Montag, 20. Juni 2011

CHOCOLATE RAIN & BLACK APP

Heute will ich mir endlich die Zeit nehmen, um die ersten zwei Espressi aus meiner großen Lieferung von Quijote Kaffee zu besprechen. Glücklicherweise habe ich mir reichlich Notizen gemacht und habe noch von beiden Blends ein paar Bohnen übrig.
Als aller erstes habe ich den Chocolate Rain ausprobiert, weil ich sehr gespannt war, was bei dem 2ten X-Roasting rausgekommen ist. Das proklamierte Röstziel war "schokoladig-sirupartig". Mit dieser Erwartung bin ich dann selbstverständlich auch in die Verkostung gegangen.
Die ersten Bezüge schoßen nur so durch meinen bodenlosen Siebträger und die Ergebnisse waren eher ernüchternd. Kein Wunder bei Bezugszeiten von unter 10 Sekunden. Nachdem ich dann den Mahlgrad nachjustiert habe (auf Stufe 4-5, was sehr fein ist) und zusätzlich noch mit guten 20kg getampert habe, konnte ich erste zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.
Zur äußeren Erscheinung: Die Crema ist hat mir große Sorgen gemacht. Extrem grobporig und fragil - nach einigen Sekunden ist die Crema komplett "weggeblubbert".
Weil ich das so ungewöhnlich fand, habe ich mal im Internet recherchiert und dort dann herausfinden können, dass es am Monsooned Malabar liegt, der sehr lange zum Ausgasen braucht und wenn die Bohnen zu jung gemahlen und getrunken werden, eben genau das mit der Crema passiert, was mir passiert ist. Daher habe ich auch einige Bohnen nochmal beiseite gestellt und erst jetzt (zwei Wochen) später nochmal probiert.
Das Sirupartige war anfangs leider nicht so ausgeprägt, wie ich mir erhofft habe.
Das Röstziel "schokoladig" hingegen ist sehr schön umgesetzt. Die Aromen reichen von Schokolade über gebrannte Mandel und Marzipan bis zu würzigen, erdigen, angenehm modrigen Tönen. Fast keine Säure und nur ein winziger Hauch von Süße.
Nach dem Ausgasen habe ich deutlich bessere Ergebnisse beziehen können, sprich beständigere Crema und sirupartigere Konsistenz, geschmacklich war das Ausgasen weniger spürbar.
Sehr gut gefallen hat mir an dem Chocolate Rain der Schokoladen-Charakter kombiniert mit den starken Marzipan-Aromen. Und sehr interessant war für mich das Phänomen des Monsooned Malabar.
Als zweites habe ich den "Black App" verkostet. Grundlage für diese Blend ist die Knaller-Bohne "Bob-o-Link" aus Brasilien. Das kann man auch deutlich schmecken. Den besonderen Charakter, nämlich eine unfassbare Süße, geben in bei diesem Blend aber die 20% Guatemala Atitlàn.
Die fruchtig-säuerlichen Töne des Bob-o-Link treten leicht in den Hintergrund und die Süße tritt mit Marzipan-und Schokoladen-Aromen in den Vordergrund. Als Espresso sehr interessant, aber nicht unbedingt mein persönlicher Geschmack. Ich hatte das Gefühl, dass der Espresso sobald er ein wenig steht und etwas abkühlt, unangenehm in Richtung der Säure kippt.
Für mich überzeigt der Black App vor allem in Kombination mit Milch (also z.B. als Cappu). Dort bewirkt der süße Charakter wahre Wunder (Zucker wird da überflüssig) und die Aromen bringen mit der seichten Cremigkeit der Milch richtig Spaß.

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