Freitag, 4. Februar 2011

NACHTRAG OYA NR.4: SELBSTERMÄCHTIGUNG

So es folgen noch einige Auszüge aus einem Artikel aus der Oya Nr. 4. Diesmal geht es wieder im weitesten Sinne um Selbstermächtigung (Titelthema der Ausgabe). Ich habe den Artikel stark gekürzt und nur einige, wie ich fand, besonders prägnante Gedanken zitiert. Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken...
(...) Obwohl wir über diese (gemeint sind Volksentscheide) und andere demokratische Werkzeuge verfügen, setzen die Menschen in der heutigen Situation den ökologischen und sozialen Krisen ziemlich wenig entgegen. Woran mag das liegen? Im Grund genommen steht eine Infragestellung des gesamten Lebensstils an. Andererseits gibt es durchaus Menschen, die sagen, sie möchten nicht mehr mitmachen und etwas verändern, sie starten eine Stadtteil-Initiative oder richten einen interkulturellen Garten ein. (...)
Solche Menschen sind meiner Meinung nach selten Einzelkämpfer, sondern sie tun sich mit "Gleichstrebenden" zusammen. (...)
Das Problem ist, dass wir immer noch zuviel Sattheit haben, der Leidensdruck ist nicht groß genug.Wenn ausreichend viele Menschen wollten, dass es anders wird, wäre die Welt doch in wenigen Monaten umgekrempelt. (...)
Aber was motiviert die Menschen? Letztlich Gefühle, entweder Angst oder Freude. (...) Es ist schwierig zu vermitteln, warum es Freude machen soll, zum Beispiel mit dem Autofahren aufzuhören. Aber es ist gar nicht schwierig zu vermitteln, warum es Spaß macht , mit anderen zusammen in einer Fahrradwerkstatt zu basteln. (...)
Das Selbermachen ist ein wichtiger Bereich, und so könnten wir viele weitere betrachten, sei es Energie, Geld, Umwelt, Wirtschaft oder Politik. Überall finden sich positive Errungenschaften - aber was meinem Gefühl nach fehlt, ist der weitere Quantensprung. Damit sich wirklich etwas ändert, brauchen wir eine grundlegende Änderung im Menschenbild. Wir stecken in einer tief materialistischen Weltsicht, oft ohne es zu merken. (...)
Da ist sie wieder die Frage: Kommt zuerst der Wandel, und ändert sich dann das Bewusstsein, oder umgekehrt? Oder geht beides zusammen? Ich frage mich im Moment vor allem: Geht es schnell genug? Die Klimakrise, die Energiekrise - schaffen wir den notwendigen Bewusstseinswandel rechtzeitig? Und wenn nicht, was dann? (...)
Egal was passiert, man kann immer trotzdem was tun. "Trotzdem" - das ist für mich die Antwort. (...) Ich möchte nicht erst warten bis die Wirtschaft zusammenbricht, sondern zeigen, dass es trotz alle dem, was wir heute erleben, Arten des Wirtschaftens gibt, die nicht nur Ressourcen verbrauchen und zerstören, sondern die für das Ganze förderlich sind. (...) Ich erlebe, wie heute immer mehr Menschen ihr Leben ändern wollen. (...) Frithjof Bergmann sagt immer: Die meisten Menschen empfinden Arbeit als eine milde Krankheit. Die Arbeit ist nicht schön, aber sie ist auch nicht so schrecklich, dass man alles hinwirft. Das ist für mich ein unbegreiflicher Zustand. Arbeit müsste doch dazu dienen, dass man intensiver lebt und schöpferisch ist. Viele Menschen spüren, was ihre Bestimmung wäre, aber sie bleiben beim "Man sollte" oder " Man könnte". Es lässt sich nur schwer sagen was manche schließlich dazu bringt den Absprung zu wagen...

Wer Lust auf mehr hat, sollte einfach mal auf der Homepage der Oya reinschauen, die Zeitschrift direkt abonnieren oder mich persönlich ansprechen, um eine ältere Ausgabe mal zur Probe auszuleihen.
Wer mehr zum Thema Selbstermächtigung hören bzw. sehen möchte, kann sich auch die gesamte Gesprächsrunde (aus der sich der Artikel in Oya Nr.4 zusammensetzt und die hier zitierten Passagen zusammensetzen) verfolgen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen