Sonntag, 20. Januar 2013

DOKUMENTATION PIG BUSINESS: FOOD FROM FARMS NOT FACTORIES

Bei der Schnippeldisko wurde ich von der charismatischen Tracy Worcster angesprochen, ob ich mich kurz interviewen lassen würde zum Thema Fleischkonsum, im Speziellen Schweinefleisch. Tracy und ihr Team drehen in vielen verschiedenen Ländern der Welt für eine Kampagne die Aufklärungsarbeit leistet zum Thema Pig Business. So heißt auch die bereits erschienene Dokumentation; die eine Momentaufnahme der Industrialisierung der Massentierhaltung von Schweinen, insbesondere in Polen und die weitreichenden Auswirkungen für Umwelt, Gesellschaft und selbstverständlich die Tiere selbst zeigt. Die Dokumentation ist auf der Website frei zugänglich und in, sage und schreibe, 24 unterschiedlichen Sprachen untertitelt vefügbar.
Außerdem gibt es eine 13-minütige Kurzversion, sowie einen Trailer und einen "Celebrity Trailer".
Ich habe den heutigen Sonntag dazu genutzt, mir die Doku mal anzuschauen und bin teilweise selbst fast vom Glauben abgefallen. Auch mir war nicht in diesem Maße bewusst; auf welch perfide Weise multinationale Konzerne in strukturschwächere Länder wie Polen eindringen und einem Parasit gleich die Menschen und das Land seiner Ressourcen berauben. Besonders die Umweltverschmutzung nimmt bei der "Fabrikation" von Schweinefleisch in diesem Stil absolut groteske Formen an, ganz zu schweigen vom Tierschutz.
Der Goliath in Sachen Schweineproduktion ist Smithfield Foods, ein multinationaler Konzern, der sich selbst mit dem Slogan "Good Food. Responsibly" schmückt. Angesichts der im Film gezeigten Bilder ist das ganz bittere Ironie.
Den Höhepunkt der Doku stellt das Interview mit dem Umweltbeauftragten von Smithfield Foods dar, in dem dieser unter anderem vollkommen offen und ehrlich zugibt die Politik zu "beeinflussen".
"Gelder an die Politik sind nicht üblich, sondern so funktioniert die amerikanische Regierung. Im amerikanischen System kennt man seinen Regierungsvertreter, sorgt dafür, dass er nicht nur Sie und ihre Familie, sondern auch Ihr Unternehmen kennt, damit man bei der Entscheidungsfindung, weiß welche Auswirkungen die Entscheidungen auf die Firma, Gemeinschaft oder Person haben können. Ich glaube, es wäre... Wenn sie hier irgendeinen Politiker fragen würden, ob er von Smithfield Foods gekauft wurde, wäre seine Antwort nein."
Die Frage die sich mir im Laufe der Doku aufdrängt ist, wie lange die externen Kosten der Agrarindustrie und der Massentierhaltung (die inzwischen zweifelsohne in die Billionen gehen, wenn idiotischerweise in Geldwert bemessen) noch abgewälzt werden können und mehr noch wann und wer sie bezahlen wird. Denn genau wie unser lieber Atommüll, haben diese Kosten eine verdammt hohe Halbwertszeit. Eine unbequeme Sache.

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