Dienstag, 11. Januar 2011

ES LEBE DIE SCHWARZWURZEL!

Nur wenige kennen sie (noch) - die Schwarzwurzel. Noch weniger haben sie in ihrem Standard-Repetoire an Lebensmitteln. Irgendwie ist das leckere Wintergemüse ziemlich in Vergessenheit geraten. Im Supermarkt findet man sie oft gar nicht mehr, nicht einmal zur regionalen Hochsaison ab Ende Oktober. Selbst auf dem Wochenmarkt muss man genau hinschauen um sie ausfindig zu machen. Wenn ein Stand Schwarzwurzeln hat, dann liegen in der Auslage meist nur wenige Exemplare, versteckt in einer dunklen Ecke des Standes. Ich bin froh, dass der Bio-Stand meines Vertrauens zur Saison immer Schwarzwurzeln da hat, zwar nicht viele, aber für mich reichen sie. Und wie ich von einem guten Freund weiß, der an dem Marktstand arbeitet "kauft die eh keiner". Wir können das beide kaum nachvollziehen, denn wir wissen, was die Leute verpassen.
In der Vorspeise meines Weihnachtsmenüs z.B. spielte die Schwarzwurzel ein glamuröses Duett mit der Vanille, in Form einer Suppe und Neujahr musste das unscheinbare Gemüse ein weiteres Mal als Suppenbasis dienen (aus der Not heraus, da ich vergessen hatte über die Feiertage einzukaufen), dazu gesellten sich noch etwas Sellerie und Macisblüte.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich auch noch verhältnismäßig wenig Erfahrungen mit Schwarzwurzeln habe. Ganz einfach deswegen, weil sie nur in den Wintermonaten Saison hat und weil sie eben einfach so schrecklich unpopulär ist. Aber das soll sich von nun an ändern. Denn die Schwarzwurzel schmeckt fantastisch (überzeugt euch davon selbst, wenn ihr mir nicht gaubt) und bringt dem Winter einen weiteren tollen charakteristischen Geschmack. Nutzt die Zeit bis März und sucht im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt doch mal nach den Wurzeln und probiert sie.
Zu beachten bei der Verarbeitung: Wurzeln einfach wie normale Wurzeln schälen. An der Luft oxidiert das weiße Fleisch relativ schnell und beginnt braun zu werden, was aber keine geschmacklichen Einbußen zur Folge hat. Wen die braune Farbe stört, der sollte die Wurzeln sehr zügig verarbeiten oder nach dem Schälen in Essig- oder Zitronenwasser einlegen. Außerdem kann der beim Schälen austretende Milchsaft recht klebrig sein. Meine Empfehlung: Die Wurzeln unter fließendem kalten Wasser oder im gefüllten Waschbecken schälen. So wird man Herr über beide Probleme. Schwarzwurzeln können ähnlich zubereitet werden wie Möhren oder Pastinaken.
Frohes Kochen!
P.S. Morgen gibt es karamellisierte Schwarzwurzeln und dann liefer ich auch ein paar Fotos der schlanken Schönheiten.

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