Montag, 31. Januar 2011

LESERBRIEF

Samstag, 29. Januar 2011

NACHTRAG OYA NR.4: DIREKTE DEMOKRATIE

Vor ein paar Tagen bin ich endlich dazu gekommen, die Oya Nr. 4 zu Ende zu lesen. Inzwischen liegt Ausgabe 6 schon einige Tage hier rum und Ausgabe 5 habe ich schon vor Wochen verliehen. Da ich noch ein paar sehr interessante Dinge in der Oya entdeckt habe, werde ich der Ausgabe in den nächsten Tagen noch den ein oder anderen Post widmen. Heute zum Thema Demokratie:
"Unsere Demokratie wird sterben, wenn wir uns nicht intensiv um sie kümmern. Sie wird zu einer scheindemokratischen Parteienoligarchie degenerieren. Die wesentlichen Entscheidungen werden auf immer höheren Ebenen weitab von den Menschen getroffen. Werden sich in wenigen Jahren schon die ersten Konzernstaaten gründen, in denen die Globalisierungsgewinner offiziell die macht ausüben, die sie bisher nur informell haben? Man muss die Vorahnung dieses dunklen Szenarios nicht teilen, um zu erkennen, dass die repräsentative, parlamentarische Demokratie theoretisch und praktisch an ihre Grenzen gelangt ist und sich nicht aus sich heraus reformieren wird. (...)
Den Mut und die Kraft für grundlegende Reformen, haben heute nur noch die Bürger selbst. Wir können uns nicht mehr davor drücken. Nach der Finanzkrise hat es auch der Letzte kapiert, dass es "die da oben" auch nicht können. Wir müssen uns einmischen. Neue Ideen kommen in der Regel nicht aus dem Zentrum der Gesellschaft, sondern aus der Peripherie.(...)
Die eigentliche Gefahr für die Demokratie ist, dass viele Menschen das heutige politische System in Europa mit Demokratie bzw. dem Ideal der Demokratie gleichsetzen und verwechseln. Doch wir stehen erst am Anfang zu einer wahrhaft selbstbestimmten und demokratischen Gesellschaft. Eine Demokratie ist niemals perfekt und niemals statisch, denn die Gesellschaft verändert sich laufend. Demokratie kann ihre Entwicklung ebensowenig unterbrechen wie der Mensch das Atmen. Ein demokratisches System, das unveränderlich und statisch bleibt, stirbt ab und wird undemokratisch.
Auf einer Skala von 0 (Diktatur) bis 10 (Demokratie) sind wir mit unseren heutigen Systemen nicht weiter als 5 gekommen. Auf Stufe 6 kämen wir, wenn wir auf allen Ebenen anwendungsfreundliche Volksentscheidregelungen einführen würden, bei Stufe 7 würden wir zusätzlich eine Kultur der Begegnung, der gegenseitigen Wahrnehmung schaffen, die Stufen 8 und 9 müssten wir erst erfinden, und 10 ist als Ideal sowieso nicht erreichbar...
Unser nächster Schritt führt also zur Stufe 6, und dafür brauchen wir vor allem verbindliche Volksentscheide!
Erst wenn Menschen selbst verbindlich entscheiden können, werden sie souverän - im verfassungsrechtlichen wie im umgangssprachlichen Sinn. Menschen die wissen, dass sie ihr leben gestalten, schreiten aufrechter durch die Welt. Die direkte Demokratie ist kein Allheilmittel. Sie hat ihre Schwächen, die durch kluge Verfahrensregelungen ausgeglichen werden können. Sie bietet selbst keine einzige Lösung. Aber sie ist ein Schlüssel zu den vielfältigen Lösungen, die in der kollektiven Intelligenz der Gesellschaft schlummern.
Jeder Mensch, jeder Einzelne kann eine Idee in den Raum stellen, eine Frage an alle richten. Das ist das Wechselspiel in der direkten Demokratie zwischen dem Einen und den Vielen, zwischen dem Initiativprinzip und dem Gleichheitsprinzip. Einer kann eine Frage an alle stellen, wenn die Hürde einer bestimmten Anzahl von Unterstützern genommen wurde. Dazu muss überzeugt werden, nichts kann angeordet werden. Ist dieser Schritt geschafft, kommt die Antwort der Vielen im Entscheid. (...)
Der Schlüssel für gesellschaftliches Wachstum ist: mehr Bewusstsein in allen Bereichen. Und genau das wird durch Volksbegehren und Volksentscheide herangebildet. Durch tausendfache Gespräche von Mensch zu Mensch, durch Veranstaltungen, durch Medienberichterstattung findet Begegnung findet Lernen statt. Selbst über so komplexe Themen wie die europäische Verfassung können die Bürger abstimmen. Das sind riesige Bildungsveranstaltungen. Und selbstverständlich werden in Volksentscheiden auch Dinge beschlossen, die manchen von uns nicht gefallen. Auch das gehört zur Demokratie. Das Ergebnis eines Volksentscheids spiegelt immer nur unsere Gesellschaft. (...)

Freitag, 28. Januar 2011

GEDANKENGUT XLII

"Mit der vollständigen Kommerzialisierung der Lebensmittel, die so allen anderen Konsumgütern gleichgestellt werden, haben wir viel verloren. Wir haben mehr Verschwendung, weniger Nachhaltigkeit, geringere Qualität der Produkte. Dazu gedeihen irrationale Entscheidungen, die von unzureichender Information und falschen Bedürfnissen beeinflusst werden, wie der Mythos der Freizeit, der mittlerweile zu einem Zwang geworden ist."
Carlo Petrini  im Slow Food Magazin 6/10

Donnerstag, 27. Januar 2011

SKANDAL!

via konsumpf

Mittwoch, 26. Januar 2011

DOKU: ESSEN IM 21. JAHRHUNDERT / MEINE GEDANKEN

Heute habe ich in dem Sumpf des Fernsehen malwieder eine echte Perle geborgen. Auf Phoenix lief heute von 20:15 - 21:45 die Dokumentation "Essen im 21. Jahrhundert: Mit Hightech auf den Tisch" bzw. Hightech-Forschung der Konzerne gegen Besinnung auf Tradition.
Für mich hielt die Doku erst einmal viele altbekannte Informationen aus meinem Fachgebiet den Ernährungswissenschaften bereit, aber daneben auch einige interessante neue Informationen und Einblicke in den aktuellen und zukünftigen Stand der Dinge. Leider ist die Dokumentation zu diesem Zeitpunkt online nirgends zu finden. Allerdings wird sie morgen noch einmal um 7:15 und um 18:30 wiederholt. Die Doku lief auch schon während der ARD Themenwoche "Essen ist Leben" und auf anderen Sendern, also bleibt zu hoffen, dass sie vielleicht in naher Zukunft in irgendeiner Mediathek auch online verfügbar ist.
Zur Doku:
Es geht um den aktuellen Stand der Forschung im Bereich der Lebensmittel (im weitesten Sinne) sowie um die daraus resultierenden Zukunftperspektiven, alles gut verständlich und nicht zu dröge verpackt. In der Doku werden sehr viele unterschiedliche Bereiche auf sehr neutrale Weise beleuchtet und dem Zuschauer nahe gebracht (z.B. wie Geschmack funktioniert, was ein Chromatograph ist oder warum Ratten dick werden). Am Ende jedes Themas werden die interviewten Personen gerfagt, was sie persönlich denn am liebsten essen.
Ich möchte hier weniger eine Inhaltsangabe oder Ähnliches präsentieren, sondern möchte über einzelne Dinge sprechen, die mir persönlich während der Doku mehr oder weniger bitter aufgestoßen sind.
Da ich selbst vom Fach bin (Student der Ökotrophologie und Koch), war es für mich besonders "interessant" zu sehen, welche Türen mir mein Studium so eröffnet. Die Vielzahl an vorkommenden Berufsfelder in der Doku spiegelt nahezu genau die Fachbereiche meines Studiums wieder - Marketing, Marktforschung, Sensorik, Lebensmitteltechnik, Ernährungsforschung, Landwirtschaft, Aquakultur etc. Für mich war es dann an einigen Punkten umso amüsanter zu hören, wie einige Sprecher von Unternehmen quasi eins zu eins Folien aus PowerPointPräsentation runtergebetet haben, die ich in den ersten Semestern meines Studiums bereits behandelt habe - denn das macht mir dann "Mut", dass das strikte Auswendiglernen (was in meinem Studiengang Alltag ist) einen Sinn gibt und es fast scheint, als müsste man tatsächlich auch nach dem Studium nicht anfangen viel alleine zu denken. Spitze! Oder etwa nicht...
Auch der Koch in mir blieb nicht ungerührt. Ich war wirklich betoffen zu sehen, wohin es den ein oder anderen Sternekoch verschlägt (als wäre das Mainstream-Fernsehen nicht schon schlimm genug). Einer von ihnen arbeitet z.B. bei der Deutschen See (einem der größten Lebensmittelhersteller und Händler im Bereich der Meeresfrüchte) in der Produktentwicklung - sprich er entwirft neue Fertigprodukte für den bestehenden Markt. Es schmerzt, wenn ein ehemaliger Sternekoch mit einer absoluten Überzeugung davon spricht, dass alles "convenienter" wird und schon bald nahezu alle Produkte "ready-to-eat" sein werden und es z.B. im Bereich Fisch kaum noch Frischware geben wird.
Ein anderer ehemaliger Sternekoch  kreiert bei Symrise (einem der weltweit größten Aromahersteller) ebenfalls neue Produkte. Seine Kreativität wird genutzt, um "neue" Geschmäcker auf dem Markt zu etablieren. So bereitet der Koch in der Doku zwei unterschiedliche Tomatensuppen zu und kostet diese anschließend zusammen mit einem "Flavoristen". Achtung: jetzt wird es wirklich absurd! Anschließend versucht der Flavorist, mithilfe von Chromatographieverfahren und dem sogenannten "Sniffing" (dem Erschnüffeln von bestimmten chemischen Substanzen) die Suppe, in ihre grundliegenden Aromakomponenten zu zerlegen und versucht dann wiederum, anschließend eine "Basissuppe" künstlich mit den bestimmten Aromen zu beimpfen. Wenn das Essen der Zukunft so entsteht, wünsche ich schon jetzt einen Guten Appetit!

Zu diesem Zeitpunkt der Dokumentation wusste ich nicht, ob lachen oder weinen soll über die überwiegende Zahl der vorgestellten Trends und Entwicklungen, in denen das Lebensmittel und alles was daran hängt, auf ein Objekt des Marktes degradiert und massiv seinem Wert beraubt wird. Es geht nicht mehr primär um Genuss, Identität, Kultur, Nachhaltigkeit etc. sondern malwieder um Marktanteile, Wachstum, Gewinne, Innovationen etc. Die System beherrscht alles...auch unsere Lebensmittel?
Doch dann am Ende der Dokumentation gab es doch noch ein "Happy-End" für mich - ein kleiner aber feiner Hoffnungsschimmer für den Studenten, den Koch, den Genießer, den Lebensmittelhandwerker, ja den Menschen in mir. Der "Trend" Slow Food wurde erwähnt und in eine Reihe mit den "Großen" gestellt. Für alle, denen Slow Food kein Begriff ist: Slow Food ist ein Verein, der sich im weitesten Sinne dafür einsetzt, dass wir unseren Lebensmitteln ganzheitlich wieder ihren Wert zurück geben und uns wieder besinnen, und zwar auf das was wirklichen Wert hat (wer mehr wissen möchte, sollte einfach mal auf die offizielle Internetpräsenz von SlowFood gehen und sich ein ausführlicheres Bild verschaffen).
Nach diesem Ende der Dokumentation konnte ich nun doch im Positiven diesen Beitrag schreiben und jetzt auch in Ruhe schlafen.

Dienstag, 25. Januar 2011

GEDANKENGUT XLI

Fresst weiter Scheiße! Milliarden von Fliegen können nicht irren.
B.M.A Giurini beim täglichen Bier unter Nachbarn

PANNA COTTA NUMERO UNO

Am Wochenende habe ich mich mal wieder in Gastlichkeit geübt. Es gab eine Menge Antipasti, Käse und selbstgebackenes Oliven-Kürbiskern-Brot. Alles Standards meiner Küche. Was mir allerdings wirklich Spaß gebracht hat, war meine erste eigene Panna Cotta. Ja ich habe tatsächlich vorher noch nie selber eine gemacht. Deswegen möchte ich diesen "Meilenstein" meines Kochdaseins mit euch teilen.
Das Foto zeigt euch die Vanille-Cardamom-Panna Cotta in einem See aus Mango, gekrönt mit einem Estragonzucker.
Ich entschuldige mich für die (wie fast immer) üble Belichtung des Fotos. Aber wir haben das Dessert erst spät in der Nacht gegessen und die Lichtverhältnisse sind in meinem Atelier schon am Tag grauenvoll.

Samstag, 22. Januar 2011

SIE HÄNGT...

Endlich hängt die Schaukel!
Vom Gartenmä...äh...Weihnachtsmann hab ich sie bekommen.
Es hat ein wenig gedauert, bis ich mir die Bohrmaschine und die Schaukelhaken organisiert habe,...
...aber heute hatte ich dann endlich alles parat und nun schmückt diese wunderschöne Schaukel meine Wohnung...
...und mein inneres Kind kann sich endlich so richtig austoben!

BIO FÜR ALLE!

Via kaufkrampf habe ich eine kurze Reportage gefunden, die sich mit der Frage befasst, ob und wenn ja wie "Bio" für die Massen möglich ist. Die 29 minütige Reportage könnt ihr euch hier anschauen.
Angeregt durch den Beitrag möchte ich den Begriff  "Bio" einmal genauer beleuchten und diskutieren? Fakt ist dass ökologische Landwirtschaft in den letzten Jahren stark an Bedeutung und an Relevanz gewonnen hat. Der westliche Lebensstil, wie er von den Massen in den letzten Jahrzehnten geführt wurde, beginnt heute an seine Grenzen zu stoßen, am offensichtlichsten zeigt sich dies im Bereich des Finanzwesens sowie sämtlichen Bereichen, die die Umwelt betreffen. Dadurch rücken Fragen über Nachhaltigkeit immer weiter in den Vordergrund und beginnen auch die Gesellschaftsmitte zu erfassen. Musterbeispiel hierfür ist ist die "Bio-Landwirtschaft".  Zurzeit nutzen 3.803 Unternehmen das deutsche Bio-Siegel auf 61.744 Produkten (laut der offiziellen Internetpräsenz des Bio-Siegels), Tendenz nach wie vor steigend. Die Wachstumszahlen im Biobereich liegen teilweise im zweistelligen Bereich. Es stellt sich also die Frage, ob ökologische Landwirtschaft massentauglich ist.
Die Reportage antwortet auf diese Frage mit einem kritischen "Ja, aber..." (genau wie ich). Bio hat nicht nur Vorteile (größter Nachteil von Bio ist die Einbuße an Produktivität) und es ist auch keineswegs das Allheilmittel aller unserer Probleme, wenn wir in Zukunft auf alles ein Bio-Siegel kleben und uns damit zufrieden stellen; damit ist wenig geholfen. Jedem sollte klar sein, dass das deutsche Bio-Siegel, sowie das EU-Bio-Siegel zwar bestimmte Sachen vorschreiben und der konventionellen Landwirtschaft vorzuziehen sind, aber dass auch sie große Spielräume für im großen Maßstab produzierende Unternehmen zulassen. Es drängen sich Fragen auf wie: Sind intensiv bewirtschaftete Monokulturen noch Bio? Ist ein in einem Dürregebiet (wie in weiten Teilen Spaniens) aufgebautes Riesen-Gewächshaus, das unter enormem Wasser- und Energieverbrauch Bio-Gemüse für den deutschen Markt produziert noch Bio? Sind Mohrrüben aus Neuseeland, die hier in Deutschland verkauft werden noch Bio? Ist ökologisch produziertes Palmöl aus Südamerika noch Bio, wenn für dessen Anbau über Jahrtausende unberührter Regenwald abgeholzt wird?Ist Aquakultur Bio, wenn für die Zucht von 1kg Fisch 13kg Futterfisch verfüttert werden?
Laut Bio-Label, lassen sich alle Fragen mit einem klaren "Ja!" beantworten, denn die angesprochenen Aspekte finden in den herkömmlichen Labels leider keinerlei Beachtung. Was ich (und auch die Reportage) damit veranschaulichen möchte ist, dass die staatlichen Bio-Siegel nur den Anfang und die absoluten Mindestanforderungen an eine ökologische und vor allem nachhaltige Landwirtsaft darstellen. Für mich beginnt Bio beim Siegel (wobei das Siegel einen ersten Anhaltspunkt bietet). Man muss aber (leider) bei jedem Kauf etwas genauer hinschauen und sich schlichtweg informieren. Wer produziert? In welchem Umfang wird produziert? Wo wird produziert? Wann wird produziert? Unter welchen Bedingungen wird produziert (Thema faire Löhne: Leider ist es, wie ich von einer guten Freundin weiß, nicht nur im Ausland Gang und Gebe dass in der Landwirtschaft Menschen ausgebeutet werden, sondern auch hierzulande selbst in der Bio-(sogar demeter) Landwirtschaft oft nur Hungerlöhne gezahlt werden) etc.
Zwangsläufig fordert echter "Bio-Konsum", dass man sich mit der Materie auseinandersetzt. Das mag auf den ersten Blick schwierig und nervig erscheinen - ist es aber keineswegs, wenn man erst einmal angefangen hat. Denn man wird schnell mit ganz tollen Lebensmitteln und menschlichen Kontakten belohnt.
Jeder der mir nicht so ganz glauben mag, dass es sich lohnt, der soll einfach mal beim nächsten Einkauf einen großen Bogen um den Supermarkt machen, auf den nächstgelegenen Wochenmarkt gehen, sich ein wenig umschauen und mit dem ein oder anderen Standbetreiber schnacken.
Ich bin mir sicher, dass Bio für alle möglich ist. Aber erst dann wenn wir bereit sind auch den "Preis" dafür zu bezahlen!

Montag, 17. Januar 2011

GEDANKENGUT XLI

"Köche müssen die nachhaltige Landwirtschaft fördern, wertvolle Produktionswelten schaffen und nach Bauern und Handwerkern suchen (wenn möglich in der nahen Umgebung), die in ihrer Arbeit nachhaltige Methoden einsetzen. Die Küche als moralischer und wissenschaftlicher Ort muss alles unnatürlich Erzeugte ablehnen. Unnatürliches gehört nicht in die Küche. Das wissen die Köche die gutes Essen servieren wollen(…) Sie sollten es aber laut sagen: Sie sollten in ihren Menüs angeben, woher ihre Produkte kommen, und die besten landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkte auch empfehlen. Ihre Arbeit im Sinne hervorragender Qualität soll zu einem Antrieb für die nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen werden, sogar in den privaten Haushalten."
Carlo Petrini, "Gut, Sauber & Fair"

Samstag, 15. Januar 2011

ÜBER GELD, BEDÜRFNISSE UND WAHREM REICHTUM

„Es geht immer und überall ums Geld. Das höchste Ziel aller Unternehmen oder sogar aller Individuuen ist die Vermehrung von Geld und das undendliche Wachstum.“ Das ist einer der Mythen unserer Zeit, der uns Tag ein, Tag aus eingehämmert wird, damit wir ihn als die Wahrheit annehmen und unser eigenes Leben nach ihm gestalten. Aber ist (das Konstrukt) Geld nicht nur ein(s von vielen) Mittel zum Zweck. Der Zweck ist Lebenshaltung in Form von (Grund)bedürfnissbefriedigung. Wenn der Zweck nun erfüllt ist (für „uns“ alle der Fall), wird das Mittel darüber hinaus doch überflüssig. Also sollte Geld dann doch keine Rolle mehr spielen. Echte Werte treten in den Vordergrund, die nicht mit Geld zu erfüllen sind (z.B. menschliche Beziehungen im weitesten Sinne). Dies gilt für Menschen als Individuuen und genauso für Menschen als Unternehmer. Heute ist es doch so, dass das mehr an Geld nur ein mehr an Bedürfnissen schafft, um sich selbst einen fortwährenden Sinn zu geben und sich selbst zu erhalten. Dadurch rücken die echten Werte allerdings in immer weitere Ferne und man verliert sich in einem Labyrinth aus Wachstum und Scheinbedürfnissen.
Ziel sollte es also sein durch (z.B.) Geld die Grundbedürfnisse aller zu befriedigen. Ist dies gelungen, werden andere Mittel (z.B. Ehrlichkeit, Engagement, Natur, Arbeit, Vertrauen, Zusammenhalt) benötigt, um andere Zwecke (Glück, Identität, Sinn, Liebe, Selbstverwirklung etc.) zu erfüllen. Erst durch diese nicht-monetären Mittel entsteht wahrer gesellschaftlicher Reichtum und eine tatsächliche Befriedigung aller menschlichen Bedürfnisse.

Freitag, 14. Januar 2011

KARAMELLISIERTE SCHWARZWURZELN

Hier nun ein paar Eindrücke der Schwarzwurzel.
Ich habe sie einfach im Waschbecken geschält, geschnitten...
...kurz gekocht, in Butter angebraten...
...dann in Zucker karamellisiert, leicht gesalzen und gepfeffert und am Ende den Karamell mit Sahne abgelöscht und sämig einreduziert.
Ein herrliche Beilage - für mich heute allerdings als Hauptgericht.

BULLSHIT! DIESE WELT IST NICHT ZU VERKAUFEN

Das ist der Titel einer Dokumentation, auf die ich vor kurzem im Internet gestoßen bin und die ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten möchte. Die Doku handelt von der alternativen Nobelpreisträgerin Vandana Shiva und ihrem Kampf gegen genmanipulierte Lebensmittel.
Vandana Shiva ist für mich ein Riesenvorbild. Ich kenne kaum einen Menschen, der es vermag mich so zu inspirieren und mich so sehr mit positiver Energie zu erfüllen, wie Vandana Shiva.
Neben ihrem Engagement gegen "GenFood", ist Shiva Gründerin von Navdanya, einer indischen Bauerngemeinschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, traditionelle Nutzpflanzen, Saatgut und Anbaumethoden zu sichern und wieder verstärkt zu verbreiten. Navdanya soll den Bauern eine Existenz in Einklang mit der Natur und dem "alten" Wissen bieten und ihnen eine echte Alternative zu der Abhängigkeit von den Großkonzernen bieten. Navdanya ist nicht nur eine Idee, sondern für tausende von Indischen Bauern tägliche Realität und Lebensgrundlage.
Was die Präsenz der multinationalen Konzerne und die daraus resultierenden Dependenzen anrichten, wird auch in der Doku gezeigt. Hunderte und Tausende Bauern in Indien und dem Rest der sogenannten dritten Welt begehen jedes Jahr Suizid, weil sie keinen anderen Ausweg aus der Schuldenmisere sehen, in die sie getrieben wurden.
Außerdem engagiert sich Shiva, die in Quantenphysik promoviert hat, bei Terra Madre (einem internationalen Netzwerk von Bauern und Lebensmittelproduzenten) und Slow Food.
Schaut euch einfach die Doku an (wie immer habe ich den ersten Teil hier verlinkt) und macht euch selbst ein Bild von Vandana Shiva und ihrer Arbeit.

ZEHN EMPFEHLUNGEN

Ein toller Artikel gefunden via naturgetr.eu  / via konsumpf:

Von Harald Welzer
1.Selber denken.
2. Trauen Sie endlich Ihrem Gefühl, dass um Sie herum ein großes Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilität, aber das Stück ist eine Farce: Immerfort treten dicke Männer auf und brüllen „Wachstum!“, Spekulanten spielen Länderdomino, und dauernd tänzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern über die Bühne. Das Publikum ist genervt und wütend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?
3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden größer, wenn immer mehr gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft wächst?
4. Suchen Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und Freunden nach Antworten. Zum Beispiel: Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in fremde Taschen wandert. Weil viele börsennotierte Unternehmen staatsferne Parallelgesellschaften bilden.
5. Beschließen Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre Antworten Sie beunruhigen.
6. Fangen Sie damit an, aufzuhören. Hören Sie auf, Europapolitikern zu glauben. Hören Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten zu glauben. Und hören Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos erzählen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So etwas gibt es in Demokratien nicht.
7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr jeden Blödsinn tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume. Sie leben in einem der reichsten Länder der Erde, Sie sind hervorragend ausgebildet, Sie haben Spaß am Leben und finden sich ganz gut. Warum zum Teufel machen Sie jeden Tag dasselbe und nie etwas anderes?
8. Wie Sie Ihre Spielräume nutzen sollen? Schauen Sie sich einfach an, was andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ansätze und Projekte: Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsgärten, fairen Konsum, lokale Währungen, großartige Stiftungen, Unternehmen, die sich dem Wachstumszwang verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist sind. Forschen Sie für eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft sind. Wechseln Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen Sie anders ein, falls Sie ein Restaurant haben. Fragen Sie, wo der Fisch herkommt, wenn Sie essen gehen. Interessieren Sie sich für die Zukunft Ihrer Schüler, falls Sie Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie mit einem Kindergarten, wenn Sie ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans Höllenfeuer, wenn Sie einem der vier großen Energiekonzerne vorstehen. Produzieren Sie cradle to cradle, wenn Sie eine Fabrik besitzen. Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich für intellektuell halten.
9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugehören, wo Sie stolz sagen können: „Wir machen das anders!“ Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einfällt. Zukunftsfähig zu sein bedeutet das Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu handeln.
10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie Spaß dabei. Vergessen Sie das „5-vor-12“-Blabla der Ökobewegung und das Gerede von der „Weltgemeinschaft“ und der Notwendigkeit globaler Lösungen. Niemand hat an Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: „Lars, du bist zu uns gekommen, um die Welt zu retten!“ Es genügt völlig, wenn Sie beginnen, mit Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll und zukunftsfähig umzugehen. Das aber bitte gleich.
Stornieren Sie Ihre nächste blöde Flugreise (Sie wollen da sowieso nicht hin), bestellen Sie Ihr nächstes Auto erst gar nicht (es wird Sie unglücklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie glücklicher), kaufen Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat irgendjemand zu wenig bekommen). Säbeln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen Sie Ihren Kindern oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben ändern werden. Das wird Ihnen helfen, es tatsächlich zu tun (denn jetzt können Sie nicht mehr zurück).

Harald Welzer, 52, lehrt am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und veröffentlichte zuletzt mit Claus Leggewie „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“ (S. Fischer).

Donnerstag, 13. Januar 2011

CHEW LIPS

...höre ich im Moment rauf und runter. Jedes daherkommende Stimmungstief schmetter ich damit zu Boden! Grandiose Musik. So grandios, dass ich sie hier kurz verlinken muss!



Mehr...

Dienstag, 11. Januar 2011

ES LEBE DIE SCHWARZWURZEL!

Nur wenige kennen sie (noch) - die Schwarzwurzel. Noch weniger haben sie in ihrem Standard-Repetoire an Lebensmitteln. Irgendwie ist das leckere Wintergemüse ziemlich in Vergessenheit geraten. Im Supermarkt findet man sie oft gar nicht mehr, nicht einmal zur regionalen Hochsaison ab Ende Oktober. Selbst auf dem Wochenmarkt muss man genau hinschauen um sie ausfindig zu machen. Wenn ein Stand Schwarzwurzeln hat, dann liegen in der Auslage meist nur wenige Exemplare, versteckt in einer dunklen Ecke des Standes. Ich bin froh, dass der Bio-Stand meines Vertrauens zur Saison immer Schwarzwurzeln da hat, zwar nicht viele, aber für mich reichen sie. Und wie ich von einem guten Freund weiß, der an dem Marktstand arbeitet "kauft die eh keiner". Wir können das beide kaum nachvollziehen, denn wir wissen, was die Leute verpassen.
In der Vorspeise meines Weihnachtsmenüs z.B. spielte die Schwarzwurzel ein glamuröses Duett mit der Vanille, in Form einer Suppe und Neujahr musste das unscheinbare Gemüse ein weiteres Mal als Suppenbasis dienen (aus der Not heraus, da ich vergessen hatte über die Feiertage einzukaufen), dazu gesellten sich noch etwas Sellerie und Macisblüte.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich auch noch verhältnismäßig wenig Erfahrungen mit Schwarzwurzeln habe. Ganz einfach deswegen, weil sie nur in den Wintermonaten Saison hat und weil sie eben einfach so schrecklich unpopulär ist. Aber das soll sich von nun an ändern. Denn die Schwarzwurzel schmeckt fantastisch (überzeugt euch davon selbst, wenn ihr mir nicht gaubt) und bringt dem Winter einen weiteren tollen charakteristischen Geschmack. Nutzt die Zeit bis März und sucht im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt doch mal nach den Wurzeln und probiert sie.
Zu beachten bei der Verarbeitung: Wurzeln einfach wie normale Wurzeln schälen. An der Luft oxidiert das weiße Fleisch relativ schnell und beginnt braun zu werden, was aber keine geschmacklichen Einbußen zur Folge hat. Wen die braune Farbe stört, der sollte die Wurzeln sehr zügig verarbeiten oder nach dem Schälen in Essig- oder Zitronenwasser einlegen. Außerdem kann der beim Schälen austretende Milchsaft recht klebrig sein. Meine Empfehlung: Die Wurzeln unter fließendem kalten Wasser oder im gefüllten Waschbecken schälen. So wird man Herr über beide Probleme. Schwarzwurzeln können ähnlich zubereitet werden wie Möhren oder Pastinaken.
Frohes Kochen!
P.S. Morgen gibt es karamellisierte Schwarzwurzeln und dann liefer ich auch ein paar Fotos der schlanken Schönheiten.

Montag, 10. Januar 2011

GEDANKENGUT XL

"Wenn du an andere denkst, ist auch an dich gedacht."

Ich wünsche mir sehr, dass dieses Paradigma unsere Welt in naher Zukunft regiert (und nicht länger dieses).

ZWEITES FRÜHSTÜCK

 Das erste Frühstück bestand heute aus Espresso und einem Apfel-auf-den-Weg. Nach dem Marktgang war ich bereit für den zweiten Anlauf.
Austernpilze, Thymian und Knoblauch in etwas Butter abgeschwitzt, Comté, Salami und Vollkornbrot von Bioland Bäckerei Jess.
 
Dazu Saft von drei Blutorangen.

Freitag, 7. Januar 2011

ARAM BARTHOLL - MAP

"In the city center series 'Map' is set up at the exact spot where Google Maps assumes to be the city center of the city. Transferred to physical space the map marker questions the relation of the digital information space to every day life public city space. The perception of the city is increasingly influenced by geolocation services."

Mittwoch, 5. Januar 2011

BRATWURST MIT LINSEN NACH DER DOLLASE'SCHEN KOCHUNIVERSITÄT / IM DETAIL

Völlig unabhängig davon, dass gerade ein neues Jahr begonnen hat und alle hart daran arbeiten, ihre dämlichen Vorsätze in den Sand zu setzen, habe ich mir vorgenommen, wieder mehr und vor allem kreativer zu kochen und so meinen Horizont spielerisch wieder zu erweitern. Denn gegen Ende des letzten Jahres habe ich mich in allerlei Dingen verfangen und ein wenig die Orientierung verloren. Und deshalb möchte ich wieder zum Ausgangspunkt meines Handels, dem Kochen, zurückkehren und von dort aus neu starten.
Den Anfang mache ich heute mit einem Rezept aus der "Kochuniversität - Schwein" von meinem persönlichen Gott der Kulinaristik Jürgen Dollase (ich denke, ich werde, einfach sobald ich die Zeit und Muße finde, einmal Jürgen Dollase und seine Werke im Bereich der Kulinaristik oberflächlich vorstellen).
Ganz kurz zur "Kochuniversität": In jedem Band der Kochuniversität steht jeweils ein Lebensmittel bzw. ein kulinarisch relevantes Thema im Mittelpunkt (bisher erschienen: Tomate, Schwein, Pasta, Einkaufsführer, Geschmack). Jeder Band ist aufgeteilt in unterschiedliche "Level", die jeweils einige Rezepte ähnlicher Komplexität beinhalten, angefangen mit einfachen Garungen und grundliegenden Gedanken, bis hin zu höchstkomplexen Garungen und Konzepten, wie sie in der gegenwärtigen Sterneküche zu finden sind.
Bei den vorhandenen Rezepten geht es, anders als in herkömmlichen Kochbüchern oder -zeitschriften, weniger um das stumpfe Nachkochen des Rezepts und das gedankenlose Vertilgen des Ergebnisses, stattdessen dreht sich alles um die Zusammenhänge, um die Komposition und die Vorgänge, die der Zubereitung zugrunde liegen. So folgt auf jedes Rezept eine ausführliche Erläuterung, warum man was tut und welche Folgen es für Geschmack, Textur und Sensorik hat. Es geht also darum, etwas zu lernen und zu verstehen - eine durchaus ernste Sache, die aber, wenn man sich genau das klar macht, ungeahnten Spaß bringt und tatsächlich, durch all die neuen Erkenntnisse, die man beim Lesen, "Nachkochen" und Verzehren der Speisen gewinnt, extrem anregend wirkt.
Genug geschwafelt! Hier nun das gestrige Rezept: Bratwurstscheiben mit Linsengemüse und Senf-Vinaigrette.
Zu allerst das Trivialste, was man zu einem Essen sagen kann: Es war voll lecker! Ein schöner leerer Satz mit dem ich ständig gepeinigt werde. Nun ja, ich möchte mir selbst und euch noch viel mehr den Gefallen tun, zu erläutern, wie ich zu dieser scharfsinnigen und tiefgründigen Aussage gekommen bin (ganz in Dollase'scher Manier).
Zur Zubereitung:
Die Linsen wurden zusammen mit kleinsten Würfeln von Karotte, Zwiebel und Staudensellerie in Kalbsfond gegart. Wenn die Linsen gar sind, ergibt sich so ein komplexes, volles Aroma, das die Linsen in Form eines Flüssigkeitsmantels umschließt und durchdringt, eine natürliche Art der "Geschmackverstärkung". Die Senf-Vinaigrette ist einfach etwas körniger Dijon-Senf grob mit Olivenöl vermengt (eigentlich noch ein Spritzer Essig, aber ich empfand die Vinaigrette auch so als sauer genug und außerdem musste ich, zu meiner Schande, feststellen, dass ich vergessen hatte neuen Essig zu kaufen). Wichtig ist, die Vinaigrette abseits der anderen Komponenten auf dem Teller zu platzieren, aufgrund der unterschiedlichen Temperaturen und damit sich die Geschmäcker erst im Mund vermischen.
Die Kartoffelchips sind ganz simple in Öl ausgebackene hauchdünne Kartoffelscheiben.
Die Bratwurst ist eine herkömmliche Schweinswurst von der Hofschlachterei Muhs, gebraten und in Scheiben geschnitten.
Weitere Bestandteile des Gerichts sind Thymian und selbstgemachtes 5-Gewürze-Pulver (Nelken, Anis, Zimt, Fenchel, Szechuan-Pfeffer), dazu in der sensorischen Erläuterung mehr.
Sensorische Erläuterung:
Das Linsengemüse an sich hat einen sehr klassischen Geschmack, ohne große Spielereien. ES bildet die geschmackliche Basis des Rezepts. Im Mund werden nimmt es schnell eine homogene Textur an, genau wie die Wurst. Beides alleine wäre wenig spektakulär und bietet wenige Akzente. Dazu dienen die anderen Betandteile - sie befördern das Ganze auf ein vollkommen anderes Geschmackslevel.
Die Vinaigrette bietet einen kleinen Säurepol und schmilzt im Mund nach kurzem Vorschmecken (des Senfs) in das Gesamtbild mit ein. Das Olivenöl macht sie weicher.
Die Chips lockern das gesamte Gericht aufgrund ihrer speziellen Textur auf. Beißt man auf einen Chip kracht es und man ist kurzzeitig abgelenkt und alles andere tritt in den Hintergrund.
Für echte Überraschungen sorgen der Thymian (Blätter einzeln gezupft und verteilt) sowie das 5-Gewürze-Pulver. Jedesmal. wenn man im Mund etwas davon erwischt. blitzt der jeweilige Geschmack kurz auf und drängt das Gesamtbild in den Hintergrund und verschwindet kurz darauf wieder im Schatten des "Mischgeschmacks".
Durch die raffinierte Kombination von Altbekannten und Ungewohnlichem, sowie den Unterschiedlichen sensorischen Eigenschaften der Komponenten, ergibt sich eine gewisse Tiefe in dem Gericht, die es, wie zu Beginn beschrieben, "voll lecker" macht.
So viel (ich könnte ein noch vielfaches mehr über das Gericht schreiben) kann sich also hinter dem Wort "lecker" verbergen. Ob man nun immer so ausführlich über ein Essen nachdenken und philosophieren sollte, bleibt dahingestellt, aber es lohnt sich definitiv hier und da mal genauer darüber nachzudenken, warum etwas lecker ist.
Hier noch ein Bild der Kochuniversität. Daneben steht ein Topf mit Schwarzwurzelsuppe mit etwas Parmesan (dazu auch in den kommenden Tagen mehr). Bis dahin, Guten Appetit, Euer Moustachio...

Dienstag, 4. Januar 2011

NACHGEREICHTE NEUJAHRSREDE

Auf diese Neujahrsrede bin ich im Kaufkrampf-Blog gestoßen und wollte sie mal weiter verlinken. Wer 10 Minuten Zeit und Lust hat, kann sie sich ja mal durchlesen und unter Umständen ein paar der Gedanken mit ins neue Jahr nehmen.

Worauf ich hoffe:
Wenn Gott gerecht ist, muss er unseren Untergang zulassen. Um diese Welt zu retten, müssen die Jungen alles anders machen als die Alten. Eine Neujahrsrede von Christoph Hein

Montag, 3. Januar 2011

EIN MEDIUM MIT ZUKUNFT

GEDANKENGUT XXXIX

"Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht."

Samstag, 1. Januar 2011

BOWLING FOR COLUMBINE

Zufällig beim Zappen habe ich vor ein paar Tagen auf 3sat Halt gemacht und mir die Michael Moore Doukmentation "Bowling for Columbine" angeschaut. Eine unterhaltsame und auf jeden Fall sehenswerte Dokumentation. In üblicher Moore'scher Manier werden die USA beleuchtet. Ausgangspunkt diesmal ist der Amoklauf zweier Jugendlicher in der Kleinstadt Littleton und die daraufhin entfachte Waffendiskussion. In der Doku versucht Moore zu ergründen, was es mit den Waffen in den USA auf sich hat und warum es in den USA, im Vergleich zum Rest der westlichen Welt, ein vielfaches an Morden durch Schusswaffen gibt. Moore hinterfragt, deckt auf, hört zu und verändert sogar - alles untermalt von einem satirischen Unterton, der sicherlich nicht jedem gefällt, aber der zweifelsohne, das Thema für die breite Masse leichter zugänglich macht und so ins Gespräch bringt. Auch wenn die Dokumentation schon ein paar Jahre alt ist (2002), hat sie nicht an Aktualität und Relevanz verloren. So fand ich es besonders interessant, welche Rolle die Angst, laut Moore, in der Kultur der USA spielt und welche Folgen diese hat. Höhepunkte der Doku sind für mich, das Interview mit dem Rockmusiker Marilyn Manson (den ich sehr schätze), sowie der fulminante Showdown am Ende der Doku in dem Michael Moore Charlton Heston den Präsidenten der NRA (National Rifle Association) gerade zu zerfetzt und verbal zerstört.
Für alle Freunde des Internets gibt es die Dokumenation in mehreren Teilen bei YouTube zu sehen (den ersten Teil habe ich unten verlinkt. Wenn ein Teil vorbei ist, kann man sich jeweils zum nächsten weiter klicken)
Ansonsten kann man sich die Doku auch einfach mal in der Videothek um die Ecke ausleihen.

HERZLICH WILLKOMMEN

Ich heiße euch alle herzlich im neuen Jahr willkommen und freue mich jetzt schon auf all die Dinge, die ich erleben und hier mit euch teilen werde.
Als Abschied vom Jahr 2010 möchte ich noch voll Stolz meinen Do-It-Yourself-Tannenbaum präsentieren, der die letzten Wochen die Mitte meiner Wohnung geschmückt hat. Um den "Baum" herum habe ich, in einem Anflug von Nostalgie, unsere alte Playmobil-Eisenbahn aufgebaut. Es lebe das Kind!
Auf ein weiteres ereignisreiches Jahr.