauft. Natürlich alles in feinster regionaler Bioqualität! Fleisch. Fleisch brauche ich noch. Ab zum Stand von Muhs (auf dem Exer der Schlachter meines Vertrauens). Die Entscheidung fiel dann schnell auf eine dicke, fette Beinscheibe (die ich leider nicht fotografiert habe). Da Beinscheibe stark von Bindegewebe durchzogen ist und erst nach langem Schmoren wirklich genießbar wird, ist Beinscheibe sehr günstig. Ich habe für mein Stück (das sicherlich 200-300g wog) keine zwei Euro bezahlt.
Da ich nun alles Nötige im Gepäck hatte, gings ab auf meinen Drahtesel und schnurstracks nach Hause.
Zuhause angekommen wurden die einzelnen Zutaten einmal über mein Hirnholz-Schneidebrett gejagt und für die Medien einmal hübsch in Schüsseln drapiert. Auf dem Foto dazugesellt hat sich ein geradezu glamouröses Flensburger Pilsener. Welch eine Schönheit!
Anschließend wurde es heiß! Das Fleisch würde kräftig angebraten, so dass sich eine Menge Röstaromen und eine kleine dunkelbraune Kruste unten im Topf bilden konnten. Alles mit Bier abgelöscht. Kleingeschnittene Petersilienstengel dazu (warum sollte man sowas feines wegschmeißen?) und mit Wasser aufgefüllt und ein wenig Fond-Konzentrat dazu (da ich selten dazu komme, mir selbst einen schönen Fond zuzubereiten und nicht den nötigen Platz habe größere Mengen einzufrieren, greife ich gern auf das Bio-Fond-Konzentrat von Oscar zurück - für alle Interessierten hier die Adresse: http://oscar.dk)
Einmal aufgekocht. Hitze reduziert und erstmal mit Freunden ab an den Strand. Gute fünf Stunden später als ich wieder Zuhause war, kam dann das Gemüse und das restliche Bier in den Topf und das Ganze wurde nochmal gute 20 Minuten kräftig angefeuert.
So jetzt zum Eis: Also die Mirabellen habe ich ja von meinem Herzblatt, dem Gartenmädchen, einige Tage zuvor bekommen. Inzwischen hatte ich mir auch genau überlegt, was mit ihnen passieren soll. Ein Mirabelleneis mit Tonkabohne.
Die Tonkabohne hatte ich einige Tage zuvor in der Apotheke bestellt, da mein Vorrat erschöpft war. Für alle die Tonkabohnen nicht kennen: Sie kommt aus Südamerika, hat einen unvergleichlichen Geschmack (dazu später mehr), hat einen sehr hohen Cumaringehalt (welches verschiedene gesundheitsschädliche Wirkungen hat), man sagt der Bohne außerdem eine hypnotische, halluzinogene sowie erotisierende Wirkung nach. Aufgrund des hohen Cumaringehalts war die Tonkabohne als Lebensmittel lange komplett verboten. Inzwischen ist das Verbot eingeschränkt (Cumarin-Höchstwerte von 2 mg/kg dürfen nicht überschritten werden). Die günstigste und verlässlichste Bezugsquelle für Tonkabohnen bleibt aber trotzdem die Apotheke.
Zurück zum Eis. Für das Eis habe ich ein Kompott aus den Mirabellen, Weißwein und Honig gekocht.
Die Tonkabohnen habe ich in einer Mischung aus Milch und Sahne klein gehäckselt und kurz aufgekocht und die Bohnenreste anschließend abgesiebt (da sonst zuviele Bitterstoffe ins Eis gelangen). Dann habe ich eine klassische englische Eiscreme gemacht, zu der ich zusätzlich am Ende das Mirabellenkompott gegeben habe. Am Ende noch einmal alles durch ein Sieb gedrückt und ab in den Froster. Und dann hieß es: Rühren, rühren und immer schön weiter rühren...alle 20 Minuten - Tür auf - rühren - Tür zu - und 20 Minuten warten - und wieder von vorne. Das Spiel hab ich dann gute 6 Stunden gespielt. Ja was für ein unglaublicher Luxus eine richtig gute Eismaschine doch wäre...
Irgendwann war das Eis dann halbwegs so, wie ich es haben wollte. Und zwar gerade zum rechten Zeitpunkt als die werten Gäste eintrafen. Die üblichen Verdächtigen: das Gartenmädchen und der ,bereits in vorigen Posts erwähnte, Kollege.
Beide waren begeistert von dem Eintopf. Kräftig, deftig, fleischig. Nicht unbedingt das optimale Sommergericht - aber man muss auch mal unkonventionell sein. Die nötige Portion Sommergefühle folgte ja schließlich in einem cremigen Hellrosa. Eiszeit!
Das Eis hat geschmacklich meine eigenen Erwartungen übertroffen. Mirabelle - eine kräftige Säure, gepaart aus Mirabelle und Weißwein - Süße - subtil aber sehr bestimmendes Parfüm der Tonkabohne - langer Nachhall der Bohne. Meine Angst die Säure könnte dominieren hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Meine Begeisterung gilt allerdings eindeutig der Tonkabohne. Ich hatte nicht erwartet, dass sie eine so innige Freundschaft, ja gar Liebe, mit der Mirabelle eingehen würde. Tonkabohne neigt dazu alles andere gnadenlos zu überdecken und so penetrant zu stinken, als wäre man mitten in einer Parfumerie (genau das ist mir die ersten Male, als ich mit Tonkabohne gearbeitet habe, auch passiert). Aber nicht diesmal. Die Mirabelle und die Tonkabohne sind zu einem Geschmack fusioniert, den zwar immernoch die Bohne, mit ihren vanilligen, blumigen, honigartigen Noten, klar dominiert, aber in dieser verführerischen Beziehung herrscht Harmonie, obwohl die Rollen klar verteilt sind. Sehr schön. So mag ich es!

Donnerstag, 5. August 2010

GEDANKENGUT XXII

"Hübsch ist das neue Lecker."
Moustachio

KIELER ABENDROT

Montag, 2. August 2010

GEDANKENGUT XXI

"Freundlichkeit in Worten schafft Vertrauen. Freundlichkeit im Denken schafft Tiefe. Freundlichkeit im Geben schafft Liebe."
Laozi, chinesischer Philosoph

Sonntag, 1. August 2010

WILLKOMMEN BEI FACEBOOK


Heute gefunden im konSumpf-Blog.