Montag, 25. Juli 2011

OPERATIVER EINGRIFF

Wie der gemeine Leser und der gelegentliche Gast wahrscheinlich weiß, hat meine kleine Gaggia, die ich ja bei eBay erstanden habe, schon das ein oder andere Jährchen auf dem Buckel. Als ich sie Anfang des Jahres in Betrieb genommen habe, war ich froh, als ich sie überhaupt zum Laufen bekommen habe und war schnell zufrieden gestellt mit den erzielten Ergebnissen. Nicht allzu lange Zeit später fiel mir aber auf, dass beim Espressobezug einige Tropfen am Siebträger vorbei entlang tropften - und es wurden von Tag zu Tag mehr. Also musste ich der Kleinen mal mit Schraubbesteck zu Leibe rücken. Zum Vorschein kam das hier...
Die Duschenträgerplatte war komplett durch. Wirklich ünschön. Röstig und bröckelig bis zum Geht-nicht-mehr. Gehofft hatte ich auf einen "nur" porösen Dichtungsring (siehe unten). Mir blieb also nichts anderes übrig, als die altersschwache Duschenträgerplatte auszutauschen und den Dichtungsring gleich mit. Zum Glück gibt es espressoxxl!
Zum Glück war der darunterliegende Brühgruppenteil nicht ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen worden. Das, was man auf dem Bild erkennt und so schlimm aussieht, ließ sich reinigen und war im Grunde genommen nur ein Roststempel der Duschenträgerplatte und kein Schaden an der Brühgruppe selbst. Glück gehabt!
Zum Vergleich kann man unten sehen, wie eine Duschenträgerplatte im Neuzustand aussieht und wie eine Duschenträgerplatte in einem Alter von geschätzten 20-25 Jahren aussieht (Wenn der Vorbesitzer sie denn wirklich nie gewechselt hat). Ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Beim Dichtungsring ist der Unterschied mit bloßem Auge kaum erkennbar. Der Rechte (Alte) ist beim Herauspuhlen gebrochen, da er schon sehr porös war. Der Rechte wird die nächsten Jahre dafür den Dienst seines Vorgängers übernehmen.
Am Ende der kleinen Notoperation strahlte meine Prinzessin wieder in voller Schönheit. Den operativen Eingriff habe ich dann auch gleich genutzt, um die monatliche Grundreinigung mit Kaffeefettlöser und eine milde Spülung mit viel entkalktem Wasser durchzuführen. Verflucht sei das harte Kieler Wasser!
Schlussendlich hat sich meine Gaggia Baby dann mit einigen höchstvorzüglichen Espressi bei mir für die väterliche Fürsorge bedankt.

Mittwoch, 20. Juli 2011

AKTUELL: LEBENSMITTELKLARHEIT.DE

Seit heute ist die Internetplattform "Lebensmittelklarheit" online, zumindest war das der Plan des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Seite ist nämlich innerhalb kürzester Zeit zusammengebrochen, denn die Server konnten den bis zu 20.000 Clicks pro Sekunde nicht standhalten.
Die Internetseite soll dem Verbraucher einerseits die Möglichkeit geben sich über lebensmittelrechtliche Inhalte zu informieren (Kennzeichnung, Aufmachung, "Health Claims", Ursprungsbezeichnungen etc.) und andererseits (und das ist das Kontroverse an der Sache) soll dem Verbraucher die Möglichkeit gegeben werden, sich über Produkte, von denen er sich in die Irre geführt oder getäuscht fühlt, zu beschweren.
So kann der Verbraucher sich über die Tricks und Kniffe der Industrie informieren und beschweren, mit denen das relativ dehnbare Lebensmittelrecht bis aufs Letzte ausgereizt wird. Für Beispiele muss man nur mal in einen konventionellen Supermarkt gehen und sich in einem quasi beliebigen Regal ein Convenience- oder "Feinkost"-Produkt greifen.
Dass die Lebensmittelindustrie (und alle die an der gigantischen Schönfärberei beteiligt sind) ganz fürchterlich pikiert sind über die Plattform, ist kein Wunder, denn schließlich wissen die Herrschaften hinter den Mogelpackungen ja ganz genau, was in selbigen drin steckt. Da ist es auch wenig überraschend, dass der neue Dialog mit dem Verbraucher direkt abgelehnt und von den Industriellen als Pranger betitelt wird. Wer Schabernack treibt möchte nun mal nicht so gerne darüber reden.
Nun ja, ich bin freudig gespannt auf die Internetplattform und stehe der Initiative für Klarheit und Wahrheit sehr positiv gespannt gegenüber. Ich denke, dass, wenn sich in ein paar Tagen der große Rummel um die Plattform gelegt hat (den ich aber selbstverständlich als ein gutes Signal seitens des Verbrauchers einschätze), die Seite auch stabil laufen wird und dass ich das Ganze dann mal genauer unter die Lupe nehmen werde. Und das solltet ihr auch ruhig mal tun.
Wutbürger an die Macht!

Dienstag, 19. Juli 2011

DER UNTERHOSEN- KONFLIKT

Ja, seit einigen Tagen, mache ich mir Gedanken über Unterhosen. Denn ich brauche welche. Also will ich welche kaufen. Aber so einfach ist das nicht. Mein erster Gedanke: Ich bestell einfach, stilverliebt wie ich bin, wie gewohnt bei American Apparel einige "Baby Rib Briefs", wahlweise auch in Bio-Qualität. Die kenn ich, die hab ich und die mag ich!
Aber bevor ich dem allmächtigen Internet den Auftrag erteilen kann, die Höschen in meinen Briefkasten zu zaubern, habe ich Zweifel... Ist es nötig, dass ich übers Internet Unterhosen aus Amerika bestelle. Ist das nicht absurd? Müssen diese kleinen, mehr oder weniger bunten Stofffetzen denn einmal über den Atlantik geschippt werden? Das ist doch dekadent und auch ziemlich bescheuert, denke ich. Also suche ich zunächst nach einer Alternative. Ich könnte auch einfach in einen Laden hier in Kiel gehen und mir dort meine Schlüppis kaufen. Zwar fühlt sich das Ganze in diesem Fall weniger absurd an, aber tatsächlich ist es ja mindestens genauso absurd. Denn nur weil ich die Dinger dann in Kiel in einem Geschäft kaufe, kommen sie ja trotzdem vom anderen Ende der Welt, höchstwahrscheinlich aus Asien. Zumindest zusammen genäht wurden sie dann da. Die Rohstoffe kommen vermutlich aus allen erdenklichen Teilen der Welt. Naja und über Arbeitsbedingungen und Sozialstandards zu reden, würde den Rahmen sprengen.
Vielleicht also doch die amerikanischen, garantiert "sweatshop free Briefs"? Oder soll ich vielleicht bei HessNatur einem der Öko-Label schlechthin bestellen? Da HessNatur ja nun doch nicht vom Rüstungsinvestor Carlyle geschluckt wurde, bleibt es ja Öko und macht vieles richtig in der Textilbranche. Ach mich nerven diese ganzen scheiß Fragen, wo und wie man was kaufen darf, soll oder wie auch immer. Globaler Konsum ist ein undurchsichtiges Arschloch!
Ich bin unzufrieden und beschließe die Entscheidung zu vertagen und gehe auf Informationssuche ...

Freitag, 15. Juli 2011

ROASTERS & BARISTI

Heute geht es los - das Kaffee- und Espressoevent des Jahres! Ein Restaurant, das Trific, wird fast einen Monat lang belagert von Röstern, Baristi und Espressojunkies. Espresso, Essen, Schulungen, Partys und vieles mehr erwartet den Espressobegeisterten in den drei Wochen. Hier der Veranstaltungskalender.
Und was mache ich? Anstatt in Hamburg Espresso zu schlürfen und zu netzwerkeln, sitze ich in der Kieler Universitätsbibliothek und lerne für meine letzte Klausur...Argh...
Ich hoffe sehr, dass ich im August einen kompletten Tag von der UB fern bleiben kann, um zu Roasters and Baristi fahren zu können. Wenn ich mich auf den Hosenboden setze und anständig mit meiner Bachelorarbeit vorankomme, stehen die Chancen nicht ganz schlecht.
Zum Abschluss noch ein kleiner Clip zum Veranstaltungsort, dem Trific:
Trific from Kulinarik Kosmonaut on Vimeo.