Freitag, 18. Februar 2011

GEPLANTE OBSOLESZENZ / KAUFEN FÜR DIE MÜLLHALDE

Geplante Obsoleszenz:
"Die geplante Obsoleszenz ist Teil einer Produktstrategie. Beim Herstellprozess werden in das Produkt bewusst Schwachstellen eingebaut oder Rohstoffe von schlechter Qualität eingesetzt. Das Produkt wird schnell schad- oder fehlerhaft, kann nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden und muss ersetzt werden (built-in-obsolescence). Ein Euphemismus aus der Betriebswirtschaft für geplante Obsoleszenz ist der Produktlebenszyklus.
Möglich ist auch der Einbau eines Mechanismus, welcher nach einer gewissen Betriebsstundenzahl, die größer als die Garantiezeit sein sollte, entweder eine Zerstörung wichtiger Funktionskomponenten hervorruft oder eine Betriebsstörung vortäuscht. Das Gerät kann dann nur durch eine in der Gebrauchsanleitung nicht beschriebene Aktion, welche nur Servicetechnikern bekannt sein sollte, wieder in Gang gebracht werden. Letzteres war (und ist womöglich) noch bei manchen PC-Druckern der Fall.
Durch das 1924 gegründete private Phöbuskartell wurde die maximale Brenndauer von Glühlampen auf 1000 Stunden international festgelegt." (Quelle wikipedia)

Dazu gibt es noch einen sehr guten Beitrag auf arte, der sich genau mit diesem Thema beschäftigt (via konsumpf). Der Beitrag ist zwar 75 Minuten lang, aber ist jede Minute wert!
 Ein Zitat aus der Doku:
"Die geplante Obsoleszenz ist eine der Grundlagen des prächtigen Wirtschaftswachstum in der westlichen Welt seit den 50er Jahren. Seither gilt Wachstum als der heilige Gral unserer Ökonomie. Wir leben in einer Wachstumsgesellschaft, die nicht darauf abzielt Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um grenzenloses Wachstum seiner Selbst willen. Damit die Produktion auch immer weiter wächst, wird der Konsum ins unermessliche gesteigert. Ihre drei Stützpfeiler sind die Werbung, die geplante Obsoleszenz und der Kredit."


Die Strategie der geplanten Obsoleszenz wird in der Reportage anhand der Glühbirne und dem Phöbuskartell erläutert und deren Geschichte im Detail erzählt und bis in die Gegenwart verfolgt. Heute ist diese Wegwerfstrategie allgegenwärtiger Betsandteil unserer grotesken Konsumgesellschaft. Alles ist nur darauf ausgelegt, alt zu werden, kaputt zu gehen oder nicht mehr "up-to-date" zu sein. Mithilfe von mangelndem Kundenservice (was Reparaturen angeht), der Suggestion von Bedürfnissen immer das Neueste und Leistungsfähigste oder Schickste Gerät zu haben usw., wird der Konsument, meist ohne dass er es überhaupt bemerkt, dazu gedrängt, "marktkonform" zu handeln und fleißig zu konsumieren. Drucker, Handys, I-Pods, Fernseher, Klamotten, Strumpfhosen, Autos, Video- und Audioformate (VHS, CD, DVD, Blu-Ray, Kassette, Schallplatte etc.) Laptops, Computer etc. - alles schon vor dem Kauf zur baldigen Verschrottung und Verschmutzung der Umwelt (v.a. in ärmeren Ländern, wie Ghana oder Indien)) prädestiniert.
Und wo hat der ganze Spuk seinen Ursprung: natürlich im "Land of the Free" - den USA.
Wie können wir uns aus diesem Teufelskreis des Wegwerfens befreien? Internalisierung der externalisierten Kosten? Cradle-to-cradle?
Sicher ist nur, dass es Zeit ist für den immer öfter ausgesprochenen Paradigmenwechsel.

Kommentare:

  1. ich kenn "Obsoleszenz" (schreckliches Wort) als "Soll-Bruchstelle".
    In der heutigen Zeit braucht man sowas aber oft gar nicht mehr, da man neukauft bevor das alte überhaupt kaputt gehen kann - die leute wollen ein neues handy weil sie unbedingt das neue iphone haben wollen (ist das noch wollen?) und zur WM haben sich alle neue Fernseher gekauft, weil man auf nem kleinen Ding ja nix sieht.

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  2. Danke für diesen Post! Der Preis für das Ganze ist sehr hoch! Und es fällt landläufig kaum auf, weil ja die Ablenkung so überaus gefinkelt daherkommt. Firmen arbeiten eng mit Markt und Meinungsforschung zusammen und haben damit Instrumente, um noch subtiler zu manipulieren. Ich bin immer wieder erstaunt, wie bereitwillig sich die Leute da auch einfinden! Bewusstheit ist oft anstrengender als wegschauen, aber so wichtig! Bevor es zu spät ist!

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