Montag, 20. Februar 2012

HAJI COLA

Haji? Ja, Haji - Haji Cola. Ja auch ich habe bei der ersten Verkostung gedacht: Nicht noch eine Cola... Getrunken wurde "Hausmarke Cola trifft Kaffee", "Hausmarke Cola trifft Lakritz", "Fentimans Curiosity Cola" und zu guter letzt "Haji Cola". Erstere drei Brausen finden hier keine Beachtung, da eher eigenwillig bis maximal erheiternd albern in Sachen Geschmack.
Ganz anders aber bei der Haji Cola. Die Bezeichnung Cola ist meiner Meinung nach eher beleidigent für die Brause, wenn man bedenkt, für was Cola sonst so steht. Zunächst zur Rezeptur: Die Cola ist gesüßt mit Dattelsirup und natürlichem Fruchtzucker und kommt ohne Phosphorsäure aus und glänzt stattdessen durch natürliche Zitronensäure, aromatisiert ist die Cola mit eben genanntem Dattelsirup, Ingwer, Zimt, Vanille und Koriander (etc.). Das Wasser kommt aus dem Biosphärenreservat Rhön. So viel so gut - hört sich alles schick und marketingtechnisch fein an. Aber am Ende entscheidet ja dann doch allein der Geschmack.
Und der ist absolut berauschend!
 Die Kohlensäure kommt deutlich weicher und nicht ganz so scharf daher, wie bei manch anderer Limonade.
Die geschmackliche Komposition ist eher als ganzes wahrnehmbar (aufmerksame Schmecker mögen Zimt und Vanille durchaus wahrnehmen können, trotz des ungewohnt säuerlichen Umfeldes) und erinnert nur rudimentär an das typische "Colaaroma". Stattdessen sind Assoziationen von frischer Kokosmilch gepaart mit exotisch-fruchtigen Aromen deutlich präsenter. 
Haji-Cola schmeckt nach "Oase"!
 
Ich bin vollkommen verzaubert von der Haji-Cola und muss mit Trauer feststellen, dass ich alle Flaschen die sich in meinem Besitz befanden geleert habe. Das ist zumindest ein wenig tragisch, da Haji Cola bisher nur in Hamburg und Niedersachsen zu bekommen ist, was sich aber hoffentlich zeitnah ändern wird.

Donnerstag, 9. Februar 2012

SPONTANE GEDANKEN ZU KARTOFFELCHIPS

Es ist kurz vor Zehn und ich genieße gerade den Feierabend, trinke ein wenig Rotwein und esse dazu Kartoffelchips. Für Kartoffelchips habe ich schon seit jüngster Kindheit einen Faible. Schon immer war es für mich ein abendliches Highlight ein paar Kartoffelchips zu knabbern. Genauso lange, wie ich diese Vorliebe habe, habe ich auch die Angewohnheit, die Kartoffelchips auf meine eigene Art und Weise zu essen. Und zwar nehme ich die Chips nicht in den Mund und zerkaue sie einfach sorglos, sondern ich esse (wenn ich nicht alleine an der Tüte esse) nur die ganzen Chips, die eine gewisse Krümmung aufweisen. Diese nehme ich dann sachte in den Mund und lutsche (ja, ich lutsche Kartoffelchips) mit der Zunge sachte ab, ohne sie zu zerbrechen, bis kein Gewürz mehr übrig ist. Erst dann zerbeiße ich sie. Dieses Prozedere wiederhole ich bei jedem Chip mit viel Vorsicht und Aufmerksamkeit. Bis heute habe ich mir nie wirklich Gedanken darum gemacht, warum ich auf diese, als von vielen bisher als eigenwillig empfundene, Art und Weise Chips esse. Mir war bisher nur klar, dass ich es tue.
Heute Abend ist es mir aber klar geworden, warum ich es mache und das es aus gustatorischer Sicht intuitiv intelligent ist.
Wenn man auf konventionelle Weise einen Chip isst, zerkracht er lautstark und die geschmackliche Wahrnehmung wird fast vollständig blockiert. Solange der Chip kracht, ist die geschmacksgebende Würze nur äußerst rudimentär zu schmecken. Nach dem Krachen verbleibt der zerkaute Chip nur noch relativ kurz im Mund und die Würze wird nur recht kurz wahrgenommen. Dieser negative Effekt wird durch das Essen mehrerer Chips auf einmal  tatsächlich trotz größerer Menge verstärkt. Also wird auf diese Art des Essens von Kartoffelchips eigentlich nicht unbedingt das gesamte geschmackliche Potential des Produkts genutzt, da die Zunge verhältnismäßig unbeteiligt ist und es nur zwei geschmackliche Phasen der Wahrnehmung gibt. Die erste des Krachens und erst dann die deutlich kürzere des Schmeckens.
Meiner persönlichen Meinung und Intuition nach macht das, wenn auch für viele etwas befremdliche, Lutschen der Kartoffelchips vor dem Zerbeißen aus gustatorischer Sicht deutlich mehr Sinn. Beim Lutschen (von möglichst ganzen und an die Form der Zunge angepasste) Kartoffelchips kann zuächst in sinnlich absoluter Klarheit die Würze und der Gerschmack der in Fett frittierten Kartoffelscheiben wahrgenommen werden. Erst dann beschäftigt man sich mit der (leicht abgewandelten) Textur, indem man den Chip zerbeißt und das etwas weichere Krachen (aufgrund des Speichels) wahrnimmt. Nachdem der Chip dann zerkaut ist, kann man einen dritten Effekt erzielen, nämlich den tatsächlichen Geschmack der Kartoffel wahrzunehmen ohne die dominierende Würze. Statt zweier "Mischgeschmacksphasen" werden so drei "klare Geschmacksphasen" wahrgenommen.
Soviel zum Essen von Kartoffelchips. Probiert das Lutschen doch einfach mal aus.
Ich widme mich jetzt wieder dem Rotwein. Prost!