Dienstag, 29. März 2011

BLOGGEN AUSGESCHLOSSEN?

Ich sitze gerade in meinem vollgeposterten Treppenhaus vor verschlossener Stahltür. Mein Schlüssel ist abgebrochen und ich muss nun noch einige Minuten auf meinen Bruder mit dem Zweitschlüssel warten. Ihm sei gedankt, dass er kommt und mir aus der Patsche hilft.
Ironischerweise kann ich zwar nicht in meine Wohnung, aber da ich mein Laptop dabei habe, kann ich mein W-Lan benutzen, da der Router nicht einmal zwei Meter von mir entfernt ist.
Also nutze ich die Zeit hier auf dem Treppenabsatz und verlinke euch kurz etwas Feines, worauf mich schon vor einigen Monaten mein Vater aufmerksam gemacht hat.
Und zwar das Projekt SkateAid von Titus Dittmann. Inhalt des Hilfsprojekts ist in dem vom Krieg zerstörten und traumatiasierten Afghanistan in Schulen Skateparks gemeinsam mit den Schülern und Eltern zu bauen und den Kindern dort die völlig fremde Kultur des Skateboardens nahe zubringen. Es mag sich im ersten Moment trivial anhören, aber ich halte das für eine wahnsinnig tolle Sache.
Da ich selber in meiner Jugend ein kleiner Skater war, weiß ich welchen positiven Einfluß dieser Sport auf junge Menschen haben kann. Er fördert die Kreativtät, das Selbstbewusstsein, wirkt identitätstiftend, lässt einen die eigenen Grenzen kennenlernen und vielleicht sogar überschreiten und noch vieles mehr.

Schaut euch einfach mal den verlinkten Clip an und bildet euch euer eigenes Urteil. Im Internet sind noch viele weitere Berichte über das Projekt zu finden und selbstverständlich gibt es auch eine Homepage.
...Ah die Tür ist offen - meinem Bruder sei dank!

US NOW

Via Konsumpf bin ich auf den Film Us Now aufmerksam geworden und möchte diesen Film hier gerne mit euch teilen.
Der Film beschäftigt sich mit dem Potential, das im Web 2.0 steckt, wie es heute schon genutzt wird und was in Zukunft möglich sein wird. Bei allen vorgestellten Projekten steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt und gewinnt einen Nutzen durch den Austausch oder die Beziehung zu anderen Menschen - die Rede ist natürlich von sozialen Netzwerken. Und inzwischen sollte jedem User klar sein, dass man auf solchen Plattformen, Konstruktiveres tun kann, als der Welt mitzuteilen, dass man gerade geduscht hat oder irgendein Partyfoto "liked". Es gibt inzwischen unzählige Beispiele von Netzwerken die mehr können und etwas "schaffen".
Campact, Avaaz.org, Mitfahrgelegenheit.de, blogger.com oder das KaffeeNetz sind nur einige wenige, die mir gerade spontan einfallen, die für mich wichtig sind und von denen ich ein Teil bin.
Im zweiten Teil des Films wird die Frage gestellt, ob und wenn ja welche Rolle das Internet in Zukunft für die Regierung spielen wird - macht das Internet eine neue Form der partizipativen Regierung möglich?
Selbstverständlich ist der Film frei im Internet verfügbar und sogar deutsch untertitelt.

Freitag, 25. März 2011

ZUBEHÖR UND BOHNEN

Meine geliebte Gaggia Baby war zwar ein echtes Schnäppchen, aber es war leider auch quasi kein Zubehör dabei. Nur die Maschine selbst und ein Siebträgerhalter inkl. altem Sieb für einen Doppio war dabei.
So blieb mir am ersten Tag nichts anderes übrig, als mit einem Teelöffel zu tampern. Die Ergebnisse waren dementsprechend ernüchternd. Am Folgetag habe ich dann ganz Kiel nach einem brauchbaren Tamper abgegrast. Ohne Erfolg - in ganz Kiel (238.000 Einwohner) gibt es kein Espressofachgeschäft oder etwas ansastzweise Vergleichbares. Traurig. Der Kompromiss für die letzten zwei Wochen war dann ein einige Millimeter zu kleiner Tamper von Cilio, den ich bei Kochfest (ich musste mit Händen und Füßen erklären/darstellen, was ein Tamper ist) gefunden habe.
Die Ergebnisse mit dem neuen Tamper waren, ich sag mal, o.k., aber nicht zufriedenstellend. Mir blieb also nichts anderes übrig, als das allmächtige Internet um Hilfe zu anzuflehen. Zusammen mit einem ebenfalls espressobegeisterten Arbeitskollegen bei Imprezza bestellt. Erstens einen formschönen massiven Tamper mit 58mm Durchmesser.
Ein 350ml-Milchkännchen zum Milchaufschäumen.
Und damit sich die Bestellung gelohnt hat, haben wir uns beide ein Espresso Probierpaket (bestehend aus drei unterschiedlichen Sorten à 125g) bestellt und ein Kilo Gran Crema.
Die unterschiedlichen Bohnen werde ich hier einzeln in den nächsten Tagen besprechen, sobald ich sie durchprobiert habe.
Der Tamper hat mir bisher schon viel Freude gemacht! Der Unterschied ist enorm. Und meine Ergebnisse endlich besser reproduzierbar.
Mit dem Milchkännchen habe ich noch nicht allzu rumgespielt, da ich meinen Espresso eigentlich nur pur trinke.
Somit ist mein Espressoequipment jetzt fast vollständig. Das einzige was ich noch dringend brauche, ist ein Blindsieb (58mm) zum Rückspülen (selbstverständlich in Kiel nicht zu bekommen). Alles weitere an kommenden Anschaffungen wird eher Spielerei sein z.B. ein bodenloser Siebträger.
Darauf erstmal einen Espresso!

Mittwoch, 23. März 2011

BOTSCHAFTER DES FRÜHLINGS

Was für ein Tag! Sonne satt und gefühlte 20°Grad. Und als wenn das noch nicht genügt, kommt der Frühling unaufhaltsam näher. Nein, er ist da...denn gestern mittag auf dem Markt war es endlich soweit! Der Bärlauch ist da. Am Bio-Stand meines Vertrauens gab es den ersten heimischen Bärlauch(ja, wie mich das Gartenmädchen belehrt hat, war er nicht wirklich hiesig, denn er kam aus Süddeutschland). Ich hätte weinen können vor Glück - trotz nur mittelmäßiger Hiesigkeit.
Als frühen Einstieg in die Bärlauchzeit gab es heute erst einmal einen absoluten Basic - Bärlauch-Pesto. In der Zubereitung schlicht, aber im Geschmack eine echte Granate! Einfach Bärlauch, Haselnüsse, Parmesan (24 und unglaubliche 96 Monate gereifter gemischt) grob zerkleinert, Olivenöl, Salz, Pfeffer dazu und alles nach Belieben zermixt. Verrückt wie ich bin, habe ich als kleinen Kick noch etwas Zitronenabrieb und einen Spritzer Saft dazugegeben.
Und zack-bumm - keine 5 Minuten später steht ein Glas zum Verschenken und eine große Portion zum unmittelbaren Vertilgen für mich und meinen Bruder vor mir.
Ich konnte gar nicht aufhören, den Bärlauch und das fertige Pesto zu fotografieren. So elektrisiert war und bin ich von beiden - das satte Grün des Bärlauchs, die phänomenalen Lichtverhältnisse in meinem Atelier - naja und zugegebenermaßen tragen die zwei großen Grappa und das Bier, das ich mit Bruno getrunken habe, um dem Frühlingstag zu huldigen, auch ihren Teil zur Begeisterung bei.
Der Winter ist passé - es lebe der Frühling. Monatelang Kohl war spitze - aber jetzt ist Schluss damit. Jetzt gibt es Bärlauch, Sonne und Frühlingsgefühle.
Ich freu mich!

Samstag, 19. März 2011

GEDANKENGUT L

"Koch was Gutes und sprich drüber."
 Teil eines Kommentars zu diesem Artikel

Dienstag, 15. März 2011

NEUE FUHRE CANTUCCINI

... als kleine gustatorische Abwechslung zwischen den gefühlten 100 Espresso, die ich im Moment täglich trinke. Geschmacksgebend sind diesmal Marone, Haselnuss und Anis.
Also - wer auf einen Espresso rumkommt, wird sicherlich nicht um einen Cantuccini rumkommen.

KURZER FERNSEHTIPP: UNSER TÄGLICH GIFT

...heute abend 20:15 auf arte.

Samstag, 12. März 2011

MEINE PRINZESSIN / MEINE LIEBE / MEINE GÖTTIN / MEINE GAGGIA BABY

Donnerstag nach der Arbeit konnte ich sie nach langem Warten endlich abholen.
Seitdem bin ich stolzer Besitzer einer Gaggia Baby (Baujahr um 1990) und einer Graf CM80 Mühle.
Schaut sie euch an die weiße Schönheit. Ich bin verliebt - sie ist sooo schön und keineswegs in die Jahre gekommen. Ich liebe das Design.
Am Freitag ging die Espressomanie dann voll los. Aufgeregt wie als kleines Kind am Weihnachtsabend bin ich am Freitag um 8 Uhr in der Frühe aufgestanden (trotz durchzechter Nacht) und habe mich gleich um mein Liebling gekümmert. Schon nach wenigen Versuchen kam ich in den Genuss eines echten haselnussbraunen Crema-Monsters. Am Ende des Tages waren meine Bohnen dann fast alle und ich hatte um die 20 Espressi vertilgt. Ja, ich gestehe, das war etwas maßlos. Ich werde mich in Zukunft ein wenig zügeln müssen!
Irgendwann in den nächsten Tagen steht dann noch eine Grundreinigung auf dem Plan. Aber vorerst wollte ich mich doch erst einmal sorglos in den Genuss stürzen.
Meine Bohnen kaufe ich übrigens bei einem guten Freund hier in Kiel auf demWochenmarkt. Der junge Herr ist vom Fach und röstet und stellt seine Mischungen selber zusammen. Ich kann nur jedem der die Möglichkeit hat, empfehlen mal seine LapuLapu Blend auszuprobieren und im besten Fall bei ihm auf dem Markt einen spitzen Espresso (besser noch Ristretto) zu probieren, um mal zu schmecken, was Espresso auf hohem Niveau so alles kann.
Wer Zeit und Lust hat, ist natürlich herzlichst auf einen Espresso in meinem "Atelier" eingeladen.

Freitag, 11. März 2011

GEDANKENGUT XLIX

"Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner.
Ganhdi

Montag, 7. März 2011

OYA 7, CAFÉ FRISH UND WEITERHIN SONNE SATT

Was für ein Start in die Woche: Geweckt von der Sonne und dem Lärm der Handwerker die irgendwo nebenan Krach gemacht haben, bin ich heute wach geworden. Als erstes bin ich in freudiger Erwartung runter zum Briefkasten. Darin verbarg sich zwar nicht, das worauf ich seit Tagen warte, aber dafür ein nicht minder schönes Trostpflaster - nämlich die Oya 7.
Also Tweed-Jacket übergeschmissen und raus in den Frühling. Zwischenstopp zum ersten Reinschnuppern in die neue Oya hab ich im Café Frish gemacht (Ja - es ist tatsächlich noch etwas kalt, um im Freien zu lesen).
Das Café Frish ist relativ neu (Dezember 2010) und befindet sich im Eingangsbereich des alten Lessingbads. Das Frish steht vor allem für Regionalität. Es gibt allerlei Leckereien von den besten regionalen Erzeugern - Brot vom Holzofenbäcker, Backenholzer Käse, Susländer Wurst, Bosseer Wildschweinleberkäse u.v.m. Der Kaffee und Tee ist FairTrade.
Man könnte eigentlich schon fast sagen, das Café Frish ist das Feinheimisch-Café. Ich hoffe sehr, dass das unscheinbare Gastronomieobjekt in den nächsten Wochen noch weiter an Popularität gewinnt und dass es im Sommer von der tollen Lage direkt neben dem Schrevenpark provitiert.
Leider hatte ich malwieder meine Kamera nicht dabei und kann deswegen hier nur in Worten schwärmen und euch dazu animieren, euch das Café Frish in nächster Zeit mal anzuschauen (10-18Uhr). Selbstgebackenen Kuchen gibt es auch.
Im alten Lessingbad gibt es übrigens noch einiges mehr zu entdecken...
(zum Café Frish erzähl ich sicherlich in den nächsten Tagen/wochen noch mehr)

Sonntag, 6. März 2011

PICKNICK À LA MOUSTACHIO

Gestern am 5. März war es dann auch hier in Kiel endlich soweit und der Frühling hat sich zum ersten Mal blicken lassen. Nicht einmal 10°C, aber dafür Sonne satt.
So ein Tag will gewertschätzt werden. Also, Zeit für ein kleines Picknick am Hafen.
Bier, Brathering, Brot, eine Orange und ein gutes Buch. So lässt es sich Leben!

Samstag, 5. März 2011

EMPÖRT EUCH !

Heute habe ich mir den 20 seitigen Aufruf an "die Jungen" von Stéphane Hessel gekauft und verschlungen (was bei 20 Seiten nicht schwer ist). Ich möchte hier gar nicht groß zitieren oder schwafeln, sondern möchte euch aufrufen:
Geht raus und investiert 3,99€ sinnvoll in diese Schrift (oder kommt zu mir und leiht sie euch bei mir) und lest, was Stéphane Hessel uns zu sagen hat. Und dann...
...EMPÖRT EUCH!!!
Trotz der breiten Medienpräsenz, ein großes Danke an dieser Stelle an das Gartenmädchen, dass mich vor einigen Tagen auf das Buch aufmerksam gemacht hat.

Donnerstag, 3. März 2011

GEDANKENGUT XLVIII

"...Mit soviel Geduld sind wir Gärtner echte Freaks. Hier, in der Stadt, haben es alle eilig, da nehme ich mich nicht aus. Stress ist ein Statussymbol geworden. Wer Stress hat, hat viel zu tun, wer viel zu tun hat, wird gebraucht und ist wichtig. Deshalb haben wir es eilig. Wir haben es so eilig, dass wir unseren Latte Machiato auf der Straße in ekligen Pappbechern trinken, während wir ungeduldig auf den Bus warten, schnell einkaufen müssen, schnell nachhause müssen, schnell dies und das machen müssen."
Das Gartenmädchen in ihrem letzten Post übers Gärtnern und Ungeduld

Mittwoch, 2. März 2011

SEXY BITTERORANGEN

Letzte Woche auf dem Markt machte mich ein guter Freund darauf aufmerksam, dass er gerade Bitterorangen da hat und fragte mich, ob ich nicht welche mitnehmen wolle. Klar! ...so lagen bis heute nachmittag acht Bitterorangen auf meiner Arbeitsfläche und bettelten Tag für Tag nach einer genussvollen Verarbeitung.
Heute habe ich dem Wunsch der Orangen nachgegeben und mich dran gemacht - es könnte nicht abgedroschener sein - Bitterorangenmarmelade zu kochen.
Es war ein spannendes, zeitaufwändiges Unterfangen. Nach stundenlangem Köcheln und Rühren waren die festen, ungenießbaren Bitterorangen transformiert zu einer klebrigen, zuckrigen Geleemasse. Um die bittersüße Versuchung noch sexier (Kann man das so schreiben?) zu machen, als sie ohnehin schon ist, habe ich noch eine gekochte Süßkartoffel, das Mark einer Vanilleschote und ca. 100ml Rum dazugegeben und das Ganze anschließend eingeweckt. Die Gläser werde ich in den nächsten Tagen als anregenden Gruß an Freunde verteilen.

Dienstag, 1. März 2011

ABGRÜNDE DER NAHRUNGSMITTELINDUSTRIE

Vor ein paar Tagen habe ich auf ZEIT ONLINE einen sehr lesenswerten Artikel über die Lebensmittelindustrie gefunden, der kurz und knapp darstellt, wie es in selbiger zugeht.
Die Lebensmittelindustrie ist ein hartes Pflaster. Es wird mit allen Mitteln um die Gunst sogenannten Konsumenten gebuhlt. Doch der gemeine Konsument ist relativ einfach gestrickt - Hauptsache billig. Zu diesem Schluss kommt man zumindest, wenn man sich die Umsatzzahlen von Frosta anschaut, nachdem sie ihr Reinheitsgebot (keine Aroma-, Farb-, Konservierungsstoffe, Fisch aaus nachhaltigem Fang etc.) eingeführt haben. Die Preise stiegen - der Umsatz ging massiv zurück und der Verantwortliche wurde entlassen.
„Zwar fordern viele Verbraucher gesunde, wohlschmeckende Nahrungsmittel, sie sind aber nicht immer bereit, dafür einen adäquaten Preis zu zahlen“, sagt Andreas Faahs, als Frosta-Geschäftsführer für die Tiefkühlkost zuständig."

Eine andere gängige Strategie ist die Innovation. Im Supermarkt allerdings selten zu haben. Dafür gibt es eine schier endlose Anzahl an scheinbar neuen Produkten, Kopien und Imitationen, die sich eigentlich nicht von ihren Substituten unterscheiden und dem Verbraucher nur irgendwelche schleierhaften Zusatznutzen (gerade besonders im Trend, bei den Haaren herbeigezogene Gesundheits- und Fitnessversprechen à la Active O2) suggerieren. Kein Wunder, dass 65 Prozent der "neuen" Produkte bereits nach einem Jahr wieder aus dem Regal verschwunden sind.

Um dem Konsumenten das bißchen Geld aus den Täschchen zu ziehen, was er bereit ist für Lebensmittel zu zahlen ("Vom Geld der Konsumenten bekommen Lebensmittelproduzenten immer weniger ab. Nur noch 12 Prozent ihres Budgets geben die Deutschen heute für Nahrungsmittel aus, Ende der siebziger Jahre waren es noch fast 20 Prozent."), wird mit allen Mitteln gekämpft und das Lebensmittelrecht bis aufs Letzte ausgereizt. "Schutz vor Täuschung und Irreführung", einer der Leitsätze des deutschen, wie europäischen Lebensmittelrechts wird da zu einer Farce. Es wird gelogen und betrogen (alles natürlich völlig legal), wo man nur kann. Ob wissenschaftlich nicht belegte Gesundheitsversprechen, widersprüchliche und irreführende Ursprungsbezeichungen oder täuschende Bewerbung von Industriemassenware ("Die Werbung lügt, wenn sie glückliche Kühe suggeriert, die von bärtigen Latzhosenträgern gehütet werden. Keine Kuh wird mehr von Hand gemolken. Kein Almbauer rollt am Morgen den Käse ins Tal, und auch der Maître Chocolatier von Lindt bindet den Schokoladenhasen nicht persönlich die Glockenschleife um. Der Koch ist das Fließband."); alles ist möglich. Mit der Realität haben diese Werbebotschaft und Versprechungen wenig zu tun. Die Supermarkt-Ware kommt aus sterilen, vollautomatisierten Fabrikanlagen, in denen teure Abeitskräfte soweit wie möglich weg rationalisiert wurden.
Frisch gepflückte Champignons in rustikalen Holzkörbchen - eine Illusion. Champignons sind Zuchtpilze, die auf einem Substart aus Mist und Stroh zu Millionen in stockfinsteren Fabriken wachsen. Den Wald gibt es, wenn dann vor den Toren der abgezäunten Fabrik.

Leider sind die Konsumenten so sehr auf den Einheitsfraß aus den Supermarktregalen konditioniert, dass sie, so langsam aber sicher, den guten Geschmack verlieren und so beginnen sich auch in der Gastronomie-Landschaft mit den angesprochenen Produkten zufrieden zu geben oder diese sogar nachfragen und Frisches von echtem Geschmack ablehnen. Jeder Gastronom, der den fragwürdigen Gelüsten dieser Gäste klein bei gibt und künftig zum Dosen- und Pulverkoch wird, begeht ein Verbrechen an seinem Handwerk. Es ist die Verantwortung jedes Gastronomen dem Gast zu vermitteln, was wirklich wertvolle Nahrungsmittel sind und ihn auf höchst sinnliche und anregende Weise zu erziehen. Diese Verantwortung ist heute mehr den je von uns Gastronomen gefragt, um den Wert unserer Nahrung zu bewahren und davor zu schützen vollkommen kommerzialiest zu werden.


Hier könnt ihr euch den ganzen Artikel einmal anschauen.