Montag, 6. Juni 2011

BLACK DELIGHT BLEND NO. 3

Draußen blitzt und donnert es. Ich sitze in der Küchentür und bin traurig, dass mein Espresso alle ist. Stattdessen gibt es Bier (lokalpatriotismushalber natürlich Flens).
Dass ich keinen Espresso habe, liegt malwieder daran, dass der Postbote meine "Wohnung" nicht gefunden hat. Pingo von Quijote Kaffee hat mich heute angerufen und Bescheid gegeben, dass meine Espressoprobierpaket (+ X-Roasting Nr. 2) leider nicht zugestellt werden konnte. Nun ja, dann denke und schreibe ich eben von Espresso.
Um genauer zu sein, möchte ich kurz über die Blend No. 3 von Black Delight schreiben, die ich mir ja, wie schon erwähnt, letztens in Hamburg gekauft habe. Die Bohnen waren in einer durchweg schlichten Metalldose. Die fand ich schonmal sehr cool und werde ich definitv wiederverwerten.
Der Espresso hat mich bereits in den ersten Sekunden des ersten Bezugs kräftig überrascht. Der erste Schwall war extrem dunkelbraun, schon fast schwarz. Das "Schwarz" ging dann innerhalb von ca. 2 Sekunden, über ein sattes braun, in ein recht helles blond über. Während des Bezugs konnte man auch schon sehr schön erkennen, dass der Espresso eine eher dünne und wässrige Konsistenz hat - was aber nicht zwangsläufig gegen den Espresso spricht! Erkennen kann man das daran, dass der Espresso beim Ausfließen aus dem bodenlosen Siebträger sehr schnell von außen zur Mitte läuft und der Strahl quasi direkt zusammenläuft und sich nicht weit nach unten zieht. (Ich hoffe dass das Beschriebene durch das kleine Bezugsvideo halbwegs nachvollziehbar ist.)
Mahlen ließ der Espresso sich deutlich feiner als der LapuLapu. Gegen Ende habe ich ihn mit meiner Graef CM 80 drei Stufen feiner (also auf 6) gemahlen und konnte so immer noch schön feste tampern und die Bezugszeit optimal einzustellen.
Die Crema ist erwartungsgemäß auch eher fragil, seidig, sehr feinporig und kommt eher hell daher. Das gesamte Erscheinungsbild des Blend No. 3 hat mich eher etwas stutzig gemacht, aber die Spannung auf den Geschmack dadurch nicht geschmälert - im Gegenteil.
Geschmacklich konnte der Black Delight Blend No. 3 voll und ganz überzeugen. Ein toller Espresso. 100% Arabica - ganz klar zu schmecken. Schön fruchtig, angenehme Säure mit zarten Bittertönen. Ein Wechselspiel aus Frucht- und Schokoladentönen. Eine ganz feine Süße umschmeichelt die Zungenspitze. Auch im Mund kommt die Konsistenz eher wässrig daher, was ich aber als durchaus spannend und erfrischend empfunden habe. Ein schöner leichter Espresso, der richtig Sommerlaune macht. Ich habe den Großteil der 250g als Amerikano in der offenen Küchentür, mit den Füßen in den Hof baumelnd, genossen.

Kommentare: