Montag, 3. Juni 2013

WEDDING PALE ALE // FRITZ ALE IPA // FLYING DOG CLASSIC PALE ALE

Also - wie versprochen, folgt eine kurze geschmackliche Besprechung der feinen Craftbiere, die ich dem Unwetter trotzend aus Moabit beschafft habe. Der erste Kandidat, der sich dem Gaumen stellen musste, war das Wedding Pale Ale. Wie der Name bereits vermuten lässt, stammt das Gebräu aus dem Stadtteil Wedding. Dort, um genauer zu sein, in der Arminiushalle bei BrewBaker brauen zwei junge Studenten der Brauerei- und Getränketechnolgie seit 2011 unter dem Namen Beer4Wedding handwerklich Bier. Was die beiden aktuell in die Flasche bringen, ist ein recht frei interpretiertes India Pale Ale - eben ein Wedding Pale Ale, mit dem charmanten Projektnamen "Halt die Fresse, das muss so schmecken". Hell yeah!
Kurze Illustration: So oder ähnlich liest sich die Zutatenliste eines Craftbieres.
Und genau so garstig, wie der Schmuckname klingt, schmeckt das Bier. Ungestüm schäumt sich das Bier durch den Mundraum und verteilt explosionsartig seine grasig ztironigen Hopfenaromen, umgeben von einer prickelnd fruchtigen Säure. Was dann kommt, ist einfach nur geil: eine satte Bitterkeit, die sich innerhalb der grünen Aromen weich und samtig aber extrem bestimmend über die Zunge legt, wie ich es zuvor noch nicht erlebt habe. Holy f****** Hop! Ein eigenwilliges Biererlebnis, das seinesgleichen sucht!

Auf das atem- und worteraubende W.P.A. folgte am selben Abend das India Pale Ale von Fritz Ale, das zunächst durch sein, nennen wir es mal, unprätentiöses Etikett auffällt. Der DIY-Stil wird belächelnd als charmant eingeordnet. Aber wen interessiert schon Papier auf einer braunen Flasche.
Bereits beim Einschänken des Fritz Ale ist an der karamelligen Färbung unschwer zu erkennen, dass es etwas malzbetonter ausfallen wird. So ist es. Die Malznoten sind etwas weiter vorne als beim W.P.A. und färben das Geschmacksbild eher ins Orangene mit etwas saftigeren, süß-fruchtigeren Noten, klarem Malzgeschmack und einer deutlich sanfteren Bitterkeit. Ganz anders, aber auch eine Bombe!
Das dritte und bis dato letzte, verköstigte Craft-Bier ist das Classic Pale Ale aus der amerikanischen Flying Dog Brewery. Allerdings muss ich gestehen, dass ich kaum analytische Worte zum Bier parat habe, da es zu fortgeschrittener Stunde geköpft wurde. Ich kann aber mit absoluter Sicherheit sagen, dass es ebenfalls für Begeisterung bei mir und meinem Mittrinker gesorgt hat. Zwischen dem bedächtigen Schweigen in die Nacht wurden Worte wie "incredible" und "awesome" leise dahergestammelt.

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