Dienstag, 21. Dezember 2010

M-Ü-L-L: VIER BUCHSTABEN / VIELE FRAGEN / WENIGE ANTWORTEN / TEIL 1

Es ist Wahnsinn. Ein Thema, das seit Wochen durch meinen Kopf spukt und in mir sehr "vielfältige" Emotionen hervorbringt, ist "Müll". Ich bin inzwischen an den Punkt gekommen, an dem ich mir immer öfter die Frage stelle:"Was ist Müll?" Was mir klar geworden ist: Müll ist ein künstliches Konstrukt des Menschen, das in unserer gegenwärtigen Gesellschaft auf eine geradezu groteskte Art und Weise auf die Spitze getrieben wird. Die Natur kennt keinen Müll. Die Natur recyclt, zu 100%, die Natur kennt kein Wegwerfen oder Downcycling. Diese Dinge haben wir erfunden. Es ist vollkommen idiotisch Müll zu produzieren. Es ist Verschwendung in seiner sinnbefreitesten Form. Es wird ein "Ding" vollkommen egal welcher Natur es ist, quasi als tot oder sinnleer angesehn und dann einfach "weg"geworfen. Wo ist dieses "weg"? Fakt ist es gibt kein "weg". Dieses Konstrukt des Abfalleimers, dessen Boden quasi ein schwarzes Loch ist, das alles einfach verschluckt, wenn man es darin versenkt, entspricht nicht der Realität. Das weiß jedes Kind. Aber trotzdem gehen wir so mit unserem Müll um und machen uns kaum Gedanken darum. Aus den Augen aus dem Sinn. Ob Coffee-to-Go-Becher, Plastiktüte oder sonstige Dinge deren Schicksal schon vor dem Gebrauch festgelegt ist - das schnelle Ende im Mülleimer. All diese Dinge sind scheinbar so billig, dass wir glauben, wir könnten es uns leisten, sie so sorglos zu behandeln. Das Problem ist auch hier wieder, dass wir selbst die Kosten nicht unmittelbar spüren und zahlen müssen. Denn für uns gilt tatsächlich, aus den Augen aus dem Sinn. Aber nicht für die Umwelt und auch nicht für diejenigen die unmittelbar von unserem Müll betroffen sind.
Auch für mich ist es noch größtenteils ein Mysterium, wohin es, den von mir eigens produzierten "Müll", verschlägt. Was ich bereits weiß ist: 1. Plastik wird uns alle überleben. 2.Es kann meist nur zu einem geringen Anteil recyclt werden, wenn es überhaupt recyclt wird. 3. Der Rest schwimmt die nächsten paar hundert Jahre durch unsere Ozeane und zerstört unsere Ökosysteme.(dazu nochmal die Fotostrecke Midway von Chris Jordan) 4. Die lokale Mülldeponie hat ausgedient. 5. Große Mengen unseres Mülls werden in die dritte Welt verschifft und dort abgeladen, entschieden hat das der "freie Markt".
Zum Thema Müll schreibt auch Simplicita von konsum-los:
"Vielleicht gerade, weil es so sehr im Verborgenen liegt. Es findet kaum Gehör, ist nicht so trend-tauglich wie FairTrade und alles andere als sexy. Müll steht bei vielen Menschen ganz oben auf der Verdrängung Hitliste der unangenehmen Themen. Er ist die die Kehrseite unseres Ressourcenverbrauchs, geschickt getarnt in Säcken und Tonnen. Das was wir diesem Planeten täglich an Bürde hinterlassen. Weißt du wohin dein Müll gebracht wird, nachdem die Tonne entleert ist? " - in dem selben Post ist auch ein toller Clip von der Umweltaktivistin Julia Butterfly verlinkt, die sehr schön unser Verhältnis zum Müll, zur Natur etc. darstellt.

Dass in den Massenmedien lieber über Reißerthemen berichtet wird oder diese erst künstlich geschaffen und aufgebauscht werden, ist ja nichts Neues und so überrascht es auch nicht, dass wohl keiner von uns von der "Europäischen Woche der Müllvermeidung" gehört hat. Stattdessen werden wir mit Horrormeldungen übers "ach so ungewöhnliche" Wetter gequält, wie Peter im KonSumpf vor ein paar Tagen aufgegriffen hat. Das sind die Themen, die die Welt bewegen.

Kommentare:

  1. Müll ist immer, Winter ist nur im Winter...
    mir ist die Fehlgewichtung der medialen Themen mal wieder bewusst geworden, als der Wetten dass-unfall passiert ist - da hat ein einzelner blödsinn gemacht und sich verletzt, und die ganze nation ist betroffen.
    ich bin positiv überrascht, dass im moment so viel über atomkraft berichtet wird, das ist ja auch so ein unangenehmes thema.
    die ölkatastrophe ist dagegen schon vergessen, obwohl die dadurch verursachten umweltprobleme nach wie vor akut sind.

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  2. ja es ist schon verrückt über was in Funk und Fernsehen und Zeitungen so berichtet wird und womit man versucht die Leute "bei Laune" zu halten.
    Schade, dass man "die richtigen Nachrichten" nicht einfach so erfährt wenn man in die Zeitung schaut oder den Fernseher anschaltet. Stattdessen wird man mit "Sensationen" gleichgeschaltet. Um wirklich etwas über die Welt zu erfahren was die selbige auch tatsächlich bewegt bedarf es leider oft größerer Asntrengungen und einem gewissen Maß an Autonomie.

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