Samstag, 31. Dezember 2011

RETROSPEKTIVES ZUM WEIHNACHTSESSEN

Ich bin zwar malwieder der Letzte mit dem Weihnachtsessen-Blogpost, aber nichtdestotrotz möchte ich dem Ganzen noch gerecht werden und das Mahl in aller Kürze besprechen.
Dieses Jahr wollte ich mal nicht allzu sehr auf die feine Feinschmecker-Kacke hauen und es lieber etwas bodenständiger gestalten. Daher habe ich auch darauf verzichtet eine Vorspeise zu kochen und bin stattdessen direkt auf den Punkt gekommen.
Als Hauptspeise gab es dieses Jahr ein Tafelspitz vom Highland-Cattle Rind (siehe Teaser). An sich wollte ich nicht allzu weit vom klassischen Konzept eines Tafelspitz-Hauptgangs abweichen. So sollten sich Apfel, Meerrettich und Kartoffel auch in Form eines Stampfs (auch wenn das Wort zur Zeit etwas inflationär verprasst wird) wiederfinden. Dazu gab es noch in Butter geschwenkte Teltower Rübchen. Als kleinen kreativen Höhepunkt gab es zu den Rübchen ein Kumquat-Rosmarin-Fleur de Sel. Erwähnt sei auch noch die fantastische Soße zum Spitz. Leider hab ich die Soße zum Servierzeitpunkt nicht mehr ganz runter reduziert bekommen (da ich 20 Minuten vorher, nochmal mit etwas Brühe aufgefüllt habe), weshalb sie ein wenig zu dünn war, da ich mich geweigert habe sie stärkehaltig abzubinden. Es wurde jedoch einstimmig beschlossen, dass die Soße der Knaller war, trotz akuter Dünne. Aber wer braucht schon Jus, wenn es Soße gibt.
Selbstverständlich wurde alles einfach auf den Tisch gestellt und jeder hat so reichlich zugelangt, wie er wollte, so wie es sich für ein Familienessen gehört. Nichts ist schlimmer als gourmethaftes hindrappieren im häuslichen Rahmen. Fürs Foto hab ich nichtsdestotrotz einen "hübschen" Teller schnell angerichtet und hastig zweinmal auf den Auslöser.
Auch beim Dessert habe ich mich, wie ich denke, dieses Jahr nicht mit Spielereien aufgehalten, sondern klassische winterliche Aromen geliefert und mir nicht viel Stress gemacht. Es gab ein Spekulatius-Soufflé (das leider einen Moment zu lang im Ofen war) mit Tonkabohneneiscreme und einem dunklen Kumquat-Kompott. Da es bei diesem Dessert Sinn macht anzurichten, wurde dies auch getan. Aber auch eher schlicht. Das Tonkabohneneis war routinierterweise spektakulär. Das Kumquat-Kompott war schön wachsig und herb und toll zum Übrigen balanciert. Das Soufflé war eher im Bereich o.k. anzusiedeln.
Weihnachten war stark wie immer. Das Essen an allen drei Tagen ebenso. Es war erfrischend wenig Stress für alle Teilnehmer und ich freue mich auf das nächste Fest, insofern die Welt doch nicht untergehen sollte.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

TEASER


P.S. Ja, ich weiß ich habe noch nichts zum Geschmack des Glühweins gesagt, denn leider hatte ich krankheitsbedingt noch nicht die Gelegenheit mir ein ausreichendes Bild über den Geschmack zu machen. Ich bitte um Nachsicht.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

THE SPRIT OF WEIHNACHTEN

Nach meinem etwas kurz ausgefallenen Nikolausgruß möchte ich doch nochmal ein wenig besinnliche Stimmung verbreiten. Denn meinen heutigen Abend habe ich genutzt, um den alljährlichen Glühwein zu "kochen". Ich sag mal: Besser spät als nie. Dieses Jahr habe ich von 3,5 Litern auf 5 Liter aufgestockt, weil die Resonanz im letzten Jahr durchaus positiv ausgefallen ist und ich so mehr verschenken bzw. selber trinken kann.
Bevor ich zur Zubereitung komme, kann ich es mir leider wieder einml nicht verkneifen, kurz etwas zum Status Quo in Sachen gemeiner Glühwein zu sagen. Wie so oft ist das, was meist als Glühwein zur kalten Jahreszeit ausgelobt wird, nicht unbedingt das, was dem Namen gerecht wird. Denn leider ist es häufig ein industrielles Produkt, das fertig gekauft wird und bei dem eher auf Quantität statt Qualität Wert gelegt wird. Das gilt dann leider für die Gewürzmischung wie auch den Wein an sich. Genauso bei dem "selbstgemachten" Glühwein, den man in vielen Gastwirtschaften oder auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt kaufen kann. Hier ist meist nur der Maßstab ein anderer und Gewürz und Wein werden eben selbst gemischt und im schlimmsten Fall aufgekocht. Geschmacklich kommen diese Glühweine dann auch leider recht plump und überwürzt daher und werden gern zu heiß gemacht und ausgeschenkt. Nun ja, aber ich will nicht meckern, sondern es selber machen und zwar so wie ich es mag und für richtig halte. Und zwar folgendermaßen in diesem Jahr.
Zunächst gilt es die Gewürze sorgfältig auszuwählen und eine Grunddosis festzulegen, bei der beachtet werden sollte, welche Gewürze welche Rolle spielen und wie sie aufeinander abgestimmt sein sollen. Ich habe mich entschieden für Anis, Cardamom, Orange (Schale wie Saft) und Piment im Vordergrund. Dazu kommen noch Tonkabohne, Vanille, Zimt, Pfeffer und Hibiskus. Und eher dezent eingesetzt habe ich Macisblüte, Wacholder, Ingwer, Zitronenschale und Fenchel. Die trockenen Gewürze habe ich zunächst grob im Mörser zerstoßen und im Anschluss die "feuchten" dazu gegeben und mit zerstoßen.
Den Anfang sollte bei einem guten Glühwein ein dunkler Karamell machen. Also habe ich zunächst etwas Zucker karamellisiert und bei dunkler Bräunung mit dem Saft der Orangen abgelöscht. Nachdem der Zucker sich gelöst hat, habe ich den Wein (einen schlichten Portugiesen, der aber durchaus auch als Wein an sich äußerst trinkbar ist) in den Topf gegeben (leider nur 4,5 Liter, da mein größter Topf nicht mehr fasst). Der Rest musste ich dann so "vernichten".
Im Anschluss habe ich die ganze Gewürzmischung in den Topf gegeben und den Ansatz langsam auf Temperatur gebracht. Ich denke mit rund 70°C und geschlossenem Topfdeckel, ist der Wein heiß genug, damit sich die Aromen aus den Gewürzen langsam lösen können und natürlich der schöne Alkohol aus dem Wein nicht verdampft. Tjoa - im Grunde genommen war das schon fast die ganze "Arbeit".
Denn jetzt heißt es nur noch einige Zeit (1-2 Stunden mindestens, gerne länger) warten und ziehen lassen. Nach der ersten Stunde lohnt es sich den Ansatz zu probieren, um einen Eindruck zu bekommen, wie die Gewürze tatsächlich mteinander spielen und gegebenfalls nochmal in die ein oder andere Richtung nach zu justieren (Ich habe nochmal mit Anis, Cardamom und Hibiskus nachgewürzt).
Abfüllen werde ich das Tröpfchen erst morgen früh vor der Arbeit, damit der Wein noch in Ruhe über Nacht Aromen ziehen kann.
P.S. wie dem aufmerksamen Kulinarier aufgefallen sein mag, fehlt in meiner Gewürzmischung die Nelke. Die habe ich nämlich zunächst vergessen und habe sie erst nachträglich zugegeben, als ich zufällig meinen Auflauf für morgen vorbereitet habe und die göttliche Eingebung bekommen habe, den Auflauf mit Thmiyan und Nelke zu würzen. Eine unfassbar geile Komibination.
P.P.S. Morgen berichte ich dann vom Geschmack des Weins und des Auflaufs.

Dienstag, 6. Dezember 2011

ALLES GUTE ZUM NIKOLAUS !

Zack und es ist Nikolaus. Der zweite Advent ist auch schon rum und ich habe schon seit Ewigkeiten nicht mehr gebloggt. Nicht unbedingt mangels Inhalten, sondern eher aus Zeitmangel (bzw. Mußemangel) und wiederkehrender Internetprobleme. So sitze ich also hier im Phollkomplex, trinke, mein drittes Feierabendbier, leere meinen überquillenden virtuellen Briefkasten und stöbere in den versäumten Posts anderer Blogs.
Nun ja, aber ich bin guter Hoffnung, dass die Internetproblematik in den kommenden gelöst ist und die Rest-Adventszeit, dann wieder etwas bloglastiger wird. Schließlich wird noch Glühwein gemacht, gemeinschaftlich Grünkohl gegessen, ein Weihnachtsmenü gekocht und ... und ... und ...