Dienstag, 24. Mai 2011

SÜßER SPARGEL

Gestern habe ich endlich die Zeit und den Anlass gefunden, ein kleines kulinarisches Projekt in die Tat umzusetzen, das mir schon einige Zeit durch den Kopf spukt - um genau zu sein, seit die Spargelsaison begonnen hat.
Nachdem ich bereits letztes Jahr den weißen Spargel mit Erfolg verzaubert habe, wollte ich mich diese Saison ein weiteres Mal der Herausforderung stellen. Denn spannend und wirklich herausfordernd finde ich es, Zutaten aus ihren bekannten Sphären zu lösen und anschließend mit naivem Blick neu zu interpretieren.
Im letzten Jahr hieß das, den Spargel seiner Butter, seinen Kartoffeln und seinem Salz zu berauben, um ihn mit weißer Schokolade und Vanille zu schmücken und in Form einer Eiscreme wieder zu erwecken. Das Ergebnis war eine cremige Prüfung für Gaumen und Verstand - nach erster sinnlicher Irritation über die ungewohnte Paarung war aber schnell klar: geiles Eis!

Spargel funktioniert ganz hervorragend in Süßspeisen! Diese neu gewonnene Erkenntnis galt es gestern dann erneut anzuwenden. Die neue Paarung war Spargel und Zitrone - manifestiert als "klassischer" Käsekuchen. Wer mich kennt, weiß (bei aller Bescheidenheit), dass ich einen herausragenden Käsekuchen mache. Das ursprüngliche Rezept, in dem die Zitrone ohnehin schon eine entscheidende Rolle spielt, galt es nur noch leicht abzuwandeln, sprich etwas weniger Quark und Butter, dafür den pürierten und durchs Sieb gedrückten Spargel in die Masse gerührt und den Zitronengeschmack an das Ganze angepasst.
Um dem Ganzen aber noch den letzten Kick zu geben, gab es noch ein grandioses Erdnusseis dazu(nach einem Rezept von David Everitt-Matthias).
Da ich gestern Abend wieder zum wöchentlichen Kino ("No country for old men"  - Wahnsinnsfilm und Javier Bardem ist ein Schauspiel-Gott) geladen hatte, habe die Gelegenheit genutzt und sieben gnadenlose Kritiker mit meinen kulinarischen Auswüchsen konfrontiert. Ein Stück Kuchen und eine Nocke Eis für jeden...Stille...Schweigen.........
Soviel sei gesagt: Trotz der wagemutigen Neuinterpretation waren alle mindestens verzückt und ich unglaublich glücklich, dass mir der Drahtseilakt mit dem Spargel erneut gelungen ist und ich meine Gäste gustatorisch beglücken konnte und durfte - ein gastgeberischer und kulinarischer Erfolg!

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